Madeira: Freiwilligendienst auf der Perle des Atlantiks

Madeira – allein beim Nennen des Inselnamens kommen wahrscheinlich schon viele ins Schwärmen und in Fernwehstimmung. Die Insel steht auch hoch im Kurs bei Touristen, vor allem bei wanderfreudigen Deutschen, Franzosen und Engländern der Generation 55+. Im Flieger, der mich letzten September auf die portugiesische Atlantikinsel gebracht hat saß ich also umzingelt von besagten Rentnern, die eine Woche Urlaub auf der „Perle des Atlantiks“ machten. Ich flog für 10 Monate Freiwilligendienst auf die Insel und blicke jetzt, kein Jahr später, auf eine unheimlich schöne Zeit zurück! Meine Motivation einen Freiwilligendienst zu machen war einfach noch etwas mehr Praxiserfahrung zu sammeln, bevor ich mein Masterstudium starte. Aber derartige Erfahrung schadet nie, völlig gleich an welchem Punkt in seinem Leben man sich gerade befindet. Und ich wollte eine neue Sprache lernen, indem ich mich „einfach“ an einen neuen Ort begebe und dort für eine Zeit lebe und mich engagiere. Außerdem wollte ich ein Stück Europa entdecken, das ich bis dahin kaum auf dem Schirm hatte. Dafür bietet ein EFD natürlich den perfekten Rahmen! Und, ich muss zugeben, dass ich in einem vorherigen Freiwilligendienst auf La Réunion Inselluft geschnuppert hatte und großen Gefallen daran gefunden habe. Mit all diesen Faktoren hat sich Madeira und das Projekt in dem ich tätig war sehr schnell als Wunschdestination herauskristallisiert. 

 

Mein Projekt war in Funchal, der Inselhauptstadt, angesiedelt und wird betreut von der dortigen Studentenvereinigung. Da die Inselwirtschaft nicht sehr rosig aussieht, gibt es dort viele Studierende die nicht genug Geld haben um für Studienutensilien, Mensaessen und Büchergeld aufzukommen. Die zu unterstützen hat sich die Studentenvereinigung auf die Fahne geschrieben, ihre Gelder akquiriert sie durch kulturelle Angebot, sprich beispielsweise Konzerte, Ausstellungen, sowie Gebäude- und Stadtführungen in Funchal. Und bei letzteren kommen die europäischen Freiwilligen mit ihren vielfältigen Sprachkenntnissen ins Spiel.

Ich wollte mich schon lange mal auf dem Gebiet der Führungen ausprobieren, und Leuten eine Insel und deren Geschichte, die mir selbst beide total fremd waren vorzustellen, war hierbei eine spannende Herausforderung! Mir hat die Arbeit im Projekt großen Spaß gemacht, auch wenn ich anfangs etwas enttäuscht war, da die Projektbeschreibung einen größeren Aktionsraum und vielfältigere Aufgabengebiete versprochen hatte. Nach ein paar Nachfragen hat sich aber auch das gebessert und an Abwechslung mangelt es auf Madeira sowieso nicht! Auch Freizeittechnisch gibt es Wanderwege und Museen wie Sand am Meer… nur letzterer ist nicht vorhanden. Wer sich vorstellt, dass die Freiwilligen nach Feierabend auf weißem Sandstrand in der Sonne brutzeln, den muss ich leider enttäuschen. Madeira hat vor allem steile und wilde Felsküsten zu bieten, was mir persönlich viel lieber ist als Sandstrand. 

Ansonsten bin ich vollkommen zufrieden mit meinen 10 Monaten: die Zeit fand ich absolut angemessen. Klar, wenn’s auf’s Ende zugeht wird man immer wehmütig und möchte länger bleiben. Von Natur und Leuten her hätte ich es auch noch länger dort ausgehalten. Bezogen auf das Projekt und die Führungen, waren 10 Monate aber schon ausreichend. Und zum Sprache lernen? Wenn man sich reinhängt kann man nach dieser Zeit locker gut kommunizieren, von allein fliegen einem die Wörter aber auch nicht auf die Zunge.

Mein Fazit also in einem Satz (auch wenn 10 Monate Erfahrungen, Begegnungen und all dies schon auf einer A4 Seite schwer zusammenfassen zu sind): Ein spannendes Projekt auf einer wunderschönen Insel, auf der mir eine Woche Urlaub viel zu kurz gewesen wäre!

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