Erfahrungsbericht EFD: Lea in Bulgarien (2014-2015)

Letztes Jahr im Oktober ging es für mich für sechs Monate mit ODI in ein anderes Land. Ein Land ganz im Osten Europas, über das ich bis zu diesem Zeitpunkt so gut wie nichts wusste, außer, dass es am Schwarzen Meer liegt, Bulgarien heißt, man dort eine andere Sprache spricht und auch ein anderes Schriftsystem hat.

Mein erster Tag in dem neuen Land war sehr aufregend, nach 3 Stunden Flug wurde ich am Flughafen sehr freudig von einer meiner Teamkolleginnen abgeholt und wir sind gemeinsam zu meiner zukünftigen Wohnung gefahren. Dort hatte meine Mitbewohnerin bereits etwas zu Essen für mich gekocht. Ich wurde also sehr herzlich empfangen, sodass mir das Einleben in die neue Kultur um einiges leichter gemacht wurde. Im Laufe des Tages habe ich dann noch die anderen drei Freiwilligen aus meinem Projekt sowie meinen Mentor kennengelernt.

Nachdem ich dann am nächsten Tag auch meine Chefin Antoaneta getroffen hatte, wurde mir erklärt, wie das Projekt ablaufen würde. Der Fokus meiner Arbeit lag auf der Arbeit mit den Waisenkindern der Organisation „Balkan Kids Foundation“.
Wir haben mit den Kindern verschiedene Workshops gemacht, wie z.B. Mathematik, Kunst, Kochen und Sport (ab und zu sind wir mit den Kindern in eine Kletterhalle gegangen).
In der Vorweihnachtszeit haben wir eine kleine Weihnachtsfeier für die Kinder veranstaltet. Dort haben wir dann verschiedene Spiele gespielt und ein kleines Buffet vorbereitet, zu dem jeder von uns Freiwilligen etwas typisch Weihnachtliches aus seinem Land mitgebracht hat, wie Butterplätzchen.

Doch das Waisenhaus war nicht der einzige Teil des Projekts. Eine der anderen Freiwilligen (auch aus Deutschland) und ich haben außerdem in der achten und neunten Klasse an einer weiterführenden Schule Deutschunterricht gegeben. Am Anfang fühlte ich mich mit diesem Teil des Projekts etwas überfordert, da uns der Lehrer ein Thema nannte und wir dazu den Unterricht selber vorbereiten und halten sollten. Aber nachdem wir die Klasse kennengelernt und zwei oder drei Stunden gehalten hatten, kamen wir ganz gut mit der Situation zurecht.

Um den Kindern die deutsche Kultur noch ein wenig näher zu bringen, haben wir an Karneval eine kleine Feier veranstaltet, bei der es auch einen Kostümwettbewerb gab.
Letztendlich muss ich sagen, dass dieser Teil des Projekts mir mit am meisten Spaß gemacht hat, da sowohl der Lehrer als auch die Kinder sehr nett waren und wir sehr viel Eigeninitiative zeigen konnten.

Ein weiterer Teil unseres Projekts hat in einem Zentrum für Behinderte und in einer Blindenschule stattgefunden. In dem Zentrum für Behinderte waren wir einmal wöchentlich und haben dort die Kinder und Erwachsenen beim Sport unterstützt oder gemeinsam mit ihnen gebastelt. In der Blindenschule, die erst später zu unserem Projekt hinzukam, haben wir den Kindern Englisch, Spanisch, Deutsch und Französisch beigebracht.
Jedoch war es dort um einiges schwerer, den Kindern die Sprache beizubringen. Meist waren die neu gelernten Wörter bis zur nächsten Woche wieder vergessen und so mussten wir andauernd wiederholen, wiederholen und wiederholen. Aber auch wenn das Erreichen unserer Ziele dort viel länger dauerte, hat mich auch diese Erfahrung sehr bereichert.

Neben den verschiedenen Projekten kam aber auch unsere Freizeit nicht zu kurz. Wir haben jedes Wochenende etwas unternommen, wie zum Beispiel durch Bulgarien zu reisen. Häufig haben wir auch kleinere Ausflüge mit Antoaneta gemacht und haben so noch mehr über die bulgarische Kultur erfahren.

Insgesamt bin ich überaus glücklich, die Möglichkeit gehabt zu haben, einen EFD machen zu dürfen und muss sagen, dass es eine der bisher besten Erfahrungen in meinem Leben war. Die ganzen tollen Menschen, auch die Kinder in meinem Projekt, das Land Bulgarien und die Kultur hätte ich nie kennengelernt, wenn ich nicht nach Varna geflogen wäre. Die Erwartungen, die ich an den EFD hatte, wurden definitiv übertroffen.

Ansprechpartner EFD

Ansprechpartnerin EFD