Erfahrungsbericht EFD: Sarah in Luxemburg (2014-2015)

Unterhalten sich eine Deutsche und eine Tschechin in Luxemburg auf Französisch…
Was sich anhört wie der Beginn eines schlechten Witzes war Realität während meines EFDs.

Neun Monate habe ich in dem kleinsten, unterschätztesten und in mancher Hinsicht einzigartigsten Land der EU verbracht. Gelebt habe ich in seiner wunderschönen Hauptstadt – Luxemburg-Stadt.
Ich habe in der Maison des Associations gearbeitet und dort interkulturelle und intergenerationelle Projekte organisiert.
Das hört sich natürlich toll an, doch so mancher fragt sich vielleicht, was dahintersteckt. Dahinter verbergen sich: Die schönste Zeit meines Lebens, Begegnungen mit besonderen Menschen aus aller Welt, Freunde fürs Leben und ganz viele Erfahrungen.

Dank meines EFDs habe ich viel über mich selbst gelernt. Ich bin selbstbewusster, gelassener, autonomer geworden. Ich habe herausgefunden, was mir Spaß macht. Mit Menschen arbeiten? Na klar! Aber auch das Organisatorische (Projektideen diskutieren, Flyer entwerfen, Artikel verfassen, Homepages auf den neuesten Stand bringen…) bereitet mir Freude. In meiner Organisation hatte ich das große Glück, jedes Projekt vom ersten bis zum letzten Schritt begleiten zu dürfen, mir wurde viel Verantwortung übertragen, aber immer nur so viel, wie ich schultern konnte.

Das ist vielleicht auch das Besondere an Luxemburg - das Land ist derart klein, dass man problemlos den Premierminister interviewen kann. Neben den klassischen Projekten meiner Aufnahmeorganisation habe ich an der Kampagne zum Referendum über das Ausländerwahlrecht bei Parlamentswahlen mitgearbeitet. Dieser Kampagne verdanke ich einen sehr spannenden Einblick in die politische Situation dieses Landes, das einen Ausländeranteil von fast 50% aufweist. Trotz sehr viel spannender Arbeit (von Informationsveranstaltungen über Videos bis hin zu Messeständen und der Erstellung von Unterstützerlisten) haben wir das Referendum verloren.

Unabhängig von diesem Ergebnis bleibt Luxemburg für mich aber ein Land, in dem ich mich zuhause fühle, weil es ein Zuhause für Menschen aus aller Welt ist. Ein Land, in dem man jeden Tag fünf Sprachen sprechen kann, ein Mini-Europa, das wie ein großer EFD ist. Während meines EFDs habe ich mit jungen Menschen aus sechs verschiedenen Ländern in einem Freiwilligenhaus gelebt. In Luxemburg leben Menschen aus 170 Ländern zusammen.

Die Schlussfolgerung: Mein EFD war das Beste, was mir hätte passieren können. Vielleicht wird es dir ganz genauso gehen?

Sarah

Ansprechpartner EFD

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