Erfahrungsbericht EFD: Théo in Griechenland (2015)

Endlich war es soweit und wir saßen im Flugzeug nach Griechenland! Bald sollte unser Europäischer Freiwilligendienst in zwei verschiedenen Kindergartenprojekten beginnen. Doch für den Moment standen uns erst einmal eine lange Reise mit dem Flugzeug bis Athen und danach noch einmal zwei Stunden mit dem Bus nach Xylokastro bevor. Und das, ohne die Sprache unseres baldigen vorübergehenden Heimatlandes auch nur ansatzweise zu verstehen. Eine Herausforderung, auf die wir wohl auch bald auf der Arbeit im täglichen Leben treffen würden.

Also, auf geht‘s! Mit dem Flieger nach Athen und dann weiter bis nach Xylokastro! Dort angekommen wurden wir schon erwartet, eine unserer neuen Mitbewohnerinnen holte uns von der Busstation ab und brachte uns in unser neues Zuhause: Eine Wohnung voller netter und offener Menschen, die uns sofort in ihrer kleinen, internationalen Familie aufnahmen.
Das erste Wochenende nutzten wir zuerst einmal, um die anderen Freiwilligen kennenzulernen, die alle in anderen, ebenfalls interessanten Projekten arbeiteten. Ein super Start in unseren Auslandsaufenthalt gefüllt mit Sonne, Strand, Meer, Barbecue und sehr lieben Menschen!
Nach dem ersten Wochenende trafen wir dann unsere Koordinatorin, die uns alle möglichen organisatorischen Dinge erklärte und uns auch das kleine Städtchen Xylokastro zeigte. In dieser Woche mussten noch einige Dinge wie die Eröffnung eines griechischen Bankkontos oder der Erhalt eines speziellen Gesundheitszeugnisses geklärt werden, bevor wir in der nächste Woche endlich die Arbeit in unseren Projekten beginnen durften.

Wir starteten also mit unserer Arbeit im Kindergarten: Zunächst einmal wurde uns  erklärt, wie so ein Tag überhaupt abläuft und was es alles zu tun gibt. Die Kinder kommen jeden Tag zwischen acht und neun zum Kindergarten, wo dann ein gemeinsames Frühstück stattfindet, bevor eine kleine Unterrichtsstunde beginnt. Danach gibt es für alle Kinder Obst und daraufhin ist es endlich an der Zeit zu spielen. Kurz vor und nach dem Mittagessen kommt man dann noch einmal kurz zusammen, bevor die Kinder dann nach und nach abgeholt werden.

Nach dem ersten Tag lernten wir schnell, wo wir helfen und anpacken konnten. Wir halfen den Kindern beim Essen, auf der Toilette, trösteten sie, wenn sie ihre Eltern vermissten oder sich mal wehtaten, sangen mit ihnen, spielten. Im Unterricht halfen wir beim Malen und Basteln und lernten selber jede Menge – zum Beispiel wenn es um das griechische Alphabet ging, um das Zählen auf Griechisch oder um die griechische Geschichte.
Wir genossen die Arbeit und liebten unsere kleinen Schützlinge sehr.

Aber nicht nur im Kindergarten lernten wir Griechisch, auch wenn dieser sehr hilfreich war, um unsere gewonnenen Sprachkenntnisse umzusetzen oder neue Vokabeln zu lernen. Natürlich hatten wir auch einen Sprachkurs, welchen unsere Koordinatorin leitete: Sie machte uns mit dem griechischen Alphabet vertraut, erklärte uns die Grammatik und brachte uns eine Menge neuer Vokabeln bei. Und mit der Zeit wurde unser Griechisch, dank ihr und dank der Arbeit im Kindergarten, besser und besser.

Als wir noch ganz am Anfang unserer EFDs standen, gab es einige Freiwillige, die ihren Einsatz schon in Kürze beenden würden – es kamen immer neue Freiwillige nach Xylokastro und stießen zur Freiwilligengemeinschaft dazu. In Xylokastro selber, auf unseren zwei Seminaren in Athen oder auf zahlreichen Reisen trafen wir unglaublich viele Menschen und sind sehr froh, sie alle kennengelernt zu haben. Die wichtigsten sind aber wahrscheinlich die, die uns die meiste Zeit unseres Projekts begleitet haben. Die, mit denen wir Tag für Tag in der gleichen Wohnung lebten, mit denen wir gemeinsam kochten, spielten und Filme ansahen, mit denen wir gerne mal einen gemeinsamen Abend verbracht haben und mit denen wir so viel gereist sind und erlebt haben. Die, die unsere Familie wurden.

Wir sind jede Menge gereist: vom äußersten Norden Griechenlands bis in den Süden dieses wunderbaren Landes, das so viel mehr zu bieten hat als nur die Akropolis – sei es auf dem Festland oder auf der Halbinsel Peloponnese (wo sich auch Xylokastro befindet). Wir haben sogar die ein oder andere kleine oder große, der zahlreichen und wunderschönen Inseln Griechenlands bereist.

Ein wunderschönes Land, in welchem wir wunderbare Menschen kennenlernten und eine Zeit verbrachten voller Freude, Freund und Liebe. Eine Zeit, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Ein Video mit einigen Eindrücken von unserer Arbeit findet ihr auf Youtube.

Théo

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