Erfahrungsbericht Südafrika: Rebecca 2014

Es war die beste Entscheidung, die ich für mich nach dem Abitur treffen konnte. Ich war noch nicht bereit fürs Studium, wusste nicht genau was und wo ich studieren wollte.
Ich entschied mich also für das Freiwilligenprogramm in Südafrika bei ODI und was soll ich sagen …Es war für mich genau das Richtige!
Kurz vor Beginn meiner Reise hatte ich selbstverständlich etwas Muffensausen. Wie werden die Umstände vor Ort sein? Werde ich mich mit den anderen Freiwilligen verstehen? Bin ich stark genug, um Leid und Armut zu sehen, also auch die negativen Dinge des mir völlig fremden Landes anzunehmen?

Meine Fragen konnte mir ODI soweit es geht beantworten, doch trotz der bestmöglichen Vorbereitung flogen Zweifel mit mir nach Port Elizabeth.
Nach der  Reise war der erste Tag natürlich eher schleppend; man war erschöpft und wollte sich erst einmal umgucken, bevor man die ersten Kontakte knüpfte. Man fühlte sich einfach total fremd. Doch das hielt nicht lange an!

 

 

Sobald das Fleisch auf dem Grill lag, beim sogenannten Braii (südafrikanisches Barbecue), verflog die erste Scheu und ich setzte mich ans Lagerfeuer. Mit den anderen Freiwilligen ins Gespräch zu kommen war keine große Kunst. Uns verband etwas – wir waren alle dort, um zu helfen und um den Alltag für die südafrikanischen Kinder abwechslungsreicher und spannender zu gestalten. Wir waren da, um ihnen ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern!
Egal ob beim „Teachen“ oder beim „Coachen“, die Atmosphäre war immer ausgelassen. Man konnte seinen Stundenplan individuell gestalten und auch mal zwischendurch äußern, falls man etwas verändern wollte; an dieser Stelle hilft einfach pure Ehrlichkeit.

Neben dem Neuen und Faszinierenden des südafrikanischen Landes und der Kultur, das es zu entdecken galt, stellte sich relativ schnell ein  Alltag ein.
An einem meiner „Teaching“ Tage klingelte mein Wecker um 7 Uhr. Dann ging es zum Frühstück, ich packte meinen Lunch ein und um 8 Uhr ging es los zur Schule. Dort sind wir in unsere Klassen gegangen, die man sich meist selbst aussuchen durfte, und haben beim Unterricht geholfen. Es war anstrengend und oftmals nicht ganz einfach, die Horde Kinder zu bändigen und ihnen etwas beizubringen, aber belohnt wurde man jeden Tag mit einem ehrlichen Lächeln oder tausenden Liebesbriefen – die beste Motivation, die es gibt.
 

Der Lunch war schnell verputzt, da es manchmal wirklich kraftraubend sein konnte. Gegen halb zwei wurden wir wieder vom UTS Bus abgeholt. Für manche ging es dann noch in das Förderprogramm JSE (Junior School of Excellence). Dort wurden unter anderem auch von den Freiwilligen ausgewählte Kinder nachmittags unterrichtet, sodass sie später einmal die Chance auf ein Stipendium bekommen. Dieses Förderprogramm war beeindruckend. Es hat viel Spaß gemacht mit den ausgewählten Kids Zeit zu verbringen und mit ihnen zu arbeiten und gemeinsam zu hoffen, dass es am Ende für einen Aufnahme in die nächste Stufe, die Senior School of Excellence, reicht. So gegen 4 Uhr war dann auch dieser Arbeitstag zu Ende und es ging zurück ins Camp.
Der „Coaching“ Tag hat immer etwas später angefangen. Um 9 Uhr gab es ein Meeting, um ca. 10 Uhr verließ der große UTS Bus das Camp und dann ging es täglich zu drei Schulen. Die einzelnen Trainingseinheiten umfassten durchschnittlich 45 bis 60 Minuten und waren jeden Tag mit unheimlich viel Lachen, Freude und Spaß verbunden.
Das Wochenende verbrachten wir mit Ausflügen nach Jeffery´s Bay, wir sprangen von Brücken hinunter (höchste Bungee-Brücke), gingen auf Safari, saßen am Feuer und genossen einfach unsere Freizeit und Freiheit im weiten Südafrika. Während meiner Zeit habe ich tolle neue Freundschaften gewonnen, die gewiss für die Ewigkeit bleiben…
Kein Tag war wie der andere. Inspirierende Freiwillige, lebensfrohe Kinder, von denen man viel lernen konnte und Zeit sich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren, haben mich verändert und mich zu einem glücklicheren Menschen werden lassen.
Ich wusste vorher so gut wie nichts über Südafrika, geschweige denn wie es sich dort so lebt. Nun habe ich es am eigenen Leib erfahren und weiß, dass ich zwar nicht wirklich viel verändern konnte, jedoch den Menschen dort Arbeit abgenommen und ihnen Freude bereitet habe – immerhin ein kleiner Anfang.
Es ist nicht schwer sich vor Ort einzugewöhnen und die Umstände mit der Zeit zu akzeptieren, zu helfen und die Bedeutung kleinster Gesten zu verstehen. Der schwerste Schritt ist es, sich dafür zu entscheiden, zu helfen!
Wenn du meinen Erfahrungsbericht liest, dann möchte ich dir Mut machen, dich für dieses Programm zu entscheiden, denn es prägt ungemein und ich persönlich werde es nie bereuen, teilgenommen zu haben. Ganz im Gegenteil, ich bin unendlich dankbar, dass ich die Möglichkeit dazu hatte.

Meine acht Wochen vergingen wie im Flug und dann war schließlich der Tag gekommen, an dem ich mich sowohl von den Schulkindern, als auch von den anderen Freiwilligen wie auch vom UTS Team verabschieden musste. Es war herzzerreißend und ich habe selten so viel und so lange Tränen vergießen müssen. Doch es war der Beweis dafür, dass mich die Menschen, die ich auf meiner Entdeckungsreise kennen gelernt habe, berührt haben. Meine Erlebnisse sind unvergesslich und meine Erfahrungen sind nun ein Teil von mir.
Mein Traum: Irgendwann einmal zurück zu kommen und ein weiteres Mal zu helfen! 

Ansprechpartnerin Freiwilligenarbeit Südafrika

Testimonials Freiwilligenarbeit

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