Familienzuwachs aus China

Vor ca. 8 Monaten kam „Anne“, die eigentlich Kuan-Hung heißt und aus Shanghai kommt, zu uns nach Berlin. Wir haben uns als Familie entschieden, ein Gastkind aus China aufzunehmen, weil unsere große Tochter Louisa seit der 7. Klasse als 2. Fremdsprache Chinesisch lernt. Unsere Töchter spielen beide Badminton im Verein und über diesen kam Annes Gastfamiliengesuch zu uns. Da Anne angab, in Deutschland gerne Badminton spielen zu wollen, war unsere große Tochter gleich begeistert. Louisa besuchte zu diesem Zeitpunkt die 9. Klasse und stand kurz davor, für ein paar Tage nach Peking zu einer Gastfamilie zu reisen. Kurz gesagt, unsere Familie beschloss einstimmig, Anne für 9 Monate ein Zuhause zu geben.

Ende September 2016 holten wir Anne dann vom Berliner Hauptbahnhof ab, nachdem sie zuvor schon 4 Wochen einen Deutsch-Crashkurs in Köln absolviert hatte. Nach dem ersten Badminton-Training meiner Mädels mit Anne stellte sich schnell heraus, dass Anne zwar „Federball“ liebt, das aber wenig mit den Trainingseinheiten unserer Kinder zu tun hat.

Anne ist ein liebenswertes, offenes Mädchen und hat meine (ich bin Annes Gastmutter) „Vorurteile“ von schüchternen Chinesen beseitigt. Sie war von Anfang an sehr aufgeschlossen, nahm uns zur Begrüßung am Hauptbahnhof in den Arm, und ist an allem interessiert. Auch als die Austauschschülerin von Louisa aus Peking für ein paar Tage bei uns war, war sie für uns eine große Hilfe, da Liu kein Deutsch und wenig Englisch sprechen konnte.

Wir sind eine ganz normale Familie und es gab mit Anne auch Höhen und Tiefen. Wenn man zwei pubertierende Teenies hat und eine, die mit 11 Jahren stark darauf zusteuert, kann es zwischen den Mädels auch zu Missverständnissen und Zickereien kommen. Dieses konnten wir aber im Kreise der Familie klären, ohne unsere Betreuerin von ODI in Anspruch zu nehmen. Trotzdem Danke, Anna-Sophie.

Wir werden Anne in einigen Wochen zu ihrem Abschluss nach Köln begleiten. Dort werden wir ihre Eltern kennenlernen, die ihre Tochter in Deutschland besuchen und dann wieder mit nach Hause nehmen. Wir hoffen, sie nehmen einen leeren Koffer für Annes Klamotten mit.

Anne ist auch schon ganz aufgeregt, dass wir sie nächstes Jahr in Shanghai besuchen sollen. Mal sehen, ob der Kontakt bestehen bleibt. Bei uns stehen ihr jedenfalls alle Türen offen.

Ansprechpartnerin Gastaufnahme Deutschland