Südamerikanische Rhythmen im Wohnzimmer

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Reisen war für mich und meine Familie schon immer sehr wichtig und wertvoll. Andere Kulturen machen uns neugierig und wir wollten mehr über andere Länder und ihre Besonderheiten erfahren, als es bei einer normalen Urlaubsreise möglich ist.
Das Jahr zuvor hatten wir bereits eine Stipendiatin aus der USA bei uns in der Familie, die wir schnell in unser Herz schlossen. So wussten wir bereits, wie bereichernd ein Gastkind in der Familie sein kann. Also beschlossen wir eine Gastfamilie für Carolina aus Ecuador zu werde.

Carolina reiste nun vom Äquator zu uns nach Deutschland, eine sehr lange Reise für ein junges Mädchen, damals noch keine 18 Jahre. Aber sie war schnell bei uns als 6. Familienmitglied angekommen. Natürlich wollten wir viel erfahren über ihr Land und ihre Familie und ihre Gewohnheiten. Und Carolina lernte uns und unsere Kultur kennen und wir ihre.

Sehr gerne kochen wir zusammen oder lassen uns von Carolina etwas typisch Ecuadorianisches auf den Tisch zaubern. Oft gehen wir dann zusammen in spezielle Lebensmittelgeschäfte und versuchen, die Zutaten zu finden, die wir ungefähr für das Gericht benötigen. Und zum Glück hat sie auch ein paar Spezialgewürze mitgebracht. Und Chili extra scharf ist seither bei uns ein MUSS in der Küche. Wir haben noch nie so guten Reis gegessen, wie ihn Carolina zubereitet. Aber auch original Tortillas sind zu unserem Leibgericht geworden.

Musik liegt natürlich einer Südamerikanerin im Blut und so tanzen meine Tochter und Carolina oft gemeinsam durchs Wohnzimmer oder üben die Standardtänze aus dem gerade laufenden Tanzkurs. Aber so ein Hüftschwung und so viel Rhythmus wird uns wohl immer verwehrt bleiben.
Da wir auch sehr die Musik lieben und bei uns auch viel musiziert wird, haben wir hier oft Gelegenheit gemeinsam zu tanzen, zu musizieren oder einfach nur Musik zu hören.

Als Carolina gerade ein paar Wochen bei uns war, nahmen wir sie mit auf eine Kreuzfahrt.  Wir bereisten gemeinsam das östliche Mittelmeer und sahen viele tolle Städte wie Venedig, Istanbul oder antike Stätten wie Olympia.

Hier konnten wir bei schönstem Herbstwetter die Sonne geniessen und uns richtig gut kennenlernen.
Aufregend war nur, dass wir zu Beginn unserer Reise Carolinas Pass abgeben mussten und erst am Ende vor Verlassen des Schiffes wieder erhielten. Und wir lernten, dass die Reisefreiheit innerhalb Europas, die für uns Europäer so  selbstverständlich geworden ist, wirklich ein hohes Gut ist. 
Und Carolina lernte, dass die Deutschen es lieben Städte und Landschaften zu Fuss zu erlaufen und wir liefen und liefen...

Sein Haus für einen Gastschüler zu öffnen, heisst für die ganze Familie, wertvolle, spannende Erfahrungen zu machen. Meine Kinder lernen nebenbei offen zu sein für andere Länder und andere Kulturen und sich offen ein neues Familienmitglied einzustellen und einen Gast bei uns aufzunehmen.

Wir wünschen uns sehr, einmal Carolina und ihre Familie in Ecuador besuchen zu können. Carolina hat uns sehr neugierig auf dieses wunderschöne Land in Südamerika gemacht.

Ansprechpartnerin Gastaufnahme Deutschland