England
"The proof of the pudding is in the eating" sagt der redegewandte Engländer und meint damit: „Probieren geht über Studieren“. Dies trifft auch eindeutig auf Englands Land und Leute zu. Während eines Auslandsaufenthaltes in England erlebt man weit mehr, als Linksverkehr, Fish&Chips und ausuferndes Teetrinken. Lebt man eine Weile in dem Land, welches u.a. für seine malerische Countryside aber auch für seinen trockenen Humor berühmt ist, erfährt man herzliche Höflichkeit und charmantes Traditionsbewusstsein. Durch einen Auslandsaufenthalt in England lernt man das britische Englisch lieben, findet manch deftige Traditionsspeise doch recht schmackhaft und entdeckt, dass ein scheinbar leicht staubiges Image ein ziemlich stylisches Gewand trägt.
ODI bietet folgende Programme in England an:

Zahlen und Fakten
Hauptstadt
London
Staatsform
Konstitutionell-parl. Monarchie
Bevölkerung
50,4 Mio.
Sprache
Englisch
Fläche
130.395 km²
Währung
Pfund Sterling (£ / GBP)
Zeitverschiebung
MEZ – 1 Stunde
Vorwahl
0044
Klima und Landschaft
England liegt in der gemäßigten Klimazone. Obwohl die durchschnittliche Niederschlagsrate relativ hoch ist, ist das Wetter hier ist auf jeden Fall besser, als sein Ruf und es regnet nicht annähernd so häufig, wie oft befürchtet. Genau wie in Deutschland auch, ist das Wetter stark regionenabhängig.
Von den Temperaturen her erlebt man hier ähnliche Sommer und Winter wie in Deutschland. Das relativ milde, dennoch durchschnittlich etwas feuchtere Klima, findet man eher im Norden und Westen des Landes vor. Der Süden und Osten ist meist etwas wärmer und trockener. Dadurch, dass in England allerdings kalte polare auf warme tropische Luft stößt, ist das Wetter überall sehr unbeständig. Selbst wenn ein Tag zum wiederholten Male bewölkt beginnt, sollte man die Hoffnung auf Sonne also nicht aufgeben ...
Die schlechtesten Wetterbedingungen erwarten einen zwischen November und Februar. Von seiner schönsten Seite zeigt sich das englische Wetter meist zwischen April und September. Doch selbst in den Übergangsmonaten März und Oktober kann man mit etwas Glück wunderschöne Tage erleben.
Englands Landschaft ist, genau wie das Klima, sehr abwechslungsreich.
Durch Fernsehserien wie „Der Doktor und das liebe Vieh“, Romanverfilmungen von Rosamunde Pilcher oder auch der Klatschpresse (welche uns traumhafte Ferienhäuser von z.B. Madonna oder Kate Moss zeigt) ist Englands wunderschöne „Countryside“ bereits sehr bekannt geworden. Doch so sieht es natürlich nicht in ganz England aus.
Durch den englischen Kanal vom europäischen Festland getrennt und nur 29 km von Frankreich entfernt, sind große Teile des Landes relativ flach oder nur leicht hügelig. Norden und Nordwesten sind dennoch geprägt von diversen Berglandschaften und einem in grünen Hügeln eingebetteten „Lake District“. Zudem ist eine höhere Bevölkerungsdichte charakteristisch für die sogenannten „Midlands“, während eine spannende Küstenlandschaft zu schönen Urlauben einlädt. Steil abfallende, teils weiße Klippen wechseln sich mit zerklüfteten Küsten und breiten Sandstränden ab. Alte englische Seebäder mit romantischen Pieren und viktorianischen Hotelfassaden sind in Englands Süden ein echter Augenschmaus.
Land und Leute
England ist ein Land der Widersprüche. Hier findet man zum einen tonnenweise Tradition: das englische Königshaus, eine unvergleichbare Pub-Kultur, viktorianische Architektur, die Maßeinheiten Inches und Feet (statt Zentimeter und Meter) sowie Stones (statt Kilogramm), eine gewöhnungsbedürftige deftige Küche u.v.m. Zum anderen gibt es kein anderes Land, aus dem so viele Trends und Neuheiten z.B. aus den Bereichen Mode und Musik stammen.
Diese Widersprüchlichkeit spiegelt sich in vielen weiteren Lebensbereichen wieder. Engländer sind generell sehr höflich, hilfsbereit und eher zurückhaltend. Dennoch ist der typisch englische Humor sehr direkt und ziemlich „trocken“ bis „schwarz“. Hier wird alles und jeder aufs Korn genommen und englische Comedians beweisen, dass der Engländer sehr gut über sich selbst lachen kann. In England zahlt man immer noch mit Pfund statt mit Euro, die Autos fahren auf der linken Seite und das Erlernen einer Fremdsprache scheint für viele nicht sehr wichtig zu sein.
Es ist den Einwohnern dieser riesigen Insel wahrscheinlich schon bewusst, dass ihre Eigenarten und Traditionen, teilweise zu Unverständnis führen. Aber genau dieses Bewusstsein, gepaart mit einer selbstbewussten Neigung zur Exzentrik, führt zu sehr charmanten, lustigen und sympathischen Persönlichkeiten.
Englands Gesellschaft wird zudem durch viele internationale Einwanderer bzw. deren Familien, die in den 60er und 70er Jahren hierher kamen, bereichert. Hauptsächlich stammen diese aus ehemaligen britischen Kolonien in der Karibik und aus dem indischen Subkontinent, aus Osteuropa oder Asien. Indische, pakistanische, chinesische und polnische Einwanderer brachten bzw. bringen interkulturelle Einflüsse nach England, die sich im Straßenbild durch die unterschiedlichsten Läden und Restaurants präsentieren.
Essen und Trinken
Natürlich gleichen sich Essgewohnheiten in den westlichen (und vor allem europäischen) Ländern immer mehr an einander an: Nudeln und Pizza sind überall beliebt, Kartoffeln und Pommes Frites sind gern gesehene Beilagen und Einflüsse von italienischen, griechischen, türkischen, spanischen und asiatischen Einwanderern sind omnipräsent.
Dennoch sind englische Spezialitäten wie z. B. „Roast Beef with Yorkshire Pudding“ (Roast Beef mit einer Beilage aus Mehlteig), verschiedene „Pies“ (auch „Pasties“ genannt; Pasteten mit Gemüse-, Wild-, Schweinefleisch- oder Nierenfüllung), typisches „English Breakfast“ (reichhaltiges, warmes Frühstück) und last but not least natürlich „Fish&Chips“ (im Teigmantel fritiertes Fischfilet, meist Kabeljau, mit Pommes Frites) stets auf einer typisch englischen (Pub)-Speisekarte zu finden.
„Spotted Dick“ (kuchenähnliche Nachspeise mit Rosinen und Korinthen), „Trifles“ (Biskuitteigschichten mit Fruchtgelee und Sahnecreme) und sowohl „Apple-“ als auch „Rhubarb-Crumble with Custard“ (warmes Apfel- oder Rhabarberkompott mit Kuchenstreusel und Vanillesoße) lassen in England das Herz jedes Schleckermauls höher schlagen. Wichtig zu wissen: „Chips“ (Pommes-Frites) sind nicht zu verwechseln mit „Crisps“ (Chips), (vorzugsweise schwarzen) Tee trinkt man in England meist mit Milch und in einem traditionellen Café bestellt man „Cream Tea“ inkl. Scones&Clotted Cream (kleine, warme, süße Brötchen mit cremiger Sahne und Erdbeermarmelade) zum Fünfuhrtee.
Abgesehen von Tee (häufiger als Kaffee!) trinkt der Engländer nach Feierabend gerne noch ein „Pint“ mit „Bitter“ (dunkles Bier), „Lager“ (Pils) oder „Cider“ (Apfelwein) in seinem Lieblings-Pub um die Ecke. Tatsächlich sind britische Pubs eine nationale Einrichtung, und selbst das kleinste Dorf in der abgelegendsten Ecke hat mindestens einen Pub, welcher oft fast schon als Wohnzimmer-Ersatz dient. Hier trifft man Nachbarn, Familie und Freunde, quatscht und tratscht, trinkt und isst und schaut sich gemeinsam diverse Sportveranstaltungen (insbesondere Fußball!) im Fernsehen bzw. auf der Leinwand an.
Feiertage
- 1. Januar: New Year's Day
- 22. April 2011: Good Friday
- 25. April 2011: Easter Monday
- 2. Mai 2011: Early May Bank Holiday
- 30. Mai 2011: Spring Bank Holiday
- 29. August 2011: August Bank Holiday
- 25. Dezember: Christmas Day
- 26. Dezember: Boxing Day
Berühmte Persönlichkeiten
Hier soll aufgrund der Vielzahl berühmter englischer Persönlichkeiten eine kleine Auswahl aus einigen Bereichen getroffen werden. Berühmte Persönlichkeiten der englischen Geschichte sind z.B. Richard Löwenherz, Heinrich VIII., Oliver Cromwell, Queen Victoria und Queen Elizabeth II. Aus der Politik sind Namen wie Winston Churchill, Margaret Thatcher und Tony Blair bekannt. Berühmte englische Literaten sind William Shakespeare, Charles Dickens oder Agatha Christie. Aus der Wissenschaft weltbekannt sind Charles Darwin, Isaac Newton, James Watt oder Michael Faraday. Die Zahl der berühmten Engländerinnen und Engländer in Kunst und Kultur ist enorm, hier nur einige ganz bekannte: Andy Warhol, Sir Charlie Chaplin, Alfred Hitchcock, Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor, Ben Kingsley, Rowan Atkinson (Mr. Bean), Hugh Grant, Colin Firth, Orlando Bloom, Keira Knightley, Kate Winslet, Daniel Radcliffe, Cliff Richard, David Bowie, Sir Elton John, Phil Collins, George Michael, die Beatles, die Rolling Stones, die Sex Pistols und Take That. Berühmte Persönlichkeiten aus dem Bereich Sport sind David Beckham, Jenson Button und Lewis Hamilton.
Literatur- und Surftipps
Hilfreiche Internetseiten:
- Auswärtiges Amt: www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Grossbritannien_node.html
- England-Homepage: www.visitengland.de
- Homepage des Königshauses: www.royal.gov.uk
- Lonely Planet: www.lonelyplanet.de/reiseziele/europa/england
Literaturtipps:
- „Kultbuch England: Alles was wir lieben: von Ascot bis zum Yorkshire Pudding“ (Matthias Vogt)
- „Fettnäpfchenführer Großbritannien: Wie man England mit links übersteht“ (Michael Pohl)
- „Mit Jane Austen durch England“ (Elsemarie Maletzke)
- “England (Lonely Planet England)” (David Else, Oliver Berry, Martin Davenport)
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