Erfahrungsbericht Freiwilligenarbeit China

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Linda - Chongming Island April-Mai 2012

Schule in Chongming

Meine Zeit in China in wenigen Worten zusammenzufassen, das ist wie den Anfang des Kreises zu bestimmen, schier unmöglich. Meine zehn Wochen in China, sie waren alles, was ich mir erhofft hatte und doch ganz anders als erwartet. Angekommen in Shanghai erwartete ich den Kulturschock meines Lebens, doch der blieb (vorerst) aus. Die Partnerorganisation hatte alles gut organisiert und in der Wohnung erwarteten mich vertraut westliche Gesichter.
Die Einführungswoche in Shanghai gab Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen, akklimatisieren und eingewöhnen, inklusive Mandarin-Unterricht und Stäbchengebrauch. So fühlte ich mich gut vorbereitet um eine Woche später zu meinem Placement aufzubrechen.
Ausgewählt hatte ich Chongming Island und die Arbeit an einer Secondary School. Eine Entscheidung, die ich jederzeit so wieder treffen würde. Obwohl die Insel noch zu Shanghai gehört, liegt sie zwei Stunden abseits der Metropole und das Leben hier könnte kaum unterschiedlicher sein.

Chongming River

Kein Englisch, keine Ausländer und kaum westliche Geschäfte – the real China vor Shanghais Haustür. Während die meisten Freiwilligen in Shanghai bleiben und dort oft der x-te Volunteer im Projekt sind, war ich die erste Freiwillige an der Shi Yan Middle School. Vielleicht auch deshalb haben sie alles getan, um mir die Zeit so angenehm wie möglich zu machen. Trotz der Kürze meines Aufenthalts fühlte ich mich einbezogen, willkommen und ernstgenommen. Emma, meine Betreuerin an der Schule, hatte die größte Geduld mir auch die letzte Frage über das chinesische Leben zu beantworten. Ich bin ihr unheimlich dankbar dafür.

Chongming Island ist Naturparadies und grüne Oase für die Shanghaier Stadtbevölkerung. Für mich war die Insel Rückzugsort vom hektischen Treiben in Shanghai, wo ich regelmäßig die Wochenenden mit anderen Freiwilligen verbrachte. Chongming, das bedeutete für mich saubere Luft, blauer Himmel, Spaziergänge am Yangtze und das Gefühl das echte China kennenzulernen, abseits westlicher Touristenrouten.

Eine meiner Klassen

Abseits aller Touristenrouten heißt aber auch fully immersed into Chinese culture. Und so kam er dann doch, der Kulturschock. Der Punkt, wo ich einfach mal nicht auffallen wollte, nicht jede Interaktion zur Anstrengung wird und eine Mahlzeit keinen Reis enthält. Doch auch diese Zeit ging vorbei und sie verblasst im Anbetracht der unglaublichen Erlebnisse, die ich hatte. Die chinesische Mauer besteigen, in Shanghais Clubs feiern, 19 Stunden im Nachtzug durch China reisen, die besten Buns Shanghais am Bund mit Blick auf die Skyline genießen, der stolze Moment, in dem man das erste Mandarin versteht oder das Gefühl, wenn am Ende von acht Wochen Unterricht die ganze Klasse „We’ll miss you“ ruft.

Volunteering in China, das sind zu viele Erlebnisse, um sie hier aufzuschreiben. Ich hoffe, die Zeilen, die es geworden sind, machen Lust auf China und auf Chongming.

In diesem Sinne viel Spaß bei eurem „China Adventure“.

 

Guilin
Shanghai bei Nacht
Chinesische Mauer
Yangtze River
Zaijan