Erfahrungsberichte Praktikanten bei ODI

Erfahrungsbericht Amelie 2013

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon. (Aurelius Augustinus)

Die verschiedenen Seiten unserer Welt kann man sowohl durch das Bereisen der Welt als auch durch den Austausch mit den Reisenden kennen- und verstehen lernen. Nachdem ich in den letzten Jahren schon einen Einblick in die Seiten der Reisenden erhalten habe, sollte sich nun ein Kapitel der ganz anderen Art und Weise aufschlagen: das Kennenlernen einer Austauschorganisation mitsamt engagiertem Team, welches jährlich viele Jugendliche bei ihrem Traum ins Ausland zu gehen unterstützt – ein Praktikum bei Open Door International (ODI) in Köln.

Die Ziele und Philosophie ODIs wie die Förderung des friedlichen Zusammenlebens der Völker durch den interkulturellen Jugendaustausch, sowie die gemeinnützige Arbeit eines Vereins mitsamt (im Vergleich zu anderen großen Austauschorganisationen) kleinem Team aus hauptamtlichen Mitarbeitern und vielen Ehrenamtlichen haben für mich persönlich den Reiz ausgemacht, mein Kapitel genau hier aufzuschlagen. Ganz nach dem Motto „Einblick in alle Bereiche“ wurde ich offen vom Team empfangen und mir, nach kurzer Einführung durch einen weiteren Praktikanten, Aufgaben in folgenden Bereichen zugeteilt: Übersetzungen, Layout-Arbeiten, Überarbeitung eines Handbuchs für Gastschüler innerhalb Deutschlands, Gestaltung von Power-Point-Präsentationen, Recherchen (z.B. zu verschiedenen Ländern) oder Publikationen zum Thema „Schüleraustausch“. Die tatkräftige Unterstützung aller Mitarbeiter bei ihren Projekten bestimmt das Arbeitsleben eines jeden Praktikanten bei ODI und somit trägt jeder seinen Teil dazu bei, dass „der Verein läuft“. Dabei haben wir Praktikanten u. a. auch Marketing- und Programmanwerbungsaktionen, wie zum Beispiel das Versenden von Broschüren und die Kontaktherstellung zu Schulen innerhalb Deutschlands, gestartet. Schon nach einigen Tagen erhielt ich einen guten Einblick über alle Bereiche, was sicherlich nicht zuletzt auch an der herausragenden Weihnachtsfeier zu Beginn meiner Praktikantenzeit lag. Outbound, Inbound, PPP-Programm – alles Begriffe, die mir zu Beginn noch undeutlich durch den Kopf geschwirrt sind, wurden mitsamt ihren dazugehörigen Personen, Tätigkeiten und Prozessen Schritt für Schritt deutlicher. Es wird nicht nur rund 130 Schülern aus Deutschland die einmalige Chance ermöglicht, über eines der zahlreichen Outbound-Programme ein Weltenbummler zu werden, sondern es kommen jährlich auch viele Gastschüler nach Deutschland. Junge Menschen aus Südamerika, Japan oder anderen Teilen dieser Erde finden durch das Leben in einer deutschen Gastfamilie eine neue Heimat: Durch den Einblick in die monatlichen Berichte seitens der Betreuer kann man wunderbar erkennen, wie sie sich in das Leben des Gastlandes von Monat zu Monat mehr integrieren, Höhen und Tiefen erleben und einmalige Erfahrungen sammeln. Es kann auch passieren, dass sich die Gastfamilie und der Austauschschüler aus verschiedensten Gründen trennen, was zu einer Menge Höhen und Tiefen im ODI-Büro selbst beigetragen hat.

Mit fortschreitender Zeit durfte ich sowohl Aufgaben im meinem Interessebereich, wie die Mitgestaltung einer neuen Kooperation mit Partnern in Lateinamerika unterstützen sowie Termine außerhalb des Büros wahrnehmen. Darunter ist zum Beispiel die Repräsentierung ODIs auf einer Messe oder bei einer Schulveranstaltung zu nennen. Besonders gefallen hat mir darüber hinaus in direkten Kontakt mit den Bewerbern für den kommenden Schüleraustausch zu treten; dies geschah unter anderem durch Interviews bei den Jugendlichen Zuhause, um sie besser kennenzulernen, da ODI der persönliche Kontakt und die Betreuung zu ihren Schützlingen sehr am Herzen liegt.

Drei Monate voller neuer Erfahrungen, umfassender Einblicke in die ODI-Welt, das Kennenlernen einer neuen Seite von Interkulturalität in einem tollen Team neigen sich dem Ende zu und ich werde sicherlich auf diese Zeit zurückblicken, und nicht nur meinen geliebten Aktenvernichter und die gute Espresso-Maschine samt Milchaufschäumer vermissen, sondern das gesamte ODI- Team. Peace, Love and Harmony…(P.S.: All die poetisch-angehauchten Worte, die in den Protokollen keinen Platz finden durften, sind in den letzten 600 Wörtern aus meinem Inneren herausgesprudelt).

Ansprechpartnerin Praktikum bei ODI