ODIler beim Obama-Besuch in Berlin

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ODI-Ehrenamtliche schildern ihre Eindrücke beim Besuch von Barack Obama in Berlin

Unsere ehrenamtlichen ODI-Betreuer Ute und Martin berichten von ihrer Teilnahme beim Besuch des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama am 19. Juni 2013 in Berlin.

Die Anreise 

Vorgegebenes “Sicherheitszelt“ Bahnhof Friedrichstrasse, Absperrgitter und erste Kontrolle von Einladung und Ausweis, am Zelteingang zweite Kontrolle, am Tresen weißes Schlüsselband mit Plastikkarte, durch einen Airport-Scanner, gut: erste Wasserbehälter vor dem Ausgang!

Der lange Marsch

Zum „Pariser Platz“ , langer Weg durch die Straßen bis „Unter den Linden, da spaziern die Mägdelein“, diesmal nicht, nur durchgescannte Gäste, ein Gang von Absperrgittern, Geschäfte geschlossen, links und rechts alle 50 m Polizei, aus ganz Deutschland, erkennbar am Uniformwappen, noch mal Sichtkontrolle, „ Schild bitte sichtbar tragen“, die Tribüne für das Volk links am Platz, gegenüber US-Embassy, 600 Schüler der J.F.Kennedy-Schule, unsere PPP – Teilnehmer sind präsent, VIP-Bereich vorne an der weit abgesperrten Panzerglas-Bühne, Grit (ODI-Beirat, gleichzeitig Vorsitzende des „Netzwerk Amerikahaus“), gelbes Schlüsselband , mit direktem Blick zur Bühne, Sitzplätze für die ganz wichtigen Gäste des Bundestages, rotes Schlüsselband.

Das Warten

V I E R  S T U N D E N … bei über 30 Grad …!!! Kein Baum, kein Strauch, kein Sonnenschutz am Pariser Platz, geduldige lange Schlangen an den Wasserbehältern, erstaunlich: keiner drängelte, die Toiletten hoch frequentiert, nasse Tücher an den Hals, im Ganzen alles ziemlich relaxed. Edgar Lampenscherf, unser neuer 1. Vereinsvorsitzende, er ist den Weg von Köln nach Berlin gefahren, geniesst mit uns die Sonne am Pariser Platz, Vorprogramm mit Soul-Sängerin mit Gast aus New Orleans, immer wieder Ansagen mit Aufforderung Wasser zu trinken, Imbiss-Schild : im Badge enthalten …. Bananen, mit Butter gefüllte Bretzeln, kleine Kalbfleisch-Bouletten, Kuchen, dann David Garret: spielt zuerst beide Hymnen, alle stehen auf, dann „born in the USA“ und andere Popmusik und Klassik, eine nahe Box wummert in vollem Sound, so langsam kommt Stimmung auf, dann endlich die Wagenkolonne auf der Monitorwand in Sicht, noch schnell Wasservorrat holen ….

Der Auftritt

Endlich …, 15.30 kommen sie zu dritt auf die Bühne: Präsident Obama, Bürgermeister Wowereit, Kanzlerin Merkel. Wowereit freut sich sehr, vorgestellt wird auch noch der „Rosinenbomber-Pilot“ Georg Halverson, er warf aus seinem Cockpit als Flieger während der Berlin-Blockade kleine Fallschirme mit Süssigkeiten für Kinder ab, dann Frau Merkel, sehr persönlich, „lieber Barack“, hat angeblich das beste Wetter ausgesucht, etwas langatmig, Obama will bei einer Pause schon aufstehen, Wowereit deutet ihm an „noch etwas Geduld“…. Dann aber, Obama geht zum Pult und zieht sich das Jacket aus, „unter Freunden kann es schon mal legerer zugehen“, das kommt gut an, der Grund ein anderer: der Teleprompter war gestört …, die Geste kam toll beim Publikum an.

Die Rede

Obama redet als erster US-Präsident auf der Ostseite des Brandenburger Tores, bezieht sich auf Kennedy, „ lasst sie nach Berlin kommen“, hier in Europa, hier in Berlin wurden die Mauern überwunden, hier sollen auch in Zukunft entscheidende Dinge passieren, Reduzierung der Nuklearwaffen ist wichtig, „peaceful justice“„Gleichstellung aller Gruppen“, begeisterter Beifall von Wowereit, Betonung des langjährigen, guten transatlantischen Verhältnisses, wirbt für eine Freihandelszone, zu hohe Erwartungen einer „historischen Rede“, im Ganzen ein Erlebnis, das sich so bald nicht wiederholen wird.