Erfahrungsbericht Argentinien: Anne 2010-2011

Das Austauschjahr hat für mich bedeudet ...

Für mich hat bedeutet bzw. bedeutet das Auslandsjahr gemacht zu haben wahrnsinnig viel. Ich habe unheimlich viel gelernt und das nicht nur im Bezug auf Sprache sondern auch im Bezug auf Menschen.

Der erste große Unterschied, der einem zwischen Argentinien und Deutschland auffällt, ist der Charakter der Personen. Als ich die ersten Wochen in der Schule kam, war ich immer von einer Unmenge von Leuten umgeben, die sich für mich interessierten und nicht müde wurden zu versuchen mich zu verstehen, was meiner Meinung nach in Deutschland nicht der Fall gewesen wäre. Mit der Zeit lernt man dann aber allerdings, wer seine wahren Freunde sind und welche es nur zu sein scheinen.

Mir ist aufgefallen, dass in Argentinien viel mehr scheint zu sein, als wirklich ist, zum Beispiel in der Schule habe ich gedacht, dass die Klassengemeinschaft tausend-mal besser ist als in Deutschland, weil alle sehr vereint erscheinen, wenn man dann aber mal genauer hinhört und sieht, fällt einem auf, dass das auch nicht immer die Wahrheit ist. Ich habe gelernt, die Personen, in die man wirklich vertrauen kann, mit Sorgfalt auszuwählen.

Außerdem habe ich, denke ich, auch gelernt mehr zu schätzen, was ich in Deutschlande habe und was in Argentinien nicht vorhanden ist, warum Deutschland ein „Erste Welt-Land“ ist und Argentinien manchmal noch als „Dritte Welt-Land“ bezeichnet wird.  Was mir sofort schon am ersten Tag aufgefallen war, sind die teilweise total kaputten mit Schlaglöchern versetzten Straßen, die auch nicht vom Staat repariert werden. Bei den Wahlen, bei denen eigentlich nur die Hauptstadt zählt und viel Bestechung herrscht, da es in der Hauptstadt sehr viele arme Leute gibt, wird diesen dann Geld für ihre Stimme geboten. Es gibt viele Arbeitslose, die keine Hilfe vom Staat erhalten, sondern ihrem Schicksal alleine überlassen werden.
Bankkredite, die man nur bekommt, wenn man ein gewissen Einkommen hat, aber man wenn man dieses hätte, den Kredit um zum Beispiel ein Haus zu bauen gar nicht beantragen müsste. Meine Familie zum Beispiel hat acht Jahre bei den Großeltern gewohnt um ihr Haus bauen zu können und sie haben es immer noch nicht ganz beendet! Die Frage des Geldes spielt in Argentinien eine unheimlich große Rolle, was sich in so einigen Aspekten des Lebens widerspiegelt, was mir erst jetzt so richtig bewusst wurde.
Ich finde es sehr bedenklich und traurig, dass einem so viele schöne Sachen, wie zum Beispiel weite Reisen, unmöglich bleiben, wenn man nicht das gewisse „Kleingeld“ hat, wie es hier der Fall ist.

Der Austausch hat mich durch die ganzen kleinen „Schwierigkeiten“, besser gesagt Herausforderungen, die man bewältigen muss, zu denen neben der Sprache natürlich auch die Anpassungsfähigkeit zählt, auf jeden Fall auch erwachsener und selbstbewusster gemacht.

Meine Erwartungen wurden von diesem Jahr nicht nur erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Ich bin sehr froh, dass ich mich dazu entschieden habe und bis zum Schluss durchgehalten habe, auch wenn es nicht immer ganz einfach war, aber nichts ist unmöglich.

Ansprechpartnerin Argentinien

Jana Droste

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