Ich weiß gar nicht mehr genau, wieso ich nach Tasmanien wollte, sondern nur, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war. Hamburg – Dubai – Singapur – Melbourne – Hobart; und wieder zurück. Vor dem Abflug in Deutschland war ich gar nicht so aufgeregt, es wurde mir dann erst wirklich im Flugzeug klar, dass ich die nächsten 6 Monate in einer anderen Familie, an einer neuen Schule und in einem für mich komplett neuen Land verbringen würde. Während der Reise passte immer eine Person auf, dass ich den Weg zu den Flugschaltern usw. fand und ich fühlte mich in sehr guten Händen. Als ich dann in Hobart am Flughafen ankam, war ich sehr müde und geschafft von der Reise, aber meine Gastfamilie wartete schon gleich am Gepäckband.

Der Empfang war sehr freundlich und wir fuhren dann auch gleich nach Hause, in den kleinen Vorort Kingston. Auf dem Weg zeigten sie mir einige wichtige Merkmale der Stadt. In meiner Gastfamilie habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Ich habe mich abends oft stundenlang mit ihnen unterhalten und das Leben dort war sehr angenehm und ich konnte mich dort wirklich wie zu Hause fühlen. Ich hatte zwei Gastschwestern, die auch sehr nett waren und während meines Aufenthalts lebten teilweise auch andere Austauschschüler aus Japan, Taiwan und China dort, mit denen ich mich auch immer gut verstand.

Nach meiner Ankunft blieben mir noch einige Tage, um mich an mein ‚neues Leben’ zu gewöhnen und mit meiner Gastschwester die Stadt zu erkunden, bevor es dann zur Schule ging. Nachdem ich rausgefunden hatte, welchen Schulbus ich nehmen musste und meine Schuluniform hatte, durfte ich auch schon Fächer wählen, eine Sache die mir aus Deutschland ziemlich unbekannt war. Die Schule in Australien ist relativ einfach und entspannt.
Es herrscht ein sehr gutes Verhältnis zwischen den Lehrern und den Schülern und man kann viele tolle Fächer wählen, wie z.B. Kochen, Catering, Wassersport, Kunst-
gestaltung etc. Meine Schule, die Taroona High School, hatte einen eigenen Strand und ein großzügiges Wald- und Küstengelände mit einer tollen inneren Ausstattung, man kann schon sagen sie ist eine Traumschule!
Ich musste min. 4 Fächer wählen (man hat 4 Stunden am Tag mit je 80-100 min, der Unterricht fängt um halb neun mit einer homegroup an und endet um 2:40 Uhr, wo man dann vom richtigen Schulbus abgeholt wird). Meine Wahl fiel neben den Pflichtfächern Englisch, Mathe und Naturwissenschaften (in meinem Falle Human Scienes) auf Multi Sports und Full-on Fitness, zwei tolle und auch anspruchsvolle Sportfächer. Ich konnte also jeden Tag in der Schule Sport machen, was mir sehr gut gefiel, da ich trotz meiner Abwesenheit in Deutschland weiterhin fit bleiben konnte :-) .

Die Menschen an der Taroona High School waren vom ersten Tag an total lieb und hilfsbereit und ich fand schnell sehr gute Freunde, gewöhnte mich an das Englischsprechen und fühlte mich immer besser. Häufig gab es assemblies (Versammlungen) oder Sportfeste, die immer Spaß machten und die generell gute Stimmung an der Schule wiederspiegelten. Am Ende des Jahres gab es dann den formal – den Abschlussball; eine tolle Veranstaltung zur Verabschiedung der 10. Klasse (in der ich war), mit Abschlussfotos, Tanz und Essen.

In den Ferien war ich mit meinem Gastvater und meinen Gastschwestern am Cradle Mountain, wo man die atemberaubende Wildnis Tasmaniens genießen kann. Tasmanien hat eine wunderschöne, unberührte Natur. Am Cradle Mountain gingen wir wandern in den Bergen mit hervorragender Aussicht über die Buttongrasswiesen und Seen und konnten Tiere wie Wallabies, Wombats, Pademelons und Echidnas beobachten. Es war eine wunderschöne Zeit!

Danach fuhr ich noch mit meiner besten Freundin und ihrer Familie auf eine Insel (Bruny Island) und wir gingen surfen und sahen sogar Delfine! Als es wärmer wurde, gingen wir auch öfters an den Wochenende surfen, das hat so viel Spaß gemacht!

In meiner Freizeit war ich meistens mit meinen Freunden in Hobart unterwegs (shoppen in der Mall, bummeln über die Salamanca Markets, plaudern und Kuchen genießen in kleinen Cafés oder auch einfach am Hafen sitzen). Die Zeit dort ging wie im Fluge vorbei und ich hatte auch kein starkes Heimweh. Mit meiner Familie und meinen Freunden blieb ich über Skype in Kontakt, aber auch nicht zu intensiv, da ich mich ja wirklich dort einleben wollte, was auch geklappt hat.

Nach ein paar Monaten fing ich dann schon an, auf Englisch zu denken und zu träumen und die Kommunikation fiel mir leicht. Der Abschied fiel mir unheimlich schwer, viele meiner Freunde begleiteten mich bis zum Flugzeug und es machte mich sehr traurig, sie und Tasmanien jetzt schon wieder zu verlassen, wo ich doch im Prinzip grade erst angekommen war. Auf dem Rückflug flossen viele Tränen, aber ich bleibe immer noch in Kontakt mit meinen Freunden dort, was die Distanz erleichtert.

Ich wünschte, ich könnte wieder nach Tasmanien zurück. Auch wenn ich mich in Deutschland wieder prima einleben konnte, wird diese Zeit overseas einfach eine ganz besondere und wunderwunderschöne Zeit meines Lebens bleiben, an die ich mich ewig zurückerinnern werde. Ich war dort so glücklich und der gesamte spirit Tasmaniens hat mich einfach total begeistert. Tasmanien ist für mich wirklich so etwas wie meine zweite Heimat geworden. Ich vermisse mein Leben dort jetzt schon sehr und ich hoffe, ich kann bald wieder dorthin, z.B. in den Ferien, um meine Freunde und Tasmanien an sich wiederzusehen.

Ansprechpartnerin Australien

Gaby Kühn

Tel.: 0221-60 60 855-14

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