Erfahrungsbericht Chile: Jan Lukas 2015-2016

Mein „Abenteuer Chile“ begann im Juli 2015 mit dem Abflug am Frankfurter Flughafen. 16 Stunden später und 12.000 Kilometer von zuhause entfernt landete ich im „winterlichen“ Santiago.  Die ersten Tage waren nicht einfach. Obwohl ich schon Grundkenntnisse in Spanisch hatte waren diese für den Alltagsgebrauch nicht ausreichend. Auch war es deshalb anfangs schwer neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Dank der warmherzigen Menschen und des offenen chilenischen Charakters änderte sich dies schnell und nach kurzer Zeit konnte ich mich schon gut unterhalten. Mit der Zeit sprach ich nicht mehr nur Spanisch sondern „echtes“ Chilenisch.

Meine Gastfamilie

Meine Gastfamilie bestand aus meinen Gasteltern, meiner älteren Schwester Rocio und deren Großeltern. Im weiteren Sinne gehörten dazu viele Onkel und Tanten, sowie Cousins und Neffen. Wir lebten in einem Haus in Quilicura, im Norden Santiagos.

Meine Schule

Meine Schule lag nur wenige Fußminuten entfernt. Das gab mir die Möglichkeit, mich oft mit Freunden zu treffen und mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren. Der Schulalltag begann um 8:00 und dauerte an „kurzen“ Tagen bis 15:00 und an „langen“ Tagen bis 17:30. Das „Liceo“ ist die Oberstufenschule in Chile und umfasst die letzten vier Jahrgänge von der 9. Bis zur 12. Klasse. Mit insgesamt circa 350 Schülern war  meine Schule relativ klein,  daher kannte sich somit fast jeder.  Zwar gab es eine Schuluniform, dennoch wurden ich und eine andere deutsche Austauschschülerin auf den ersten Blick bemerkt und alle wollten uns kennenlernen.

Kultur Austausch

Natürlich geht es bei einem solchen Auslandsjahr insbesondere um den Austausch zweier Kulturen und somit brachte ich meiner Familie und meinen Freunden auch viel über Deutschland bei. Am 18. September feierten wir den chilenischen Unabhängigkeitstag der mit einem großen dreitägigen Fest verbunden ist. Dort isst man „Empanadas“ und tanzt „Cueca“. Die chilenische Küche ist sehr vielfältig und es ist garantiert für jeden etwas dabei. Auch das tragen der traditionellen Tracht gehört an diesen Tagen dazu.

Andere Feiertage, wie z.B. Weihnachten und Silvester unterscheiden sich, ausgenommen von den Temperaturen, nicht wesentlich.
Die Sommerferien, welche in Chile im Dezember beginnen und bis Ende Februar gehen, bieten viel Zeit für Reisen und Treffen mit Freunden.Außer der Klassenfahrt nach Pucón, welche im Süden Chiles liegt, fuhr ich mit meiner Gastfamilie mehrmals ans Meer und im südlichen Teil des Landes.

Meine Kontaktpersonen und Ausflüge

Ganz besonders prägten Jana und Victor, meine Kontaktpersonen der Partnerorganisation von ODI in Chile, Flecha Extrema, die Zeit die ich in Chile verbrachte. 

Sie halfen mir nicht nur dabei meine Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern ermöglichten es mir, zahlreiche Ausflüge zu unternehmen. Abgesehen von Wanderungen in die Anden, Reittouren durch die Berge, Rockclimbing und anderen Aktivitäten, bereisten wir nahezu das ganze Land. Zu meinen persönlichen Highlights gehörten zwei unvergessliche Fahrten in die Atacama Wüste und nach Bolivien. Dort besichtigten wir u.a. das Tal „Valle de la Luna“ und den „Salar de Uyuni“. Erst dort wurde mir klar, wie groß Chile doch ist und wie stark es sich von Deutschland unterscheidet.

Eine echte Herausforderung war die Besteigung des „Plomo“, einem 5.400 Meter hohen Berg in den Anden, nördlich von Santiago. Zusammen mit Victor und meinem deutschen Kumpel Leon bereiteten wir uns über einige Wochen darauf vor.  Den Gipfel nach einer 3-tägigen Tour zu erreichen war ein unglaubliches Gefühl!

Meine letzte große Reise war die Zeit auf den Osterinseln. Als wir nach fast sechs Stunden Flug ankamen, bot sich uns ein eindrucksvoller Anblick. Nicht nur schienen die weltbekannten „Moais“ wie von einem anderen Planeten, sondern auch die Natur unterschied sich sehr stark vom Festland. Hier wuchsen Bananenstauden und Kokosnusspalmen. Ich fühlte mich wie in der Karibik. Ausflüge zu den Vulkanen und den zahlreichen Ansammlungen der riesigen Steinskulpturen gehörten ebenso zu dem 5-tägigen Programm, wie der Besuch der traumhaften Sandstrände und beeindruckenden Höhlen.

Nach der Rückkehr

Nach der Rückkehr blieben mir nur noch wenige Wochen mit meiner Familie und meinen Freunden und ich reflektierte, was ich im vergangenen Jahr erlebt hatte.

Nicht nur habe ich viele spannenden Erfahrungen gemacht und neue Menschen, sowie die Kultur und das Land Chile kennengelernt, sondern mich auch verändert und weiterentwickelt. 

Rückblickend bin ich sehr froh, nach Chile gegangen zu sein und das schönste Jahr meines Lebens verbracht zu haben.

 

Liebe Grüße

Jan Lukas

Ansprechpartnerin Chile

Jana Droste

Tel.: 0221-60 60 855-22

jana@opendoorinternational.de