ODI: Warum hast du dich für ein Jahr in Chile entschieden?
Nico: Chile ist für die meisten ein völlig unbekanntes Land, nur wenige haben auch nur eine ungefähre Vorstellung von ihm – ein Punkt der mich besonders gereizt hat! Tatsächlich ist Chile auch mir erst über die Homepage von ODI ins Auge gefallen und nachdem ich mich im Internet etwas genauer über das Land informiert hatte, stand mein Entschluss fest. Die Idee, ein Jahr in einer pulsierenden Metropole wie Santiago de Chile (wo die Austauschschüler üblicherweise platziert werden) in nächster Nähe zu so wunderschönen Landschaften wie den Anden oder der Pazifikküste zu leben, hatte es mir angetan. Ein weiterer Pluspunkt: Ich konnte vor Ort eine ganz neue Sprache lernen.


ODI: Wie ist dein Aufenthalt verlaufen?
Nico: Ich habe das ganze Jahr in derselben Gastfamilie verbracht, weil ich mich dort von Anfang an stets wohl gefühlt habe. Mich an den Alltag meiner chilenischen Familie zu gewöhnen ist mir gar nicht schwer gefallen. Die Schule habe ich jedoch nach einem Halbjahr gewechselt und konnte so zwei völlig unterschiedliche colegios kennen lernen, an denen ich jeweils ganz eigene Erfahrungen gemacht habe. Dank der langen Sommerferien (üblicherweise von Weihnachten bis Ende Februar / Anfang März) und der recht günstigen Preise für Flüge und Hotels, ergaben sich für mich viele Möglichkeiten zu reisen und das Land mit all seinen Facetten zu erkunden. Und als es dann am schönsten war, musste ich auch schon gehen und mich schweren Herzens von den vielen Freunden, die ich gefunden hatte, verabschieden.

 

ODI: Was hat dir besonders gut gefallen? Was war nicht so gut?
Nico: Das Highlight waren ohne Frage die Freundschaften, die ich in Chile geknüpft habe, die gemeinsamen Unternehmungen, Partys und auch die Pausen auf dem Schulhof, aber auch die unglaubliche Vielfalt des Landes, die ich in meinen Reisen selbst erleben konnte. Auf all das blicke ich heute mit einem Lächeln zurück.
Ein Minuspunkt ist für mich, dass auf meine blonden Haare und blauen Augen mitunter ablehnend reagiert wurde. Auch die Sauberkeit auf den Straßen (nicht jedoch in den Häusern!) lässt manchmal zu wünschen übrig.

 

ODI: Konntest du schon vorher Spanisch? Und wie kamst du am Anfang sprachlich klar?
Nico: Ich hatte mich schon vorher ein bisschen intensiver mit der spanischen Grammatik auseinandergesetzt, um nicht ganz unvorbereitet anzukommen und ich denke, das hat mir auch ein wenig geholfen, auch wenn von einer fließenden Konversation keine Rede sein kann – die ersten Tage haben wir uns wirklich mit Händen und Füßen verständigt und zusätzlich hatte ich das Glück, in meiner Gastfamilie gleich zwei der wenigen Chilenen zu haben, die Englisch konnten. Aber bereits nach einigen Monaten war das alles nicht mehr nötig und erst recht nach einem Jahr kann ich sagen, dass Spanisch meine zweite Muttersprache geworden ist. Ich ertappe mich noch heute immer wieder, wie ich auf Spanisch denke :-)

 

ODI: Wie würdest du Chile und die Chilenen kurz und knapp charakterisieren? Was ist typisch chilenisch?
Nico: Chilenen sind enorm nationalistisch, was für uns anfangs befremdlich wirkt. Gleichzeitig sind die meisten von ihnen aber auch sehr interessiert an Deutschland und Europa. Als typische Latinos sind sie natürlich auch etwas gelassener, was je nach Situation eine sympathische Relaxtheit bedeutet, immer wieder aber musste ich auch über allzu sorgloses Handeln den Kopf schütteln.


ODI: Hast du vor, nochmal nach Chile zu reisen?
Nico: Kurz und knapp: Auf jeden Fall!

 

ODI: Hast du dich von ODI gut betreut gefühlt?
Nico: Die Betreuung durch ODI war stets persönlich und direkt. Es gab immer jemanden, an den man sich wenden konnte und den man auch persönlich kannte, was ich sehr wichtig finde. Von daher kann ich ODI als Organisation nur empfehlen.


ODI:
Vielen Dank!