Ein halbes Jahr alleine nach Frankreich – und das mit 16: von dieser Vorstellung waren meine Eltern zunächst gar nicht begeistert. Aber genau das hatte ich mir in den Kopf gesetzt und so ging es für mich im Januar los. Die Zugfahrt kam mir vor wie eine Ewigkeit und ich war so gespannt darauf, meine neue „ Familie auf Zeit“ kennen zu lernen. Sie holten mich auch direkt am Bahnhof ab, zeigten mir das Haus und die ganze Verwandtschaft auf Bildern. Die anfängliche Begeisterung nahm aber leider direkt am nächsten Tag schon ab, denn ich hatte Heimweh und meine Gastfamilie schien sich kaum mehr für mich zu interessieren, gerade meiner Gastschwester schien ich ganz egal zu sein. Ich fühlte mich dort überhaupt nicht wohl und nach wenigen Wochen habe ich dann die Gastfamilie gewechselt. Gelandet bin ich in Compiègne, einer kleinen Stadt im Norden von Paris – und bei meiner super neuen Familie, bei der ich die nächsten Monate das typische Großfamilienleben kennen lernen sollte. Meine Gasteltern hatten vier Kinder, alle jünger als ich, mit denen ich mich sofort gut verstanden habe, und auch das Verhältnis zu meinen Gasteltern war richtig gut! Nur an den Tagesablauf musste ich mich erst gewöhnen, denn in Frankreich hat man von morgens 8:00 Uhr bis abends ca. 17:30 Uhr Schule – und danach noch Hausaufgaben. Am Anfang war ich dadurch ganz schön gestresst! Aber daran gewöhnt man sich recht schnell und außerdem hat die ganze Sache auch etwas Gutes: man ist fast den ganzen Tag mit seinen Freunden zusammen, die man übrigens recht schnell findet – die meisten Franzosen sind sehr offen und neugierig. Wenn ich dann doch einmal keine Schule hatte, war ich sehr viel mit meiner Gastfamilie zusammen, wir haben einiges zusammen unternommen. Aber da ich ja „gerade neben“ Paris war, habe ich auch dort einige Wochenenden mit Freunden verbracht – total klasse diese Stadt! Ja, und irgendwann waren auch knapp 6 Monate dann rum und ich musste mein Leben in der Großfamilie gegen das als Einzelkind wieder eintauschen. Der Abschied war ziemlich traurig, denn ich hatte mich in meiner neuen Heimat eingelebt und wollte gar nicht mehr zurück! Aber es war dann doch schön, meine „richtige“ Familie und meine Freunde wieder zu sehen.

Das ganze Abenteuer Frankreich war schon eine richtig tolle Sache, die ich auf jeden Fall wieder machen würde. Ich glaube, man verändert sich ganz schön: nicht nur vom Gewicht her, sondern man wird auf jeden Fall selbstständiger und sieht einige Dinge mit ganz anderen Augen.

Ansprechpartnerin Frankreich

Jana Droste

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