Frankreich – da denkt man ja automatisch an Paris, oder? Dass Frankreich aber viel facettenreicher ist, als teure Markengeschäfte, die weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder Notre Dame und Croissants, das habe ich während meines 3-monatigen Aufenthalts in Toulouse, im Südwesten von Frankreich, erlebt.

Dank ODI und der tatkräftigen und finanziellen Unterstützung meiner Eltern (an dieser Stelle vielen lieben Dank dafür), konnte ich im März diesen Jahres meinen Traum, mich unter Franzosen zu mischen, wahrmachen und in der Nähe der viertgrößten Stadt Frankreichs drei Monate bei einer von CEI ausgesuchten Gastfamilie verbringen.

Nachdem ich an Weihnachten die Kontaktdaten meiner Gastfamilie erhalten hatte, begann ich sofort, mit meiner Gastmutter E-Mails zu schreiben, um meine französische Familie kennenzulernen. Auf diesem Weg erfuhr ich von meiner gleichaltrigen Gastschwester Mathilde und deren zwei Geschwistern, die aber schon ausgezogen sind und momentan studieren. Außerdem erhielt ich zahlreiche Bilder von den zwei Katzen meiner Gastfamilie. :)

Mit Beginn der Kontaktaufnahme freute ich mich einerseits noch mehr als davor, dass mein Austausch jetzt in greifbare Nähe gerückt war, andererseits hatte es auch etwas sehr Verbindliches an sich und ich merkte, dass es von dem Zeitpunkt an kein Zurück mehr geben würde… das verursachte bei mir das ein oder andere Magengrummeln und Überlegungen wie „Was mache ich, wenn …“
Auch im Zug, in dem ich auf der Hinfahrt bei 12 Stunden Fahrzeit ja mehr als genug Zeit zum Überlegen hatte, bezweifelte ich, ob meine Entscheidung, nach Frankreich zu gehen, die richtige Entscheidung war…

Dass es sich aber auf jeden Fall gelohnt hatte, dorthin zu fahren, habe ich schnell gemerkt. Da es schwierig ist, drei Monate nachzuerzählen, werde ich ein bisschen über meine schönsten Erlebnisse in Toulouse und darüber, was ich, zurückgekommen nach Deutschland, vermisse, erzählen:

1.

Mir persönlich hat meine Ankunft in Frankreich sehr gut gefallen, auch wenn sie nicht so ablief, wie es geplant war. Meine Gastmutter konnte mich nämlich nicht vom Bahnhof abholen, weil ihr Auto auf der Fahrt dorthin stehen geblieben war. Also organisierte sie, dass eine ihrer Freundinnen mich abholen und zu sich nach Hause bringen würde. Schon in dieser kurzen Zeit durfte ich die Gastfreundlichkeit der Franzosen genießen, ihre Offenheit, ihre Rücksichtnahme, nicht zu schnell zu sprechen und mir alles zu erklären, und ihr Interesse an mir bzw. einer fremden Kultur.


Nachdem der erste Tag für mich in der neuen Schule, am Lycée in Blagnac, ziemlich schrecklich war und ich mich fehl am Platz und alleine gefühlt habe, hat sich das Blatt zum Glück um 180° gewendet: Ich habe Freunde gefunden, mit denen ich mich auch regelmäßig in den Ferien oder am Wochenende getroffen habe, ich habe den Unterricht immer besser verstanden und konnte deswegen sogar Klausuren mitschreiben – außer in Französisch, da habe ich mich meistens auf Einleitung und Schluss konzentriert :), ich durfte mit zu Ausflügen und konnte mich insgesamt sehr gut integrieren.

2.

Ein Highlight für mich waren die Strandausflüge an den Wochenenden. In den drei Monaten meines Aufenthalts war ich insgesamt vier bis fünf Mal am Meer. Da in meiner Umgebung zu Hause leider nur das Steinerne Meer liegt, war diese Erfahrung total neu für mich, aber ich muss sagen – ich könnte mich dran gewöhnen! Meistens sind wir vormittags losgefahren, haben dann an der Strandpromenade zu Mittag gegessen und uns dann in die Sonne gelegt; am Ende meines Aufenthalts meinten sogar die Franzosen, dass ich im Bräunen deutliche Fortschritte gemacht hätte und sehr „bronzée“ aussehen würde!

3.

Was mir auch total Spaß gemacht hat, waren die Streifzüge durch Toulouse mit meinen Freunden oder auch meiner Gastfamilie. Ob shoppen, ratschen, bummeln, südländische Architektur bewundern oder einfach nur Eis essen gehen – in Toulouse kann man einfach alles machen! Im Gegensatz zu der sehr ländlichen Gegend, in der ich derzeit zu Hause bin.

4.

Eine ganz besondere Erfahrung war für mich auch, dass ich mit meinen Gastgeschwistern und meiner Gastmutter – mein Gastvater konnte leider krankheitsbedingt nicht mitkommen – ein Wochenende lang in den Urlaub fahren durfte. Zusammen mit befreundeten Familien wurde ein riesiges Haus südlich von Bordeaux und direkt am Atlantik, gemietet. Dort habe ich ganz unterschiedliche Franzosen kennengelernt, verstreut über ganz Frankreich und Belgien, die mir viel erzählt haben und mir auch beispielsweise beigebracht haben, wie man „richtig“ Karten spielt in Frankreich.

Allen, die sich bis zum Ende meines Berichts „gequält“ haben und die vorhaben, ins Ausland zu gehen, möchte ich sagen, dass es sich auf jeden Fall rentiert, sich die Mühe zu machen und den seitenlangen Bewerbungsbogen auszufüllen. :) Auch wenn ganz bestimmt nicht alles an Deinem Aufenthalt perfekt und nach Plan verläuft, hat man am Ende wahnsinnig viele neue Erfahrungen gemacht, bei denen man immer, wenn man daran denkt, schmunzeln muss - bei mir sind das z.B. die endlosen Diskusionen mit meinem Gastvater über Politik und Fußball, die mich in Frankreich teilweise an den Rand der Verzweiflung getrieben haben…! :)
Ich würde richtig gerne, wenn ich die Gelegenheit dazu haben sollte, nochmal ins Ausland gehen – no risk, no fun! 

 

 

Ansprechpartnerin Frankreich

Jana Droste

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