Bonjour aus Frankreich!

Mein Name ist Lena, ich bin 17 Jahre alt und für 10 Monate mit Open Door International e.V. in Frankreich bei einer Gastfamilie untergebracht. Meine Gastfamilie wohnt im Süden von Frankreich, genauer gesagt in der Provence und mit ihnen verstehe ich mich super und ich bin sehr froh dort zu sein.

Zuerst war ich auch komplett davon überzeugt, in die USA zu gehen – auf eine High-School, wie man sie immer in Filmen sieht, in das Land von dem so viele schwärmen und wo das Leben als Traum bezeichnet wird. Ich muss zugeben, das war ganz am Anfang und ich habe mir nicht wirklich viele Gedanken darüber gemacht, wo ich hin gehen möchte und dazu kam, dass ich nie darüber nachgedacht habe, das man ein Auslandsjahr ja auch in anderen Ländern verbringen kann. Letztendlich habe ich mich nochmal mit meinen Eltern zusammengesetzt und wir haben uns wirklich mit dem Thema beschäftigt und alle Möglichkeiten durchgesprochen. Schließlich habe ich mich entschieden nach Frankreich zu gehen, da ich schon oft mit meinen Eltern hier im Urlaub war und ich dieses Land super schön finde! Außerdem war für mich die Vorstellung, später eine komplett neue und vor allem schwierige Sprache sprechen zu können, echt unglaublich cool!

In den Weihnachtsferien habe ich meine Unterlagen los geschickt und dann ging das Warten los! ich dachte immer "Lena, mach dir keinen Stress, du hast noch Zeit. Ein halbes Jahr, das ist noch total lange!" ...doch Pustekuchen!  Zwischen den ganzen Abschieden musste ich dann anfangen zu überlegen, was ich meiner Gastfamilie schenken möchte, was ich an Klamotten mitnehmen möchte und dann wie das alles in den Koffer passen soll! Doch auch das war nicht alles, denn die Zeit ist wirklich so schnell vorbei gegangen: Ich habe probiert so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen und auf keinen Fall, auch nur einen kleinen Streit anfangen! Die ganzen Sommerferien über kam immer wieder jemand von dem ich mich verabschieden musste und mein großer Traum rückte immer näher Dann kam die letzte Woche. Es gab viele Tränen und wir haben alle viel zusammen gemacht. Doch eins kann ich jetzt schon mal sagen: Die Vorstellung, sich 10 Monate nicht zusehen ist viel schlimmer, als es letztendlich ist. Am Morgen des Abreisetages als wir dann vor den Sicherheitskontrollen standen, wurde es noch einmal richtig emotional.

Doch dann ging das Abenteuer los!

Am Terminal des Flughafens war erst einmal etwas verwirrt, weil ich niemanden von meiner Gastfamilie gesehen habe, doch nach kurzer Zeit habe ich meinen großen Gastbruder gefunden oder besser gesagt er mich. Denn auf den Fotos, die ich gesehen habe, hatte er immer recht lange Haare, doch die hatte er nicht mehr als er mich in Empfang genommen hat. Danach bin ich auf meinen kleinen Gastbruder und meinen Gastvater getroffen und sie haben mich gleich mit einem „Bisou“ begrüßt (das bekannte Küsschen rechts, links, rechts auf die Wange). Doch ich war auch da wieder sehr verwirrt, denn ich habe gar nicht mehr daran gedacht, dass sie sich hier so begrüßen und es ist von Region zu Region unterschiedlich, wie viele Küsschen man sich gibt. So schlimm war es aber nicht und ich denke es gehört auch dazu, in kleine Fettnäpfchen zu treten! Nach 45 Minuten Autofahrt habe ich meine Gastmutter, meine große Gastschwester, ihren Mann und ihre Kinder kennengelernt und habe mit meinem gebrochenen Französisch versucht, ihre Fragen zu beantworten. Sie waren alle sehr lieb zu mir, haben mir mein Zimmer und das Haus gezeigt und sehr viel Geduld bewiesen.

In meiner deutschen Schule wurde mir oft gesagt, dass ich recht gut französisch sprechen kann. Deswegen war ich, als ich ankam, am Boden zerstört, als ich nichts verstanden habe. Doch als ich mit anderen Austauschschülern über dieses Problem gesprochen habe, haben sie mir versichert, dass es bei ihnen nicht anders sei. Wenn man eine Sprache in der Schule lernt, ist das nicht damit zu vergleichen, wie es letztendlich in dem Land oder in einer Familie sein wird. Denn sie reden total schnell, benutzten Redewendungen und auch viele Wörter, die man so noch nie im Unterricht hatte. Deswegen ist es total normal, nichts zu verstehen und es ist umso schöner dann zu sehen, wenn man anfängt einiges zu verstehen!

In der Schule

Der Erste Tag oder die ersten zwei Wochen sind wirklich sehr schwer, aber danach geht es Berg auf! Anfangs habe ich mich alleine gefühlt, habe mit meinen Eltern telefoniert und ihnen gesagt, dass ich es nicht schaffe hier zu bleiben. Doch sie haben mir immer gut zu geredet und mich aufs Neue motiviert!

Auf dem Weg zur Schule habe ich es irgendwie geschafft, den richtigen Bus zu nehmen, habe mir einen Platz gesucht und meine Mutter angerufen. In dieser Zeit hat sie mir immer total geholfen – sie hat mich weiter motiviert und auch wenn ich gesagt habe, dass ich nachhause wollte, hätte sie nie gesagt „ok, komm nachhause“, sondern sie war für mich da und hat mich einfach aufgebaut. Mein erster richtiger Schultag verlief ganz gut. Als ich meine Klasse gefunden habe, musste ich mir einen Platz suchen. In der zweiten Reihe neben einem Mädchen war noch einer frei und danach habe ich mich dem Mädchen vorgestellt. Sie und ihre beste Freundin, haben sich total lieb um mich gekümmert. So verging der Tag ganz schnell und ich war gar nicht so traurig, auch wenn ich kein Wort verstanden habe, was die Lehrer erzählt haben. Am zweiten Schultag habe ich dann mitbekommen, dass in meiner Klasse noch ein Mädchen aus den USA ist, die genau so wenig Französisch kann wie ich, es aber auch gerne lernen möchte und so war ich nicht die einzige, die nichts verstanden hat.

In Frankreich ist das Schulsystem anders als in Deutschland, es dauert lange, das alles einzeln zu erklären, aber ein paar Dinge sind doch sehr wichtig zu wissen. Zum Beispiel, fängt die Schule manchmal schon um acht Uhr an und endet manchmal erst um 17:30 Uhr, und die Schulstunden dauern statt 45, 55 Minuten. Es war sehr ungewohnt für mich, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Ich habe sehr schnell einen Alltag gefunden, doch ich hatte trotzdem immer viel Heimweh und habe bestimmt auch einmal zu viel mit meinen Eltern oder meinem Freund telefoniert. Auch wenn ich weiß, dass man nicht zu oft telefonieren sollte, hilft es mir manchmal kurz mit meinen Eltern zu telefonieren. Für mich heißt es nicht, dass ich so weniger erlebe, doch es hilft mir in dem Moment und so bin ich danach wieder gut drauf und auch motivierter etwas zu unternehmen.

Nach dem doch sehr schweren Anfang, womit ich gar nicht so gerechnet habe bevor ich hier war, hat sich alles sehr gut entwickelt. Mit der Zeit habe ich immer mehr verstanden. Als ich dann erstmal einen richtigen Alltag hatte, war das Heimweh nicht mehr so groß, ich habe mich sehr gut eingelebt und war durch die Schule auch etwas abgelenkt.

Wiedersehen in Paris

Erst einmal stand die Reise während der Herbstferien mit CEI nach Paris an, wo ich auch einige deutsche Austauschschüler wiedergetroffen habe, worauf ich mich riesig gefreut habe. Für mich war es sehr gut, da ich etwas hatte, auf das ich mich freuen konnte und so war es auch bald schon so weit, dass ich den TGV Richtung Paris genommen habe. Es tat sehr gut, endlich mal wieder über alles reden zu können und jemanden richtig in den Arm zu nehmen. (Hier geben sie sich nur Küsschen und umarmen sich nie, das fehlt mir sehr!) Die Reise verlief sehr gut, wir haben viel gesehen. Auch wenn es manchmal etwas chaotisch war, da wir um die 40 Teilnehmer waren, war es sehr schön auch Austauschschüler aus anderen Ländern kennenzulernen. Nach den drei Nächten fiel es mir sehr schwer, wieder alleine nachhause zu fahren und die anderen nicht mehr zu sehen. Außerdem hat es mir sehr geholfen, mit anderen Austauschschülern zu sprechen, da man weiß, dass sie genau das gleiche durchmachen und man sich so den ein oder anderen Tipp holen kann, wie sie mit den Problemen umgehen..

Weihnachten und Silvester

Dann kam auch schon die Weihnachtszeit. Kurz vorher hatte ich Geburtstag, wo ich nochmal eine Art Rückfall hatte. Denn es war sehr schwer für mich zu realisieren, an meinem Geburtstag nicht bei meinen Eltern und meinen Freunden zu sein. Aber meine Gastfamilie war sehr lieb zu mir und so ließ es sich alles „ertragen“.
Hier werden oft die Geschenke erst am 25. Dezember ausgepackt, deswegen haben wir dann auch am 25. Dezember erst das richtige Weihnachtsessen gehabt. Doch während der Weihnachtstage, habe ich nicht sehr viel Heimweh gehabt, was glaube ich unter anderem auch daran lag, dass es sich gar nicht angefühlt hat, wie Weihnachten. Denn das Wetter war viel zu schön, ich war es zwar gewöhnt, dass man nicht immer weiße Weihnachten hat, aber hier war es richtig warm. Die Weihnachtsfeiertage vergingen recht schnell, aber es war trotzdem sehr gemütlich.

Zu Silvester war ich bei einer Klassenkameradin eingeladen, wo auch noch einige andere aus meiner Klasse und einige von ihren Freunden waren. Wir hatten einen super schönen Abend und haben viel getanzt und gelacht. Dann ging es auch schon DIX, NEUF, HUIT, SEPT, SIX, CINQ, QUATRE, TROIS, DEUX, UN -  BONNE ANNÉE!

Zum Abschluss...

Mit meiner Gastfamilie verstehe ich mich sehr gut, sie unterstützen mich sehr und sind immer für mich da. Sie zeigen mir viel von der französischen Kultur und haben mir auch sehr geholfen, die Sprache zu lernen. Außerdem träume ich öfters auf Französisch und eine Freundin hat mir gesagt, dass ich nachts auf Französisch geredet habe. Es ist sehr spannend, so eine Erfahrung zu machen und ich bin sehr dankbar hier zu sein!

Abschließend kann man sagen, ein Auslandsjahr kann einem sehr viel helfen. Eigentlich in allen Ansichten, ich bin seitdem ich hier bin viel selbstsicherer geworden. Also einfach Sachen, über die Abschließend kann man sagen, ein Auslandsjahr kann einem sehr viel helfen. Eigentlich in allen Ansichten – seitdem ich hier bin, bin ich viel selbstsicherer geworden. Also einfach Sachen, über die sich Jugendliche oft Gedanken machen, beispielsweise auch, was andere über einen denken, beschäftigen mich nicht mehr. Alle probieren mir zu helfen, sind sehr interessiert an meinem Leben in Deutschland und stehen mir immer zur Seite. Zudem lernt man sein Zuhause, seine Eltern, seine Freunde und auch sein Land noch viel mehr zu schätzen. Ich habe ein zweites zuhause gefunden, Menschen zu denen ich immer wieder kommen kann und mit denen ich eine geniale Zeit verbracht habe.

Wenn ich nochmal die Möglichkeit hätte, das alles hier zu erleben würde ich es immer wieder machen und jedem der mit dem Gedanken spielt, die Frage mit „Ja, mach es“ beantworten!

Viele „Bisous“ nach Deutschland
Lena

Ansprechpartnerin Frankreich

Jana Droste

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