Meine Zeit am Boston College, Peter Pain Performance Center

Zu Hause gab es eine große Abschiedsparty im Garten, alle kamen, es war toll, ich freute mich, es ging nun endlich los. Also ab zum Flughafen und dann: „Tschüss!“ Auf zum Boston College, wo ich ein Jahr im Peter Pain Performance Center (PPPC) alles zu meinem Lieblingsthema Sport lernen durfte. 


Im Peter Pain war ich der einzige ausländische Schüler oder Student wie man in UK sagt. Zunächst wusste das niemand und keiner sprach etwas langsamer für mich. Der Bostoner Akzent hat das Verständnis auch nicht gerade erleichtert. Ich hatte keine Wahl. Irgendwann war es mir einfach zu dumm ihren Redefluss mit „what…“ zu unterbrechen. Also musste mein Hörverständnis eben besser werden.

„Anatomy“, „Physiology“, „Nutrition“, „Fitness Training“, „Fitness Testing“ und „Exercise, Health and Lifestyle“ waren die Kurse, die ich besuchte. Wir lernten viel über das Herz-Kreislaufsystem, das Immunsystem oder das Verdauungssystem, über Stress und Angst und wie sie Leistungen beeinflussen und wir stellten Fitness- oder Ernährungspläne auf. In „Practical Sport“ lernten wir Fußball und Handball. Natürlich hatte ich auch Englischunterricht, aber am meisten Englisch lernte ich durch meine Freunde und durch die „Assignments“ (Hausarbeiten), die in jedem Fach zu schreiben waren.

Da ich schon vorher recht ordentlich Fußball spielte, war ich schnell im Boston College Team als Stammspieler aufgenommen. In diesem Team spielten nicht nur Studenten, sondern auch unsere Tutoren. Mit dem Team, das sich gerade erst formiert hatte, konnten wir gleich in der ersten Saison ungeschlagen den Liga-Titel in Lincolnshire gewinnen. Das Spielen in diesem Team hat mich gut vernetzt und ich habe viele englische Freunde gewonnen.

Ich habe für meinen Aufenthalt eine Gastfamilie gewählt und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Meine Gastmutter hat hervorragend gekocht und die Wäsche war gewaschen. Außerdem war die Unterkunft dicht am PPPC. Das Wohnheim bzw. die „Hall of Residence“ oder „The Halls“ wie sie genannt werden, liegen direkt am Main College, was meinen Schulweg extrem verlängert hätte. 

Zu den anderen „International Students“ hatte ich ebenfalls einen sehr guten Kontakt, wir kannten uns über die Englischstunden und spielten zusammen Fußball. Gemeinsam haben wir viele Fahrten gemacht, die teils organisiert und teils selbst organisiert waren.

So kam ich nach Nottingham, Cambridge, London, Manchester und Liverpool. Den Bus, die Bahn, die Unterkunft zu buchen, eine Reiseplanung zu machen war anfangs nicht leicht, hat aber auch viel Spaß gemacht. Immer musste ja auch das Geld reichen. Es gab allerdings trotzdem Zeiten, in denen am Ende des Geldes noch viel Monat über war....

Viel gefeiert habe ich in diesem Jahr, ob gewonnene Spiele, Geburtstage oder einfach so – es war immer was los.

 

Das PPPC vom Boston College zu besuchen war eine sehr gute Entscheidung für mich. Hier war ich unter „Native Speakern“ und konnte super gut und einfach Englisch lernen. Der Fußball hat mir die Türen geöffnet. Ich habe sehr viele gute Freunde gewonnen, die ich nun vermisse und wiedersehen möchte. Wir hatten sehr viel Spaß zusammen und ich habe viel gelernt. Eine unvergessliche Erfahrung, eine gute Entscheidung.