Ein unvergessliches Jahr in Irland

Schon bald nach meiner Anmeldung wusste ich, in welche Gastfamilie ich kommen würde. Bis zu den Sommerferien konnte ich es kaum erwarten und habe meine Gastfamilie schon vorher über E-Mail ganz gut kennengelernt.

Als der Tag der Abreise endlich gekommen war, ging plötzlich alles sehr schnell. Und ehe ich mich versah, war ich schon auf dem Weg vom Flughafen in Dublin nach Cavan in mein neues zu Hause. Die ersten Monate vergingen wie im Fluge und kamen mir eher wie Ferien vor, obwohl ich natürlich zur Schule gehen musste.

Ich bin auf das Virginia College in Virginia gegangen und habe dort das Transition Year (TY) besucht. Das ist ein Jahr, das man freiwillig nach dem 3rd Year (etwa 8. Klasse) machen kann. Dort haben wir einige Workshops und Ausflüge gemacht und uns viel mit der Frage beschäftigt, was man nach der Schule machen könnte.

Da ich auf dem Land gelebt habe, haben sich Aktivitäten nach der Schule ziemlich eingeschränkt. Egal wo man hinwollte, meine Gasteltern mussten mich immer fahren. Da sie selber drei Kinder haben, habe ich mich mit dem zufrieden gegeben, was ich alleine machen konnte.

Jeden Monat haben wir mit Interstudies, der Partnerorganisation in Irland, einen Ausflug quer durch das Land gemacht. So waren wir am Giant’s Causeway, Cliffs of Moher, Belfast, Galway, uvm.

Fußball ist bei den Iren nicht so sehr bekannt wie in Deutschland. Dafür haben sie aber viele eigene Sportarten, wie Gaelic Football, Hurling/Camoogie und Rugby. Gaelic Football ist eine Mischung aus Handball, Basketball, Rugby und Fußball. Hurling spielt man mit einem Tennisball großem Ball und einem Schläger. Sport scheint in Irland sehr wichtig zu sein. In den letzten Monaten habe ich selbst angefangen Gaelic Football zu spielen.

Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden haben ein ganzes Schuljahr in Irland zu bleiben. Dadurch hatte ich das Glück Feiertage wie Halloween, Weihnachten, Neujahr und St Patrick’s Day mitzuerleben.
An Halloween bin ich, natürlich verkleidet, mit meiner Gastfamilie zu den Nachbarn gegangen und habe tradtitionell nach Süßigkeiten gefragt (Trick or Treat?).
Weihnachten feiern die Iren ein klein bisschen anders als wir. Zu ihnen kommt der Weihnachtsmann am 25. Dezember durch den Schornstein und legt die Geschenke in die vorher aufgehangenen Socken. Nachdem die Geschenke geöffnet und ausprobiert wurden, sind wir in die Kirche gegangen. Danach gab es ein riesengroßes Essen mit traditionellem Truthahn.

Am 17. März ist St. Patrick’s Day. Dieser Tag ist ein bisschen wie Karneval in Köln. Es gibt viele Paraden, in Dublin die größte und in den anderen Städten kleinere. Ich habe mir mit meiner Gastfamilie die Parade in Cavan angesehen. Dort sind viele Football Clubs mitgegangen. Das schöne ist aber, dass sich alle grün verkleiden und einfach gute Laune haben. Halt typisch irisch! Der einzige Unterschied zum Kölner Karneval ist, dass bei den Paraden keine Süßigkeiten geworfen werden.

Ich bin wirklich froh, dass ich die 9 Monate trotz mancher Hürden durchgehalten habe. Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt, eine zweite Familie und tolle Freunde gefunden. Ich kann es kaum erwarten wieder nach Irland zu fahren.

Anne

Ansprechpartnerin Irland