Erfahrungsbericht Irland: Clara 2016-2017

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Hallo, ich heiße Clara und bin seit September 2016 als Austauschschülerin hier in Irland. Ich bin jetzt schon seit fast sechs Monaten hier, und diese sechs Monate sind eindeutig schneller gegangen als ich gedacht hätte. Ich kann es nicht so richtig beschreiben, aber als Beispiel: Ich schreibe seit ich hier bin ein Tagebuch (nicht Täglich, aber immer wenn irgendetwas ist, wovon ich denke, dass es interessant wäre, das später irgendwann nochmal zu lesen. Ich empfehle das jedem der vor hat, ein Auslandsjahr zu machen!). 

Jedenfalls, manchmal lese ich ein paar Seiten von ganz am Anfang durch, und dann wird mir erst klar, wie lang das schon her ist und wie ich mich seitdem verändert habe. Oder so Sachen, wie wenn ich damals geschrieben habe „vielleicht werde ich … fragen ob sie am Wochenende mal irgendetwas mit mir machen will“ und diese Person ist jetzt eine meiner besten Freundinnen.

Ich glaube, das ist auch sehr gut, weil du dir ein bisschen vor Augen rufen kannst, wie viel du hier eigentlich machst. Ich mache auf jeden Fall mehr als zu Hause und habe trotzdem manchmal so (etwas unrealistische) Gedanken wie „Die, die ihr Auslandsjahr in Neuseeland machen, gehen bestimmt jeden Tag surfen und besuchen zweimal die Woche das Hobbit-Filmset und ernähren sich nur von Mangos“, was natürlich (hoffentlich) nicht stimmt, denn die haben genauso einen Alltag wie wir hier.

 

Die Schule

In der Schule auf die ich gehe (Méan Scoil Mhuire Longford) gibt es leider nicht sehr viele AGs, es gibt glaube ich nur eine Football und eine Basketball Mannschaft, man kann aber als Anfänger da nicht mitmachen. Ich bin im TY (Transition Year), das ist ein Jahr, das man hier freiwillig vor der Oberstufe machen kann. Wir machen mehr Ausflüge und Workshops und Projekte und haben neben den normalen auch noch ein paar unübliche Fächer wie Karate, Photography,… Das TY ist aber von Schule zu Schule unterschiedlich.

Ich bin auf einer Mädchenschule, was manchmal Vorteile hat, aber meistens wäre ich doch lieber auf einer gemischten Schule. Wir müssen auch eine Schuluniform tragen, wie in den meisten Schulen in Irland. Die Hosen sind ein bisschen unbequem, aber dafür muss man sich einfach echt keine Gedanken über Anziehsachen machen, was ganz praktisch ist.

Der Pfadfinder und Ausflüge

Seit Weihnachten bin ich bei den Pfadfindern, wir treffen uns einmal in der Woche. Letztes Wochenende hatten wir ein Camp, wo wir hammocking waren, also in Hängematten geschlafen haben, das war eins der besten Erlebnisse seit ich hier bin. Ich bin in der Gruppe die einzige Nicht-Irin, was ich ganz gut finde, denn in meiner Schule sind sehr viele (deutsche) Austauschschüler, mit denen ich auch sehr gut befreundet bin, wodurch es halt schwer ist IMMER englisch zu sprechen. Deshalb finde ich es gut, dass ich bei den Pfadfindern sozusagen gezwungen werde englisch zu reden.

Wir machen ungefähr ein- oder zweimal im Monat einen Ausflug mit unserer Partnerorganisation (Interstudies), was toll ist, aber meine Freunde und ich finden es meistens lustiger alleine irgendwohin zu fahren, weil man dann mehr entdecken kann und nicht so sehr einem Plan folgen muss und auch in einer kleineren Gruppe ist.

Zum Schluss noch

Weil es in Irland zugegebenermaßen ziemlich oft regnet, aber meistens nach ein paar Minuten die Sonne wieder rauskommt und so tut, als hätte es nicht gerade gestürmt und gehagelt, sieht man sehr viele Regenbögen.

Genauso geht es, denke ich, in den Köpfen der meisten Austauschschüler zu. Ich freue mich eigentlich die ganze Zeit total darauf in drei Monaten wieder in Berlin zu sein, aber zum Beispiel letztes Wochenende bei dem Pfadfindercamp habe ich mir die ganze Zeit gedacht, wie schade es ist, dass ich in drei Monaten wieder gehe und das große Sommercamp verpasse und dass ich die ganzen Leute, die aus einem anderen County zu dem letzten Camp gekommen sind, vielleicht nicht wiedersehe.


Alles in allem bin ich wirklich froh, die Entscheidung getroffen zu haben, ein Auslandsjahr zu machen, und so viele Leute und Orte kennengelernt zu haben. Mal sehen, was in den drei Monaten noch so passiert.

Liebe Grüße

Clara

Ansprechpartnerin Irland