Mein Auslandsjahr in Irland 2016/2017

Es ist Anfang März und nun sind es schon 6 Monate… 6 Monate, in denen Irland mein zweites Zuhause geworden ist, ich tolle Freunde, die beste Gastfamilie und ein wunderschönes Land kennen lernen durfte.

Ich bin überglücklich diesen Schritt gegangen zu sein und vor etwa eineinhalb Jahren den Entschluss gefasst zu haben, für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Das war ganz und gar nicht leicht! Fragen über Fragen überkamen mich… Werde ich neue Freunde finden?, Wie wird es mir in der Schule, in meiner Gastfamilie und in Irland generell ergehen?

Man beschäftigt sich so viel mit der Abreise und dem Leben im Auslandsjahr, nimmt am Vorbereitungsseminar teil, füllt Papierkram aus… und zum Schluss, da geht alles plötzlich dann ganz schnell und schwups, saß ich schon tränenüberströmt im Flugzeug auf dem Weg ins ungewisse, neue Leben. Dies legte sich dann aber wieder ganz schnell als ich ENDLICH meine Gastfamilie am Flughafen kennengelernt habe. Puh, was fiel mir für ein Stein vom Herzen! Zwischen meiner Gastfamilie und mir war es sofort total herzlich, wir haben uns auf Anhieb verstanden! Also: Nicht zu viele Gedanken im Vornherein machen, es kommt eh alles ganz anders und zwar BESSER!

Nach über einem halben Jahr fühle ich mich noch immer pudelwohl und bereue nichts. Ich lebe in Virginia, dies ist ein süßer, kleiner Ort in der Nähe von Cavan. Der einzige Nachteil ist, dass man immer auf andere angewiesen ist, wenn man etwas unternehmen möchte. Sei es nur, um sich mit seinen Freunden auf einen Tea treffen zu wollen oder den Bus nach Dublin zu nehmen.

An den Wochenenden unternehme ich meistens etwas mit meinen Freunden in der Stadt, was sehr schön ist, oft aber auch sehr kompliziert, da die Iren nicht sonderlich gut in Sachen Planung sind. Hihi, nicht so wie wir Deutschen…

In unserer Stadt ist direkt auch mein College, das Virginia College. Mein Gastvater ist Lehrer dort, weshalb ich immer mit ihm mitfahre. Sehr praktisch! Ich genieße die Schule und Fächer wie Home Economics, IT, Constructions und Technology sehr hier in Irland, da ich diese an meiner Schule in Deutschland nicht habe.

Ich habe eine ABSOLUT FUSSBALL VERRÜCKTE Familie hier in Irland. Das erste, was ich zu meinem englischen Wortschatz dazugelernt habe, war: „What time is it?“ - „It´s RAMOR time!“

Ramor ist eine Gaelic Football-Mannschaft hier in Irland. Wir haben sogar ein „Ramor- Car“! Ja, richtig gehört, mein Gastvater hat sein altes Auto in den Vereinsfarben angemalt und das Logo von Ramor groß auf alle Seiten gesprüht. Verrückt, aber so ist Irland nun mal auch, I LOVE IT! Von Anfang September bis Ende des Jahres sind wir jedes Wochenende zu einem Spiel gefahren und haben als Familie das Ramor Team angefeuert. So bin ich, ob ich nun wollte oder nicht, Ramor Fan geworden.

Weihnachten, zum 1. Mal in einem anderen Land. Am 24. Dezember sind wir Nachmittags zu meiner „Gasttante“ gefahren und hatten mit über 30 Leuten (hier sind die Familien „etwas“ größer...) ein tolles Weihnachtsessen und einen unvergesslichen Abend.

Am nächsten Morgen, soweit von „Morgen“ zu sprechen ist, haben mich meine kleinen Gastgeschwister um 4:50 Uhr mit den Worten: „Lara, Lara, Santi was here!“, geweckt. So stiefelten wir allesamt ins Wohnzimmer, wo uns Geschenkeberge überraschten.

Um zu guter Letzt noch ein Vorurteil aus dem Weg zu räumen, in Irland regnet es NICHT IMMER! Und nein, auch nicht zu 98%! Wir haben durchaus auch wunderschöne Tage. 

Jetzt freue ich mich noch auf weitere schöne Monate, St. Patrick´s Day und viele neue Eindrücke und Erlebnisse!

Liebe Grüße

Lara

Ansprechpartnerin Irland