Hallo, mein Name ist Tim,
ich besuche die Friedrich- Bayer- Realschule und habe mich Anfang des neunten Schuljahres mit 15 Jahren für einen Auslandsaufenthalt in Kanada  entschieden.                      
Nach halbjähriger Vorlaufzeit, in der ich viele Unterlagen zusammentragen und ausfüllen musste, und die Entscheidung zu treffen war, wohin die Reise gehen soll, hieß es für mich am 30 . Januar 2011 Abschied nehmen von meiner Familie, meinen Freunden und meinem zu Hause.                      
Ich flog über Frankfurt nach Calgary. Für meinen Weiterflug nach Edmonton musste ich mein Gepäck entgegennehmen und wieder neu aufgeben. Mein Skigepäck blieb aus und ich hatte schon die schlimmsten Befürchtungen.                                                                            
Ein freundlicher Herr half mir dann aber weiter und ich erfuhr von ihm, dass ich meine  Skitasche beim Sperrgepäck abholen musste. Er zeigte mir auch, wo ich wieder einzuchecken hatte. So bekam ich meinen Anschlussflug nach Edmonton. Es war eine Propellermaschine, in so einer war ich noch nie zuvor geflogen. Es war ein lauter, aber sehr beeindruckender Flug, weil ich immer gute Sicht hatte und mir so ein erstes Bild von Kanada machen konnte

Meine Schule, die Jasper High-School hat 300 Schüler. Dort gibt es im Gegensatz zu unserer Schule auch viele handwerkliche Fächer wie zum Beispiel Metallbearbeitung oder Holzbearbeitung, welches auch ich belegte. Dadurch konnte ich während meiner Schulzeit einen Tisch und ein Weinregal bauen. Schule in Kanada ist anders als bei uns. Der Schulspirit ist dort viel größer und es wird viel Wert auf Motivation und Sport gelegt. Jeden Morgen läuft die Kanadische Hymne und alle müssen aufstehen. Erst danach beginnt der Unterricht. Schreibt man in den theoretischen Fächern in den Klassenarbeiten 80% (eine Eins), dann muss man die Abschlussarbeit nicht mitschreiben. Vor jeder Klassenarbeit bekommt man einen Test, den man in der Schule anfangen und zu Hause fertig stellen darf. Dieser wird dann bewertet. So weiß man immer schon vor der Arbeit, bei welchen Themen  man noch mehr zu lernen hat und was man schon kann. Ist man bei der Arbeit abwesend, wird die Testnote zu Grunde gelegt.
Das Sportangebot ist toll. Es gibt Wochen,  da wird Fahrrad gefahren, Basketball gespielt, geschwommen oder gar Ski gefahren. Der Sportlehrer macht immer mit, daher macht der Unterricht auch mehr Spaß.

Ein besonderes Erlebnis war für mich das Skiangebot der Schule. Da ging es mit 20 Klassenkameraden für sechs Tage auf eine Berghütte. Wir sind mit Schneeschuhen gewandert, Ski gefahren, haben gelernt uns gegenseitig mit einer Bahre vom Berg zu holen und hatten Lawinenkunde. Es war großartig, aber bei -32°c auch ein wenig kalt.
An den Wochenenden ging ich mit meinen Freunden zum Skifahren. Das Skigebiet ist eine halbe Stunde vom Ort entfernt. Die Aussicht ist unglaublich und es gibt mehr Schnee als man sich vorstellen kann. Zweimal in der Woche bin ich zum Kajaktraining gegangen. Im Pool habe ich meine Erfahrungen gesammelt, die mir im Sommer zugutekamen.

Als die Skisaison zu Ende ging, meldete ich mich beim Fußballverein an. An manchen Wochenenden hatten wir Auswärtsspiele (100-300 km entfernt) und so sah ich auch noch einiges von der Umgebung. An fußballfreien Wochenenden fuhr ich Kajak auf dem Fluss oder  ging zum Brückenspringen mit meinen Freunden. Die Brücke war ca. fünf Meter hoch, darunter ein reißender Fluss. Es kam darauf an, sich nach dem Sprung, genau an der richtigen Stelle aus der Strömung hinaus durch starkes Kraulen zum Ufer fortzubewegen. Verpasste man diesen Zeitpunkt, hatte man vorerst keine Chance und musste dann sehen, wie man aus dem Fluss rauskam. Das Ganze bei einer Wassertemperatur von 4° c, am Oberkörper bestückt mit einer Neoprenweste und untenrum mit einer langen Unterhose und Badehose.

Nicht vergessen werde ich auch meinen Geburtstag am 1.7. , an dem auch Nationaltag ist. Hier gab es eine große Parade und ein Feuerwerk.

Natürlich hatte ich auch mal Heimweh, und am Anfang war die Fremdsprache eine echte Herausforderung. Ich habe zwar fast alles verstanden, jedoch fehlte mir oft die schnelle Antwort, wenn ich Fragen gestellt bekam. Die Kanadier sind aber ein tolles Volk. Sehr geduldig, freundlich und hilfsbereit. So klappte das mit dem Einleben innerhalb von vier Wochen. Ich habe viele neue Freunde gefunden, Eindrücke gewonnen und Erfahrungen gemacht, die ich nie mehr missen möchte. Am Ende meines Aufenthaltes habe ich meinen Freunden, meiner Gastfamilie und ganz besonders mir versprochen, Jasper wiederzusehen.

Ansprechpartnerin Kanada

Gaby Kühn

Tel.: 0221-60 60 855-14

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