Mein Name ist Finn, ich bin 15 Jahre alt und lebe jetzt schon seit vier Monaten in Spanien, um genau zu sein in Galizien. Du willst auch nach Spanien kommen? Ich kann es dir nur empfehlen. Mir gefällt es sehr gut hier, die Städte, die Landschaft, die Leute und generell die Mentalität und Lockerheit der Spanier. Anpassungsschwierigkeiten hat man hier wenige, Freunde finden ging bei mir sehr schnell durchs Fußball spielen. Die Leute kommen auf einen zu, fragen, ob es dir gut geht und finden es selber sehr interessant einen aus einer anderen Kultur dazuhaben.

Zum Thema Heimweh: Ich denke am Anfang ist es ganz normal seine Freunde, Familie und auch die Sprache zu vermissen. Keiner kann leugnen mal Heimwehgehabt zu haben. Außerdem zeigt es ja auch, dass man ein schönes zu Hause hat, auf das man sich freuen kann. Ich würde es schon fast traurig finden, würde man kein Heimweh haben.

 

Die Schule ist sehr anders als in Deutschland. Die meisten Schulen beginnen erst um halb neun oder neun, hinkommen tut man mit dem Schulbus oder zu Fuß, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren kennt man hier nicht. Eine Schulstunde geht 50 statt 45 Minuten und zwischen den Stunden gibt es keine kleinen Pausen, sondern nach 3 Schulstunden eine halbe Stunde Mittagspause, dort trifft man sich mit seinen Freunden, geht rum und redet. Bei mir ist nach 6 Schulstunden, also um 14:30 Schluss. Jede Schule hat einen Tag an dem am Nachmittags noch 2 bis 3 Schulstunden Unterricht sind, jedoch liegt eine lange Mittagspause dazwischen wo man genug  Zeit hat, um nach Hause zu fahren und etwas zu essen. Auch der Unterricht ist anders. Die meiste Zeit redet der Lehrer und die Schüler stellen Fragen und schreiben auf, was sie mitbekommen. Außerdem wird viel mit dem Buch gearbeitet. Also so etwas wie Arbeitszettel oder Aufgaben von der Tafel gibt es nur wenige.

Da der Lehrer sehr viel redet, ist es am Anfang recht anstrengend die ganze Zeit einer fremden Sprache, von der man wenig bis gar nichts versteht, zuzuhören. Dazu kommt, dass viele Fächer auf Galizisch sind. Insgesamt finde ich es aber gut, gleich zwei  Sprachen auf einmal mitzubekommen, da ich mich dann nicht nur mit Spaniern, sondern auch mit Portugiesen verständigen können werde. Die Schule ist sehr modern ausgerüstet. Es gibt Smartboards in jedem Raum und außerdem sehr gut ausgerüstete Computerräume mit Windows 10 auf allen Geräten. Außerdem haben wir Informatik-Unterricht, was in der heutigen Welt recht wichtig ist. Statt dem Galizisch Unterricht für die anderen, habe ich drei Stunden die Woche speziellen Spanischunterricht, dort lerne ich die Zeiten richtig zu benutzen, neue Wörter und  bekomme Tipps zur besseren Aussprache. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist ebenfalls anders als in Deutschland. Auf dem Stundenplan stehen nur die Vornamen der Lehrer und angesprochen werden sie nur mit profe. Außerdem ist es normal, wenn man seinen Lehrer umarmt oder ihm etwas Persönliches erzählt.

Die Sprache hat sich in den letzten vier Monaten extrem verbessert. In Deutschland hatte ich vor meinem Auslandsjahr bereits vier Jahre Spanisch in der Schule, jedoch habe ich fast gar nichts verstanden als ich angekommen bin. Das liegt wahrscheinlich daran, dass in der Schule in Deutschland mit deutschem Akzent gesprochen wird, außerdem sprechen die Spanier natürlich schneller und alltagssprachlicher als in der deutschen Schule. Mittlerweile verstehe ich eine Menge und kann mich mit gut auf Spanisch unterhalten, auch wenn es schwer ist mit so wenig deutschem Akzent wie möglich zu sprechen.  Am meisten Probleme bereitet mit das gerollte „r“, welches ich leider immer noch nicht kann. Meine Freunde untereinander sprechen zwar ab und zu Galizisch, mit mir aber immer Spanisch, auch da sie so gut wie gar kein Englisch können und wenn man mal nicht weiterweiß hat man immer noch einen Übersetzer auf dem Handy parat. Das wichtigste beim Spanisch lernen ist es, viel zu reden, ob mit Freunden, der Gastfamilie oder Lehrern, wobei man sich auch nicht schämen sollte, wenn man etwas nicht versteht.

 

Insgesamt würde ich dir auf jeden Fall empfehlen nach Spanien zu kommen. Nicht nur um die Sprache zu lernen, sondern auch um die Mentalität kennen zu lernen und auch mal Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Außerdem erlebt man hier so viele spannende, interessante Dinge, die man Deutschland niemals erlebt hätte.

Finn, 2015-2016

Ansprechpartnerin Spanien

Jana Droste

Tel.: 0221-60 60 855-22

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