Erfahrungsbericht Spanien: Franziska 2009-2010

ODI: Warum hast du dich für ein Jahr in Spanien entschieden?
Franziska: Der hauptsächliche Grund warum ich mich für ein Auslandsjahr entschieden habe war, etwas Neues und Anderes zu erleben - mal aus dem langweiligen und immer gleichen Alltag rauszukommen. Natürlich wollte ich auch die Sprache lernen (mich hat es schon immer sehr beeindruckt, jemanden fliessend spanisch sprechen zu hören), eine neue Kultur kennenlernen, das Leben in einer anderen Familie, etc.

 

ODI: Wie ist dein Aufenthalt bis jetzt verlaufen?
Franziska: Mein Aufenthalt hier in Spanien ist/war total gut! Mit meiner Gastfamilie verstehe ich mich super und auch die Leute in meiner Schule waren schon von Anfang an total offen, nett, hilfsbereit und sympathisch, so war es sehr einfach, neue Kontakte zu knüpfen, die auch noch sehr lange halten werden. Alle Erfahrungen hier haben mich sehr positiv geprägt.

 

ODI: Was gefällt dir besonders gut? Was ist nicht so gut?
Franziska: Besonders gut gefällt mir die offene Art und Lebenseinstellung der Spanier. Diese macht es möglich, dass man ganz schnell Freundschaften schliessen kann und sich auch zB. mit der Verkäuferin in einem Kiosk oder dem Busfahrer total offen und locker unterhalten kann.
Nicht so gut gefällt mir die Unverbindlichkeit und Unpünklichkeit der Spanier. Verabredungen werden immer spontan ausgemacht (was jedoch auch was positives hat, es war/ist jedoch schwer für mich, mich daran zu gewöhnen), und viele springen auch spontan nochmal ab, weil ihnen etwas anderes dazwischen gekommen ist.

 

ODI: Wie sehen das Schulsystem und der Schulalltag aus?
Franziska: Das Niveau ist sehr viel tiefer als in Deutschland und auch die Art des Unterrichts ist anders. Hier in Spanien leitet oftmals der Lehrer alleine die Klasse, d.h. als Schüler muss man hauptsächlich Notizen machen, Texte markieren und aufmerksam sein. In Spanien wird man viel mehr in Allgemeinbildung unterrichtet, als in Deutschland (Ich hatte Fächer wie Philosophie, Psychologie, Geografie und Economie). Das schwierige an diesem Schulsystem ist, dass man hauptsächlich nur auswendig lernen muss und sich selbst motivieren muss. Mündliche Beteiligung gibt es hier nicht. Wenn man etwas sagen will, kann man das sagen, ohne sich zu melden, es wird jedoch nicht benotet. Die Noten setzen sich aus den schriftlichen Arbeiten und Hausarbeiten zusammen. Ausserdem gibt es keine Beschränkungen für die Anzahl der Arbeiten, die in einer Woche oder an einem Tag geschrieben werden dürfen. Das Gute war, dass ich jeden Tag nur von 8.30 – 14.30 Uhr Schule hatte (alle Klassen auf meiner Schule hatten diesen Stundenplan).

 

ODI: Konntest du schon vorher Spanisch? Und wie kamst du am Anfang sprachlich klar?
Franziska: Ich hatte vorher 3 Jahre in der Schule spanisch; schreiben fiel mir jedoch leichter, als sprechen. Ich hatte es mir also sehr schwer vorgestellt, dann plötzlich auf Spanisch kommunizieren zu müssen. Meine Gastfamilie kann überhaupt kein Englisch, ich musste also versuchen, alles auf spanisch zu erklären, manchmal war das gar nicht so einfach. Aber mit Hilfe von Mimik und Gestik habe ich mich dann schon ausdrücken können und immer wenn ich mich überhaupt nicht auszudrücken wusste, haben mich meine Gastfamilie wie auch meine Freunde dazu aufgefordert, es nochmal mit anderen Worten zu versuchen und hatten immer sehr viel Geduld.

 

ODI: Wie würdest du Spanien und die Spanier kurz und knapp charakterisieren? Was ist typisch spanisch?
Franziska: Spanier sind spontan, locker, laut, unverbindlich, offen und sympathisch.
Typisch spanisch ist die spontane, positive und lockere Lebenseinstellung, die verlassenen Strassen um die Mittags- bis Nachmittagszeit (weil es im Sommer um diese Zeit einfach viel zu warm ist) und die Bars, die sich ab 17 Uhr füllen.

 

ODI: Wie hast du dich in Deutschland und vor Ort betreut gefühlt?
Franziska: Ich habe mich sehr gut betreut gefühlt. Immer wenn ich eine Frage hatte, bekam ich sehr schnell Rückmeldung und wusste immer, dass ich bei einem Problem von beiden Organisationen sofort Hilfe bekommen würde und nie alleine mit dem Problem wäre.



ODI: Vielen Dank!

Ansprechpartnerin Spanien

Jana Droste

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