Erfahrungsbericht Spanien: Giuliano 2013-2014

Bevor ich hier loslege und anfange, von meinem Jahr zu schreiben, möchte ich eins klarstellen: Nein - sowas ist keine leichte Entscheidung und ja - es ist eine Geldfrage, aber ES HAT SICH GELOHNT!

Ich weiß noch, dass ich am überlegen war, wohin es doch hingehen soll. Ich weiß nicht mehr wieso, aber ich kam irgendwann durch Zufall auf Spanien. Eine Wahl, die ich wohl nie bereuen werde, habe ich doch eines der besten Jahre in meinem ganzen Leben dort verbracht. Ich denke, damals hat mich Spanien vor allem wegen seines Essens, seiner Kultur, wegen der Fiesta und Siesta interessiert. Ich wollte mir einfach selber ein Bild von dem machen, was alle berichten und so hab ich die Wahl dann getroffen. Natürlich folgte dann die Suche nach einer passenden Organisation, das Durchsuchen der Webseiten, das Anfragen, der Papierkram. Doch mit ODI kam ich super klar - Auch eine Entscheidung die ich nicht bereue. Denn wie ich feststellen musste, ist die Organisation das A und O einer solchen Reise.

Es war der 5. September 2013, ich bin das erste Mal in meinem Leben alleine geflogen. Es ging nach Barcelona, zu einem dreitägigen Vorbereitungsseminar. Ich war nervös, gespannt, aufgeregt und wusste nur annähernd, was mich erwarten würde. Meine Gastfamilie kannte ich zu diesem Zeitpunkt schon. Ich wusste also, wohin es gehen sollte, aber dann tatsächlich im Flieger zu sitzen und sein persönliches Abenteuer zu starten, ist dann doch nochmal etwas ganz anderes. Der Abschied war schwer, das Wissen, dass man seine Familie ein ganzes Jahr nicht mehr sehen soll, war mehr als seltsam. Aber der Schritt, den ich trotz allem gewagt habe, der Schritt in ein komplett anderes Leben, war zumindest für mich ein Schritt in die richtige Richtung, ein Schritt in ein selbständigeres Leben.

Das Seminar war schön, mit all den anderen Austauschschülern die dasselbe „Schicksal“ teilten wie ich. Man ging wichtige Themen durch, während man gleichzeitig die wunderschöne Stadt Barcelona besichtigte - Alles in allem sehr hilfreich.

Und dann am 7. September saß im Zug nach Madrid. Ich denke, ich war noch nie in meinem Leben so nervös wie zu diesem Zeitpunkt. Aber von Anfang an lief alles blendend. Meine Gastfamilie und ich haben sehr schnell Freundschaft geschlossen und das war eine sehr große Erleichterung, sind sie doch Dreh- und Angelpunkt meines Aufenthalts gewesen. Ich zähle diese Menschen, die ich vor fast einem Jahr kennengelernt habe, zu meiner Familie, die sich seitdem um fünf Personen erweitert hat (zwei Brüder, eine Schwester und die Eltern).

Ich werde jetzt nicht alles Tag für Tag wiedergeben, sondern erzähle hier von den wirklich großen Erlebnissen, die jemanden interessieren würden, der sich selbst für ein Jahr in Spanien interessiert.

Der erste Schultag dort war der chaotischste Schultag meines Lebens. Mehrere hundert Schüler, die immer noch nicht wussten, wo und was sie überhaupt belegt haben, und ich mittendrin, ohne Menschen, die ich kannte. Aber man nahm mich sofort gut auf. Und dank einer Gruppe, die ich gleich an diesem ersten Tag kennengerlernt hatte, habe ich das Jahr sehr gut verbracht (auch wegen den Freunden meines Gastbruders). Das soll heißen, Freunde findet man schnell in Spanien, das gehört zur Kultur. 

Ich bin nicht unbedingt gerne zur Schule gegangen, da bin ich ehrlich. Das lag wohl auch an meiner Fächerwahl und meiner Klasse, die nicht unsympathisch war, allerdings gab es nur sehr wenige Mitschüler, die Gemeinsamkeiten mit mir hatten. Meine Freunde waren eher in den Parallelklassen. Ich möchte das Spanische Schulsystem wirklich nicht schlecht reden, aber es ist eben doch etwas Anderes. 

Mathe und die ganzen Naturwissenschaften waren auf einem sehr guten Niveau, anfordernd. Fremdsprachenunterricht jedoch war erstaunlich, kein Vergleich zu dem, was ich hier in Deutschland im Fach Englisch leisten musste. Aber gut, lassen wir das Thema Schule...ich hatte doch auch sehr viel Spaß dort. Man kann sagen, nach einem Trimester habe ich mich gut eingelebt, das sah man an meinen Noten und der Beziehung zwischen mir und meiner Klasse.

Man fragt sich sicherlich, wie das mit Heimweh ist. Nun, anfangs hat man so viel zu tun, dass man gar nicht an zu Hause denkt, alles erscheint neu und interessant. Ich hatte bis Dezember Ruhe, aber dann fing es leider langsam an. Meine Gastfamilie hat alles Mögliche getan, um mit mir die Feiertage bestmöglich zu verbringen, wir haben sogar deutsche Weihnachtslieder gesungen. Trotzdem es ist nicht dasselbe, aber genau deswegen macht man es ja, weil es nicht dasselbe ist. Jedoch ist es schon eine schwierige Zeit gewesen, gerade Weihnachten. Danach ging es jedoch schnell wieder bergauf. Gott sei Dank gab es viel zu tun in dieser Zeit, trotz Ferien. Entferntere Verwandte kamen zu Besuch, Menschen die ich noch nie zuvor gesehen habe, die mich aber schnell akzeptiert und gut aufgenommen haben. 

Ich bekam eine nagelneue Gitarre geschenkt zum Tag der drei Könige, damit hatte ich

nicht gerechnet. Das war ein emotionaler Moment.

Nun, gerade zu Beginn des Jahres 2014 habe ich mir viel vorgenommen, ich ging in meinen Gitarrenkurs, nun noch motivierter. Ich habe angefangen, einen Schwimmkurs gemeinsam mit meinem Gastvater zu besuchen. Ich bin oft verreist während ich in Spanien war, ob nun kleine Trips in andere Städte wie Toledo, Segovia oder Avilla oder größere Reisen auf die Kanaren (Urlaub mit der Gastfamilie). Es sind genau diese Reisen, an die ich mich am liebsten zurückerinnere.

Ich kann abschließend sagen, dass ich sehr sehr gute Erfahrungen in Spanien gemacht und  viele nette Menschen getroffen habe. Das Land ist quasi mein zweites Zuhause.

Ansprechpartnerin Spanien

Jana Droste

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