Die Zeit von dieser Entscheidung bis zu meiner Abfahrt ist dann rasend schnell gegangen. Erst musste die Bewerbung vollständig abgeschickt werden, dann das Vorbereitungsseminar und dann musste ich auch schon die letzten Besorgungen vor der Abfahrt machen. Selbst am Morgen der Abfahrt konnte ich noch gar nicht wirklich fassen, dass ich die nächsten 5 Monate in einem Vorort von Madrid leben würde.

 

Ich war sehr aufgeregt meine Gastfamilie kennenzulernen, so dass der Flug sehr schnell rumging. Dann kam auch schon der große Moment und ich stand vor ihnen. Natürlich waren sie sehr nett zu mir, aber am Anfang war es doch etwas komisch. Vor allem, da ich noch fast gar kein Spanisch konnte und deswegen die Verständigung sehr schwer war.

An die ersten Wochen erinnere ich mich gar nicht mehr so gut, da ich so viel Neues erlebt habe. Die neue Schule, mit allen neuen Leuten und Namen, die neue Umgebung und die neue Familie und der ungewohnte Alltag. Mit meiner Gastfamilie habe ich mich immer besser verstanden. Ich wurde allen Nachbarn und Freunden der Familie vorgestellt. Das Spanisch wurde auch immer besser mit der Zeit. Die erste Woche ist wahnsinnig schnell vergangen.

Auch wenn viele denken Spanien ist doch gar nicht so anders als Deutschland, beides liegt ja in Europa und fast alle Deutschen waren schon mal im Urlaub dort, unterscheidet sich der Alltag doch ziemlich von dem in Deutschland. Das liegt einfach daran, dass das Wetter so viel besser ist. Besonders im Sommer, und der fängt spätestens um Ostern an, leben die Spanier vor allem draußen. Das kann im eigenen Garten sein oder in der Urbanicación (Gemeinschaftsgarten) oder auch in den Cafés auf der Straße. Ein weiterer Unterschied, an den sich viele erst gewöhnen müssen, sind die Essenszeiten. In Spanien isst man viel später zu Mittag oder zu Abend. Mittagessen gab es in meiner Familie meist zwischen drei und vier und Abendessen ab neun bis elf (so spät nur am Wochenende). Ich muss sagen, dass ich seitdem immer noch lieber spät esse, also man gewöhnt sich wirklich gut daran.

Beim Essen darf natürlich der Fernseher nicht fehlen, morgens und mittags wurden Nachrichten geguckt und abends liefen bei uns die Simpsons. Eigentlich jeder Spanier, den ich kenne, liebt die Simpsons. Anfangs habe ich nichts verstanden, doch mit der Zeit immer mehr und wieder hier in Deutschland vermisse ich sie.

Die Schule in Spanien unterscheidet sich auch etwas von der Schule hier in Deutschland. Während des Unterrichts hat meistens nur der Lehrer geredet und die Schüler haben mitgeschrieben. Anfangs habe ich noch nicht viel verstanden, was meine Mitschüler gesagt haben. Aber mit der Zeit hat auch das immer besser geklappt und ich habe schnell Freunde gefunden. Die Spanier waren immer sehr offen und neugierig.

Die beste Zeit in Spanien war für mich ungefähr ab Mai. Ich habe mich mit meinen Freundinnen immer besser verstanden und meine Gastfamilie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Außerdem konnte ich kleine Reisen innerhalb von Spanien machen, zum Beispiel nach Segovia, Toledo oder an den Strand. Das Wetter wurde auch immer besser und dazu hat dann auch noch unser Pool aufgemacht.

Ich habe meine Entscheidung, nach Spanien zu gehen nie bereut. Klar war es schwierig, besonders am Anfang. Und es war auch nicht immer leicht, aber im Großen und Ganzen war es sehr gut. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, zu denen ich selbst jetzt nach über einem Jahr noch Kontakt habe. Ich habe eine neue Sprache gut gelernt und gemerkt, dass ich auch alleine zu recht kommen kann.

Ich kann allen nur empfehlen, auch diese Erfahrung zu machen und für einen Schüleraustausch ins schöne Spanien zu gehen.

Ansprechpartnerin Spanien

Jana Droste

Tel.: 0221-60 60 855-22

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