Erfahrungsbericht Spanien: Selina 2011-2012

Ich erinnere mich noch sehr genau an den Morgen des 5. Oktobers: meine große Reise nach Spanien sollte endlich beginnen. Doch für mich sollte es noch viel mehr als nur eine Reise werden. Es sollte ein Jahr nur für mich, so gut wie unabhängig von Deutschland werden. Ein Jahr, in dem ich so viele Erfahrungen sammeln konnte, selbstständig meine Entscheidungen fällen konnte, mir niemand reinreden würde. Und das Beste war natürlich: eine ganz neue Sprache zu lernen. In der Schule hatte ich leider nicht die Möglichkeit, Spanisch zu wählen, doch da mir die Sprache sehr gefiel, wollte ich von Anfang an in ein spanischsprachiges Land. Schließlich habe ich mich für Cádiz (meine Regionenwahl in Spanien) entschieden, da mir Lateinamerika dann doch ein Stück zu weit weg war.

So begann dann mein Auslandsjahr am 5. Oktober, ein Jahr voller Erwartungen und vieler Überraschungen.

Meine erste Überraschung war natürlich meine Gastfamilie. Meine erwachsene Gastschwester, die auch meine Betreuerin war, hat mich am Flughafen abgeholt. Dann ging es auch gleich in die Gastfamilie und ich konnte das tolle Wetter in Cádiz genießen. Anfangs musste ich mich mit Händen und Füßen verständigen, doch das hat sich stetig verbessert, und ein Auslandsjahr ist wirklich die beste Möglichkeit eine Sprache zu erlernen. Mit meiner Gastfamilie hatte ich zwar einige Probleme, aber ich musste mich halt erstmal an die spanischen Gewohnheiten anpassen. Das ist relativ schnell passiert. Und allen, die nach Spanien wollen, kann ich auch gleich sagen, ihr werdet ohnehin wenig zu Hause sein ;)
Die Spanier lieben zwar ihre unverzichtbare Siesta, die sie auch jeden Tag bis ca. 18.00 Uhr abhalten, aber genauso lieben sie ihrer Fiesta, besonders am Wochenende!

Dann geht man besonders spät aus, da die meisten Diskotheken sehr spät öffnen, doch davor geht man dann des Öfteren noch in eine Bar und bestellt sich „Tapas“. Das ist eine Art Vorspeise und kann aus ganz vielen leckeren Kleinigkeiten bestehen. Oliven sind allerdings fast immer dabei, werden im Lokal auch automatisch als Vorspeise serviert. Die muss man wirklich mal gekostet haben ;) Ich hatte das Glück am Strand zu wohnen (5min Fußweg) und konnte dann noch bis Oktober den Sommer genießen ? In der Schule war es wirklich sehr einfach, auch wenn man Spanisch anfangs noch gar nicht kann, ist das kein Problem. Man lernt sehr schnell im Alltag, so dass man es oft gar nicht merkt. Das Niveau an spanischen Schulen ist jedoch  sehr niedrig. Es kommt natürlich darauf an, in welcher Schule ihr seid. Aber auch daran habt ihr euch schnell gewöhnt und oft haben die Lehrer auch nichts dagegen (gerade am Anfang), wenn ihr euer Spanisch-Lehrbuch heraus nehmt und ein bisschen darin büffelt ;) Spanien ist auch eine gute Wahl wenn man weiter internationale Bekanntschaften machen möchte.  Denn in den Süden zieht es besonders die Skandinavier, aber auch viele US-Amerikaner möchten dort den langen Sommer auskosten.

So ich merke grade, ich habe bis jetzt fast nur positives gesagt ;) Für all diejenigen, die anfangs vielleicht nicht so zufrieden in ihrem Gastland sind, oder denken „Ohje, was hab ich mir denn hier eingebrockt?“, kann ich sagen, das Gefühl ist normal. Es lohnt sich wirklich durchzuhalten, auch wenn man mal Heimweh hat, was bei mir selten war, jedoch besonders an Weihnachten, da man sogar dann in die Disco geht und nicht viel mit der Familie macht (ich kann natürlich nur für mich sprechen ;) ) Und solltet ihr wirklich gar nicht klar kommen, z.B. mit eurer Gastfamilie, besteht ja immer noch die Möglichkeit eines Wechsels, den auch einige Schüler genutzt haben. Was auch immer hilft, ist die Freundschaft zu anderen Austauschschülern, da die einen meist am besten verstehen.  Die Spanier sind da immer etwas lockerer. Wenn du dich mit jemandem verabreden willst, kann es sein, dass er sehr viel später kommt, oder gar nicht. Das meinen sie echt nicht böse, aber das merkt man erst hinterher. Als man das mal mit mir und einer anderen Schülerin gemacht hat, war ich ganz schön sauer. Aber es gibt so viele Kleinigkeiten, an die man sich gewöhnen muss, dazu gehört noch ein bisschen mehr (z.B. haben mir die Spanier immer vorgehalten, die Deutschen würden zum Frühstück Bier und Bratwurst essen), aber nach und nach werdet ihr euch sicher wie in einem zweiten Zuhause fühlen.

 

Ich wünsche euch allen, dass euch genau das passiert und dass ihr immer gerne zurück kehren werdet :-)

Ansprechpartnerin Spanien

Jana Droste

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