Erfahrungsbericht USA: Jonas 2010-2011 (Teil II)

22.09.    

Nach der Schule saß ich an meinem Schreibtisch und bewältigte den Berg an Physikhausaufgaben. In dieser Zeit hatte Ruth ihre alten Klavierbücher rausgesucht. Ich gesellte mich dazu, und kurzerhand hatten wir eine kleine Hausband zusammengestellt, denn auch Jack kam mit seiner Gitarre dazu.

26.09.    

Heute sollte das Treffen von allen Nacel-Austauschschülern stattfinden. Leider an einem Platz, welchen ich schon gesehen hatte: Minnehaha Falls. Es war allerdings ziemlich gut, mal alle anderen Deutschen in der Umgebung kennenzulernen. Außerdem hatten wir auch so viel Spaß.  

01.10.   

Nach der Schule wussten Jack und ich rein gar nichts mit unserer Zeit anzufangen. Doch nach dem Abendessen fuhren Jack, Greg, Thommy, ein Freund von Thommy und ich zum Golfplatz in Eagan. Dort verbrachten wir zwei wirklich tolle Stunden auf der ‚driving range‘ (also im Prinzip nur so weit wie möglich schlagen).

02.10.    

Heute war Elternbesuchstag in dem College meiner ältesten Gastschwester Marjie. Das hieß: Auf nach Iowa. Iowa ist eigentlich nur ein riesiges Weizenfeld. Die Stadt Aims allerdings ist wunderschön und da sich Marjie relativ gut auskennt, durften wir auch relativ viel sehen.

03.10.    

Heute fuhr ich etwas früher zu meiner Orchesterprobe mit dem Community-Orchestra. Während ich Marimba übte, kam ein Mann in den Raum und er hörte mir zu. Wir unterhielten uns und ich spielte ihm ‚RÜDIGERS  ETUDE‘ 1996 vor und er war wirklich sehr angetan. Er gab mir einige Telefonnummern von Lehrern und eine Nummer von einem Marimba und Vibra Verleih in Eagan. Ich kontaktierte die kleine Agentur. Der Mann am anderen Ende des Telefons war sehr entgegenkommend. Er realisierte, dass ich nicht an xylophonartigen Marimbas interessiert war. Es stellte sich heraus, dass dieser Verleihladen Vibraphone an Stars wie Gary Burton verliehen hatte (Gary Burton: ein unglaublich guter Jazzvibraphonist, arbeitete mit Makoto Ozone und Chick Corea zusammen). Der Mann erzählte mir, dass er drei Soloinstrumente in seinem Lager hatte, welche er parat haben muss, falls solch ein Fall mit einem Weltklassemusiker eintreten sollte. Allerdings habe er die Möglichkeit an ein Musser Vibraphon (gutes Vibraphon) heranzukommen, welches er mir dann für 40 Dollar im Monat vermieten könnte.

08.10.    

Nach der Schule ging ich mit zu Patrick Mager. Er spielt E-Geige in der Jazzcombo und sein Bruder Westley spielt Klavier. Das Mager Haus war ziemlich beeindruckend, dazu später etwas mehr. Patrick bot mir einen Arizona Ice-Tea an. Das ist so ziemlich der beste Eistee, den man auf dieser Welt kaufen kann. Arizona schmeckt kein bisschen künstlich und besteht aus wenig Zucker. Also eigentlich hielten wir uns nur im Keller auf, denn dort befinden sich die Musikräume der Familie. Westley und ich jammten auf diversen Instrumenten. Unteranderem auf einer echten Hammondorgel. Die Jamsession mit Westley war ziemlich geil und erinnerte mich ein wenig an den Schlagzeugunterricht mit Uli Vogeltanz, denn Westley benutzte ein Basskeyboard. Der Abend war richtig gelungen und wir kreierten wirklich gute Musik.

09.10.    

Jack, Thomy und ich hatten einen schönen Tag in der MoA. Am Abend fuhren wir zu einer katholischen Kirche in Eagan um an einem deutschen Abendessen teilzunehmen. Es war wirklich alles andere als deutsch und es war auch nicht wirklich lecker, aber ich verstand es als eine liebevolle oder lieb gemeinte Geste meiner Gasteltern. Also ich war sehr dankbar für dieses Familienevent.

10.10.    

Nach der Kirche fuhren wir etwa eine Stunde nördlich zu einem Dinner-Theater. Das bedeutet: Nach einem überragenden Mittagessen gingen wir in ein kleines Theater um uns eine Komödie anzuschauen. Die Schauspielkunst war wirklich auf einem sehr hohen Niveau und wirklich witzig.

12.10.    

Nach einem eher sehr langweiligen Morgen….ja, das sollte ich kurz beschreiben. Heute war ein besonderer Tag. Fast jeder Schüler sollte einen Test schreiben. Für 10. Klässler gab es den Plantest, ein ‚Pretest‘ für den ‚PSAT‘, welchen die 11.Klässler ablegen müssen, welcher wiederum ein ‚Pre SAT‘ für den ‚SAT‘ Test ist. Ich muss den Test allerdings nicht schreiben, da ich ihn nicht benötige. Leider fährt morgens nur ein Bus und so hab mich etwa drei Stunden in einem Starbucks Café aufgehalten und bin später für eine Stunde üben gegangen in unserem Musikgebäude, welches die ganze Zeit leer war. Ich hätte also mehr üben können….wie auch immer. Am Nachmittag sind wir mit einer kleinen Gruppe zu der schönen Insel Raspberry Island gelaufen. Man kann diese Insel durch eine Brücke erreichen. Das witzige ist, das die Form der Insel etwa der Form einer Himbeere entspricht und das noch viel schönere ist, das die Insel ziemlich genau in der Mitte des Mississippis liegt.
Nach dem wir uns einige Stunden auf der Insel aufgehalten hatten, gingen wir zu einer Debatte. Fragen über Schule und Erziehung waren das Thema. Jeweils ein Politiker der Independence-, Democrats- und Republican Party waren anwesend um Fragen von Schülern zu beantworten.

14.10.     

Heute habe ich alle ‚Fakebooks‘, die jemals in Nordamerika oder Südamerika verfasst wurden, in Form von PDF- Dateien auf meinen Laptop bekommen ?. Das ist sehr positiv, denn, wie ich erst etwas später bemerkte, sind unter den Dateien auch Arrangements und einzelne Songbooks von z.B. Michael Jackson oder Santana zu finden.

NEUES BILD VON MEINER SCHULE! Wenn man genau hinsieht, kann man mich sehen.

16.10.    

Ich fuhr mit dem Bus nach Saint Paul, wo ich Adam, Evan und Decarlo traf und wir fuhren wiederum mit dem Bus nach Roseville in eine Mall mit einer ziemlich großen Schlagzeugabteilung und wir spielten etwa zwei Stunden zusammen und den Rest des Tages verbrachten wir in verschiedenen Geschäften wie zum Beispiel in einem Skater- Shop.

17.10.    

Heute ging ich ausnahmsweise nicht zur Kirche, da ich mich mit meiner Familie in dem Programm Skype verabredet hatte.
Für den Nachmittag war ein Besuch im Zoo geplant, das klingt jetzt vielleicht etwas seltsam, aber es war wirklich schön mal einen Zoo mit amerikanischen Tieren zu sehen.
Für den heutigen Tag hatte ich mir zur Aufgabe gemacht, Tiere von hinten zu fotografieren. Ich denke das Ergebnis sieht besser aus als die Beschreibung der Sache…

 

Das ist so ziemlich die größte Kuh, die ich jemals in meinem Leben gesehen hab. Genau hab ich die Geschichte nicht verstanden, aber sie ist so eine Art gen- manipulierte Kuh.