Erfahrungsbericht USA: Justus 2014-2015

Als ich am Nachmittag dem 21. August 2014 zur Jugendherberge in Frankfurt gebracht wurde, wo ich meine vorläufig letzte Nacht in Deutschland mit den anderen Austauschschülern von meinem Gruppenflug verbrachte, stieg in mir die Aufregung das erste Mal richtig an.

Klar fiel es mir schwer meine Freunde und Familie für ein ganzes Jahr nicht zu sehen, aber trotzdem war dieses Auslandsjahr das, was ich mir schon immer erträumt hatte, und so überwog letztendlich doch meine Freude. Am nächsten Morgen ging es dann zum Flughafen von wo aus wir nach Chicago geflogen sind. In Chicago angekommen, haben wir dort zwei tolle Tage verbracht, in denen wir die Stadt besichtigt haben und noch eine weitere, sogenannte Orientation hatten.

Und wieder stieg meine Aufregung ein weiteres Mal, als es nach der Orientation Richtung Flughafen MSP (Minneapolis/ St. Pauls) mit drei weiteren deutschen Austauschschülern weiterging, da ich sehr aufgeregt war, meine Gastfamilien endlich kennen zu lernen. Meine Gastfamilie empfing mich direkt sehr offen.

Meine Gastfamilie lebte in Oakdale, MN, einem Ort in der Nähe der Hauptstadt Minnesotas, St. Paul und ca. 30.000 Einwohnern. Als wir in meinem neuen Zuhause angekommen waren, zeigten sie mir mein Zimmer, welches sehr klein war und ich mit einem Koreaner geteilt habe, welcher drei Tage nach mir kam. Allerdings muss man dazu sagen, dass es nicht weiter schlimm war, da man die meiste Zeit im Wohnzimmer verbracht hat und wirklich nur zum Schlafen im Zimmer war.

Eine Woche später ging dann auch schon die Schule los. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich an der St. Paul Preparatory School war, welche eine Privatschule ist, die von der Partnerorganisation Nacel Open Soor betrieben wird. Dies war der Grund dafür,  dass die Schule nur 200 Schülerinnen und Schüler umfasste, und nur ca. 20 von diesen Amerikaner waren. Der Rest waren alles Austauschschüler, was mit Sicherheit nicht jedermanns Sache ist, ich aber habe es geliebt!

In meinem Alltag, bin ich um 6:00 Uhr aufgestanden und habe mich fertig gemacht. Um ca. 7:00 Uhr haben ich und mein Gastbruder das Haus verlassen und sind zu der ca. 15 Minuten entfernten Bushaltestelle gelaufen. Um 7:20 Uhr kam meistens der Bus, welcher nach Downtown St. Paul gefahren ist, wo unsere Schule war. Der Stundenplan war nach A oder B Tag aufgeteilt, welche sich immer abwechselten. Also wenn Montag A-Tag war, war Dienstag B-Tag, Mittwoch wieder A-Tag usw. Es gab nicht, wie wir es in Deutschland kennen Stunden à 45 Minuten, sondern sogenannte Blöcke, die jeweils 85 Minuten lang waren.

Die Schule begann um 8:30 Uhr. Mein erstes Fach war American Literature oder American Popular Music. Danach hatte ich Economics oder Psychology. Darauf folgte eine Stunde Mittagspause.
Als dritter Block waren entweder Geometry oder Sociology an der Reihe und zum Schluss entweder Biology oder Health.

Besonders Spaß haben mir die sogenannten Spirit Weeks gemacht, wo es jeden Tag ein Motto gab, nachdem sich jeder gekleidet hat. Auch die Lehrer.

Außerdem war für mich ein Highlight der Abschlussball, oder auch Prom genannt. Jeder machte sich schick und dann wurde das Ende des Jahres gefeiert.

Insgesamt war mein Jahr in Amerika eins der besten Jahre meines Lebens. Ich habe bis heute Freunde auf der ganzen Welt gefunden und könnte nicht glücklicher sein, dieses Abenteuer auf mich genommen zu haben. Natürlich war es nicht immer leicht, aber wie meine Gastmutter immer gesagt hat: „There must be rain before a rainbow.“

Justus

Ansprechpartnerin USA