Erfahrungsbericht USA: Larissa 2013-2014

Am 28. August 2013 ging auch meine Reise los, nach Eden Prairie, Minnesota. Um ehrlich zu sein konnte ich es immer noch nicht realisieren, da ich unter anderem eine der zuletzt platzierten war und ungefähr fünf Tage vor meinem eigentlichen Abflug Bescheid bekam, wo es hingehen wird. Zeitgleich war ich mit meiner Familie in England, um Urlaub zu machen, und dieser endete für mich schon schneller als gedacht. Ich nahm den nächsten Flieger nach Hause und von da aus am nächsten Morgen nach Minneapolis. Der Abschied fiel mir schwer, aber der Gedanke daran, meine Familie und Freunde in 10 Monaten wieder in die Arme schließen zu können half mir durch den 10-stündigen Flug. Auch mein Bauchgefühl wurde immer besser und besser, denn nun ging er los, mein größter Traum, auf den ich so lange gewartet hatte.

Eine Woche vor Schulbeginn kam ich an und hatte Zeit, die Gegend zu erkunden. Eden Prairie ist eine Kleinstadt mit rund 60.000 Einwohnern im Südosten Minnesotas. Ein super schöner Ort, der in den letzten Jahren für den Preis „Best Place to Live in America“ nominiert wurde - und das zu Recht! Der erste Tag in meiner Highschool war super aufregend, mit 3.300 Schülern ist Eden Prairie die größte Schule Minnesotas und da ging es ganz schnell, dass man sich verlief. Auch ich musste mich erst einmal eine Woche an meinen Guide hängen, der mich rumgeführt hat und mir alles gezeigt hat. 

Anfang Oktober fing die Football Season an und da wurde mir bewusst, wie viel Glück ich habe und wie viele tolle Momente noch vor mir liegen werden. Dieser School Spirit war atemberaubend und hat mir jedes Mal Gänsehaut bereitet. Dieses Leben und Identifizieren mit der Schule und den Mitschülern war ein großer Teil einer sehr positiven Erfahrung, die ich gemacht habe. Ganz besonders war für mich der tägliche Schulbesuch. Ich war ein Sophomore (10. Klasse) und habe super viele und tolle Leute kennengelernt, die mich durch dieses Jahr begleitet haben. In meiner Freizeit habe ich Tennis gespielt und den Exchange-Student Club besucht, wo ich auch einige andere Leute aus verschiedensten Nationen kennengelernt habe.

Minnesota ist sehr bekannt für seine Schneestürme und kalten Winter. Es wurde tatsächlich -30 Grad kalt und es hat auch bis zu 2 Meter geschneit. Und das ganze 8 Monate, die ich dort war. Natürlich war es eine ganz andere Erfahrung, doch Anfang Mai war ich sehr froh, dass sich die Sonnenstrahlen mal wieder blicken gelassen haben und wir auch langsam unseren Pool öffnen konnten. 

Mit mir waren wir fünf Kinder im Haus und eine ganze Menge Chaos. Ich hatte zwei kleine vier- & fünfjährige Gastbrüder, einen 13-jährigen und eine 16-jährige Schwester, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe. Ich hatte mir so sehr gewünscht, in eine Familie mit Kindern zu kommen und das ständige Geschreie und Werfen mit Legosteinen fehlen mir nun sehr. Ich habe mich wie Zuhause gefühlt und meine ganze Familie sehr ins Herz geschlossen. Umso schwerer war es dann auch Abschied zu nehmen. Doch ich spüre weiterhin die Unterstützung von meiner Gastfamilie trotz der riesen Entfernung. Und den Kontakt werden wir sicherlich halten, denn da lege ich sehr viel Wert drauf.

Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl, in ein anderes Land zu reisen, ganz allein, Leute kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen, die eventuell ein ganzes Leben halten werden. Diese Erfahrung und die Momente, die man mit anderen teilt, werden einen das ganze Leben lang begleiten. Klar ist es oftmals eine große Herausforderung und ich sage auch, dass es manchmal echt schwierig ist, aber mit der ganzen Unterstützung von Zuhause und auch aus Amerika ist alles machbar und am Ende ein Erlebnis, was man niemals mehr vergessen wird. Ich persönlich habe so viel mit nach Hause genommen, so viele neue Erfahrungen, die mir auch geholfen haben, mich selber besser kennenzulernen und mir zu zeigen, was mir wirklich sehr am Herzen liegt. 

Ich würde es jeder Zeit wieder tun und ich bin so dankbar, dass ich so eine Chance bekommen habe.