Am Freitag, den 13. August 2010 ging es los. Der Tag, auf den ich schon länger als ein Jahr wartete, war gekommen. Ich flog für ein halbes Jahr zum Schüleraustausch in die USA. Ich war sehr aufgeregt und auch der Abschied von meiner Familie fiel mir dann doch nicht so leicht wie ich am Anfang gedacht hatte. Doch als ich dann mit den anderen Austauschschülern im Flugzeug saß und auf dem Weg nach Chicago war, hatte ich den Abschied schon so gut wie vergessen.  Das Wochenende verbrachte ich dann zusammen mit vielen anderen Austauschschülern aus unterschiedlichen Ländern in Chicago. Die Zeit war einfach großartig und der perfekte Start für ein Auslandsjahr. Wir hatten unter anderem Zeit, unseren Jetlag ein bisschen auszuschlafen, außerdem hatten wir nochmal eine kleine Vorbereitungsstunde, und es gab eine Stadtrundfahrt. Es war einfach toll, sich nochmal mit anderen Austauschschülern auszutauschen und zusammen Zeit zu verbringen. Die Aufregung stieg bei allen nach einiger Zeit spürbar. Am Sonntagmorgen ging es dann weiter zu den Gastfamilien.

Ich hatte mit meiner Gastfamilie super viel Glück und hätte mir nie eine tollere Familie vorstellen können. Ich hatte eine wundervolle Mutter sowie Vater und drei Geschwister (17, 12 und 8 Jahre alt). Sie leben auf einer Farm in der Kleinstadt Staples in Minnesota. Dort hatten wir Kühe, Hühner, Kaninchen, Hunde und Katzen. Außerdem gehörten noch ein kleines Wäldchen und mehrere Felder zu dem Grundstück, sodass sehr viel Platz war. Um die Farm, herum lagen nur Felder und ich habe es oft sehr genossen einfach so in der freien Natur joggen zu gehen. Im Sommer habe ich auch viel bei der Farmarbeit geholfen. Besonders toll waren die Maisernte im Sommer und die Kürbisernte im Herbst. Es kam nicht oft vor, dass wir es schafften, dass alle Familienmitglieder zu Hause waren, da beide Eltern viel arbeiteten und meine Geschwister an vielen Sportprogrammen der Schule teilgenommen haben. Doch in der Zeit, die wir zusammen waren, hatten wir immer jede Menge Spaß und das sind Zeiten die ich nie vergessen werde.

Ein weiterer Mittelpunkt meines Lebens war die High School, die jeden Tag etwas Besonderes für mich war. Es war eine sehr kleine High School im Nachbarort, und das Beste was mir passieren konnte. Ich wurde von Anfang an super nett aufgenommen. Schon von Deutschland aus schaffte ich es, Kontakt zu dem Cheerleadingteam meiner Schule aufzunehmen, und konnte sogar noch bevor die High School anfing mit den anderen Cheerleadern zusammen trainieren.
Zum einen hat es mir unheimlichen Spaß gemacht und zum anderen konnte ich so sehr schnell Kontakte knüpfen. Zunächst beteiligte ich mich nur am Cheerleading für die Footballgames, aber im Winter nach der Footballsaison trat ich auch dem Cheerleadingteam für Basketballgames bei. Diese Zeiten waren einige der besten überhaupt. Dieses Gefühl, so ein Team zu haben, wo jeder  für jeden einsteht, ist unglaublich. Durch dieses Team habe ich außerdem gelernt, dass es nicht unmöglich ist, im Oktober bei minus 15°C und Schneesturm in Trikots und Jogginghosen zu cheerleaden. In den USA ist eben nichts unmöglich!

Typisch für die USA ist meiner Meinung nach unter anderem Fast Food, wobei es nicht sehr viel öfter gegessen wird als in Deutschland auch, jedoch die Auswahl an Produkten sehr viel größer ist. Außerdem sind große Autos sehr typisch, sowie Baseball, Football, Cheerleading, der Stolz auf das eigene Land, Smalltalks und einkaufen bei Target oder Wal-Mart (und das am besten noch gegen Mitternacht).
Ich kann nur jedem empfehlen einen Schüleraustausch zu machen. Man lernt sich selbst besser kennen, ein anderes Land sowie eine andere Kultur und Sprache, und findet neue Freunde am anderen Ende der Welt. Lasst euch einfach auf ganz andere und neue Dinge ein! Wenn euch eure Gastfamilie zum Beispiel mit in die Kirche nehmen möchte. Geht mit! Das ist eine so tolle Erfahrung und ganz anders als in Deutschland. Denn auch die Kirche und ihre Jugendgruppe jeden Mittwochabend waren ein großer Mittelpunkt in meinem Leben dort. Es war eine wundervolle Zeit mit tollen Erfahrungen die ich heute nicht mehr missen möchte. Ich habe immer noch Kontakt zu all meinen Freunden und meiner Familie und wir alle warten schon sehnsüchtig auf den nächsten Sommer, wenn es heißt: „ Laura is back in the USA!“
An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei ODI dafür bedanken, dass alles so toll geklappt hat. Ich fühlte mich immer perfekt betreut und wusste, dass ich bei Problemen jederzeit meinen Betreuer hätte anrufen können. DANKE!