Am 20. August 2010 hat mein großer amerikanischer Traum angefangen. Ich bin mit ungefähr 25 anderen deutschen Jugendlichen von ODI nach Chicago geflogen. Dort sind wir alle, mit vielen anderen Internationals, für ein Wochenende in Chicago geblieben. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter und haben auch sehr viele Dinge in Chicago unternommen. Neben vielen Informationen von der amerikanischen Partnerorganisation über das kommende Jahr ,habe ich auch sehr viele andere Jugendliche aus der ganzen Welt kennen gelernt. Zum Beispiel habe ich mir mit einem brasilianischen Mädchen das Zimmer geteilt! Nach dem Wochenende, Sonntag sehr früh morgens, bin ich dann weiter nach Milwaukee, Wisconsin geflogen. Mit mir geflogen ist auch ein anderer deutscher Junge, der mit mir auf dieselbe Schule gegangen ist. Nach nur ungefähr 20 Minuten im Flieger sind wir auch schon gelandet. Dann kam endlich der Moment an dem ich endlich meine Gastfamilie das erste Mal sehen würde! Ich war ziemlich aufgeregt, auch wenn ich schon ein paar Mal mit meiner Gastfamilie davor geskypt habe. Meine Gastfamilie bestand aus einer alleinerziehenden Mutter und einer Tochter in meinem Alter. Nach der Begrüßung sind wir dann auch schnell nach Waukesha, meiner neuen Heimat gefahren. Dort habe ich mir mit meiner Gastschwester das Zimmer geteilt. Ein paar Tage später hat meine Gastmutter auch eine kleine Party für mich organisiert, bei der ich die ersten Leute aus meiner Schule kennen gelernt habe. Ich habe mich wirklich sehr schnell mit meiner neuen Familie sehr gut verstanden und auch schnell an alle Unterschiede zwischen den USA und Deutschland (wie zum Beispiel, dass es fast überall Teppichböden gibt) gewöhnt.

Ein paar Tage später habe ich dann auch das erste Mal Training gehabt. Ich habe mich dazu entschlossen bei dem Girls Cross Country Team meiner Schule mitzumachen, wo ich dann auch schnell die ersten Freundschaften geschlossen habe. Am ersten September war mein erster Schultag. Davor habe ich mich auch schon mit meinem  „Guidance Council“ getroffen, mit dem ich mich für die verschiedenen Klassen eingetragen habe. Außerdem wurde mir dann auch mitgeteilt, dass ich als „Senior“ eingestuft werde. Da meine Gastschwester auf dieselbe Schule gegangen ist, habe ich mich überall gut zurechtgefunden und auch schon bald die ersten Gesichter wieder erkannt. In den folgenden Wochen hatte ich jeden Tag außer sonntags zwei Stunden Cross Country Training. Samstags hatten wir meistens einen Wettkampf zu dem wir immer mit den gelben Schulbussen gefahren sind. Schon bald hatte ich die ersten Erfolgserlebnisse sowohl in der Schule, als auch im Sport. Da ich soviel beschäftigt war, hatte ich auch während der ganzen Zeit kaum Heimweh. Ich kann auch anderen Austauschschülern nur weiterempfehlen sich bei einem Sport oder Club anzumelden, da man dadurch sehr schnell neue Freundschaften schließen kann. Mit dem Englisch hatte ich während der ganzen Zeit nur wenige Probleme. In den ersten paar Tagen oder auch Wochen hatte ich zum Teil Probleme, aber auch die haben sich sehr schnell gelegt und konnte mich sehr schnell gut mit allen verständigen. 
Das Jahr ging leider viel zu schnell vorbei. Damit ich nach einem wirklich langen Winter noch ein bisschen länger den Sommer in Wisconsin genießen konnte, habe ich auch meinen Aufenthalt noch über drei Wochen verlängert. Eines der Highlights meines Auslandsjahres war die Graduation. Im Juni habe ich meinen Abschluss gemacht und dann auch in einem „Cap and Gown“ mein High School Diploma bekommen. Zusammen mit zwei anderen Austauschschülern habe ich dann auch vor den ganzen Eltern, Lehrern und Schülern eine Abschlussrede gehalten.
Mit vielen, vielen Erinnerungen und dem amerikanischen Nationalfeiertag 4th of July als letzten Tag, bin ich dann im Juli wieder zurück nach Deutschland geflogen.

Ich kann ein Auslandsjahr wirklich nur weiterempfehlen. Ich fand es toll mal aus meinem eigenen Alltag heraus zu kommen und ganz neu in der Fremde anzufangen. Ich habe dort viele neue Freunde kennen gelernt, die mich jetzt auch zum Teil diesen Sommer besuchen kommen wollen. Ich habe auch außerdem viel über mich selber gelernt und finde, dass ich während meines Austausches „erwachsener“ geworden bin.