Dieser letzte Bericht ist wirklich nicht leicht in die richtigen Worte zu fassen. Seit Anfang des Jahres fürchtete ich genau diesen Moment. Dies ist das Ende von etwas, was in mancher Hinsicht noch gar nicht richtig angefangen hat… das Ende von meinem ganz eigenen Paradies: Costa Rica.
Ich weiß nicht, ob das so recht zu verstehen ist. Als ich hier in Costa Rica angekommen bin war alles vollkommen neu für mich: die Sprache, das Wetter, diese ganz neue Welt und vor allem mein Leben. Ich kann nicht behaupten, dass sich durch Costa Rica von einem auf den anderen Tag alles geändert hat. Das wäre gelogen, aber ich kann behaupten das Costa Rica der Anfang von etwas Neuem war: Etwas Neuem zum Lernen, Leben und Lieben.

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Zuerst möchte ich etwas zum Thema Abschied sagen, das wird schließlich auch zuerst passieren…

Wenn ich daran denke, was und vor allem wen ich alles hier lassen muss, wird mir ehrlich gesagt schlecht. Für mich sind das schrecklich unschöne Gedanken. Ich habe hier in Costa Rica eine Familie gefunden, die für mich in erster Linie nicht meine Gastfamilie ist, sondern besser gesagt mein Freundeskreis und mein Umfeld darstellt. Ich habe so viele verschieden Dinge und Werte von vielen verschieden Personen gelernt. Jeder Einzelne ist in einer Hinsicht etwas besonderes, denn jedem hier verdanke ich Erfahrungen. Ob das nun gute oder weniger schöne Erfahrungen sind ist gleich, denn jede Erfahrung bringt mich ein Stück weiter. Und das ich von jeder Person etwas anderes aus dieser Zeit hier mitnehmen darf, ist meiner Meinung nach das größte Geschenk was man mir machen kann! Denn in meinen Augen sind die wertvollsten Dinge innen, und nicht außen.
Kurz gesagt kann man mit materiellen Dinge für sich selbst wenig Anfangen.

Aus all diesen Gründen wird der Abschied von meinem Costa Rica eines der schmerzhaftesten Ereignisse die ich vermutlich je erlebt habe. Aber letztendlich werde ich auch damit „Okay“ sein. Denn ein sehr weiser Mann (Buddha) hat mal gesagt:
„Alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende. Lebe in Frieden damit und alles wird gut sein.“

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Bevor ich über die Vorfreude auf Deutschland nachdenke, würde ich den Abschied gerne noch aus einer etwas anderen Sichtweise betrachten. Ich werde zwar Abschied von sehr vielen liebevollen und schönen Dingen nehmen müssen. Aber genauso werde ich mich von unschönen Angewohnheiten oder Normen hier in Costa Rica verabschieden können! Zum Beispiel von dem recht fettigen Essen, oder der eingeschränkten Bewegungsfreiheit als Mädchen. Von all diesen kleinen Dingen werde ich mich in Frieden verabschieden können!

Jetzt also zur Vorfreude…
Ich muss leider zugeben das diese noch nicht so richtig da ist. Ich bin mir sicher irgendwo ganz tief in mir drinnen ist sicher welche zu finden. Aber anscheinend ist sie noch nicht so ganz bereit in einem Monat aufzuleuchten… aber gut, was will ich machen?
Die ein oder andere Sache gibt es trotzdem auf die ich mich irgendwie freue! Wo soll ich anfangen? Schwarzbrot wird erstmal vorrätig gekauft, das ist sicher! Außerdem freue ich mich wieder ein bisschen auf meine eigenen vier Wände und auf das entspannte Verhältnis zwischen meiner Mama und mir. Richtig Deutsch werde ich mich wohl erst dann wieder fühlen wenn meine Verabredung sogar pünktlich da ist und nicht nach der weit verbreiteten Tico-Time eine halbe Stunde später!

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Da dies mein letzter Monatsbericht ist und somit auch meine letzte Chance, um eine Nachricht rüber zu bringen, möchte ich abschließend sagen wie dankbar ich allen Menschen bin die irgendwie ein Teil von alle dem hier waren:

* Dankeschön an ODI und vor allem an Elisabeth Hepting, die immer sichtlich das Beste für uns Austauschschüler wollte.

* Dankeschön an die Bürgerstiftung Leverkusen, dass sie mich unterstützt haben. Denn ohne sie wäre das ganze Abenteuer wahrscheinlich schwer möglich gewesen.

* Das größte Dankeschön geht jedoch von ganzem Herzen an meine Mutter und speziell an meinen Paten Onkel!
Ohne euch währe nämlich überhaupt gar nichts von alledem möglich gewesen.

Somit DANKESCHÖN an alle, die ihre Finger mit im Spiel hatten! Der Dank kommt von Herzen denn ihr habt nicht nur ein Auslandsjahr möglich gemacht, sondern ihr habt mir einen Teil von mir selber geschenkt und das ist noch viel wichtiger!

Ich möchte als letztes noch sagen, dass es bis hier her die wundervollste Erfahrung in meinem Leben war! Wenn sie als Elternteil oder Verwandter Kinder oder jüngere Familienmitglieder haben, denken Sie an genau diese!

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Pura Vida!


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