Mir bleiben jetzt weniger als zwei Wochen in Chile und ich weiß nicht, ob ich mich deshalb freue, oder ob ich eher traurig bin. Die letzte Zeit ist so unglaublich schnell vorbei gegangen. Manchmal kam es mir so vor, als wären die Tage in Chile kürzer als in Deutschland.

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Meine Zeit in Chile

Obwohl die Zeit so schnell vorbei ging, war es ein halbes Jahr voller neuer Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen. Viele Schüler wollen nicht in den Austausch gehen, um die Zeit in der Schule nicht zu verlieren. Was ich hier in fünf Monaten gelernt habe, könnte man nicht mal in zehn Jahren Schule schaffen. Man hört zwar immer noch einen deutschen Akzent wenn ich spreche, aber ich kann mich trotzdem fließend auf spanisch unterhalten und ich verstehe auch den Unterricht, die Nachrichten und spanische Lieder ohne Probleme. Es ist aber viel mehr als die Sprache, die ich hier in Chile gelernt habe. Ich habe gelernt mich an eine ganz andere Kultur anzupassen und trotzdem „ich selbst“ zu bleiben. Ich habe gelernt auf Leute zuzugehen und andere Meinungen nicht nur anzuhören, sondern auch zu akzeptieren und wert zu schätzen. Ich glaube, dass dieser Austausch mich noch mal ein ganzes Stück offener und irgendwie auch erwachsener gemacht hat.

Der Rückflug

Seit etwa einer Woche denke ich jeden Tag an den Rückflug und es ist immer ein komisches Gefühl. Ich vermisse meine Freunde und meine Familie und ich freue mich sehr darauf, sie alle wieder zu sehen. Vor allem freue ich mich auf meinen kleinsten Cousin, der auch mein Patenkind ist. Als ich gegangen bin, war er noch ein Baby. Wenn ich zurückkomme, wird er schon ein Kleinkind sein. Auch wenn ich oft an zu Hause gedacht und vieles vermisst habe, war es nie wirklich schlimm oder schwer zu ertragen, denn ich wusste immer, dass ich schon nach fünf Monaten zurückkehren würde. Mit Chile ist das etwas komplett anderes, denn ich weiß, dass ich frühestens in drei Jahren zurückkehren kann. Deshalb bin ich schon auch traurig, wenn ich an den Rückflug denke und sage mir oft, dass ich hier alles noch einmal genießen muss. Meine Freunde hier und meine Familie sind mir sehr wichtig geworden und der Abschied wird mir schwer fallen.

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Deutschland

Ich frage mich auch manchmal, ob ich in das gleiche Deutschland zurückkehren werde, aus dem ich gekommen bin, oder ob ich mich dafür zu sehr verändert habe. Natürlich ist auch die Zeit dort nicht stehen geblieben. Vieles in meinem Freundeskreis wird sich verändert haben und weil jetzt in der Oberstufe ein neues Klassensystem anfängt, werde ich nicht einfach wieder in den Alltag einsteigen können.

Wenn man im Gastland ankommt, spricht man ja von einem Kulturschock. Ich bin mir sicher, dass der Kulturschock beim wieder heimkommen größer wird und das aus einem einfachen Grund. Als ich in Chile angekommen bin, war mir klar, dass alles anders werden würde und ich wusste fast nichts von diesem Land. Jetzt geht es wieder nach Hause in meine Heimat, wo mir alles von klein auf bekannt ist. Ich bin aber mittlerweile an Chile gewöhnt und es wird sicher seltsam, wenn einem bekannte oder alltägliche Sachen auf einmal fremd vorkommen. Ich sehe das aber auch als Chance Deutschland und seine Kultur noch einmal neu zu entdecken und ein wenig objektiver zu betrachten.

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Gemischte Gefühle

Alles in Allem sehe ich meiner Rückreise mit gemischten Gefühlen entgegen. Meine Gastmutter hier in Chile hat mir gesagt, dass ich bei ihnen immer ein Zuhause haben werde und dass ich immer willkommen bin. Es ist mehr als eine Gastfamilie. Es ist meine zweite Familie in Chile. Besser könnte es für mich nicht sein und ich bin unglaublich glücklich, dass meine Zeit hier ein Erfolg war. Das macht es für mich viel einfacher mich zu verabschieden, denn es zeigt mir; kein Abschied muss für immer sein…


3 Kommentare

Tom · 10. Juli 2015 um 11:55

Gute Heimreise, Mateo 🙂

Jana Droste · 14. Juli 2015 um 16:50

Mateo – wie schön, dass du so eine tolle Zeit hattest und in Chile eine zweite Heimat gefunden hast! Wie du schon selbst geschrieben hast: No es un adiós, es un hasta luego!

Peter Lustig · 13. November 2015 um 10:07

War glaub ich echt eine tolle Zeit und Erfahrung für dich 🙂

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