Mein Ankunft

Überhaupt beginnt die Reise, wenn die Eltern und Freunde dich verabschieden, und auf der anderen Seite wartet schon dein Flugzeug auf dich. Aber gibt es eine sehr interessante Sache: deine Gedanken beginnen die Reise früher als sie startet. Meine Gedanken waren schon in Deutschland, ich musste nur noch mit meinem Körper fahren. Und schon ist unser Fahrt vorbei. Ich und mein guter Freund verabschiedeten unsere Eltern sehr herzlich und niemand von uns war traurig, weil es unsere Wahl war.

Das war unser Gefühl unterwegs:

  • Ich (Elen): „Stell dir vor, wir sind schon unterwegs und in einigen Stunden werden wir in Deutschland sein.“
  • Freund (Ashot): „Nein , ich kann das nicht , ich glaube noch nicht , dass mein Traum schon mit mir ist.“
  • Ich (Elen): „Ich fühle das gleiche auch, aber trotzdem bin ich sehr glücklich und aufgeregt.“

Wir waren so aufgeregt, dass wir in Wien unsere Fahrt pausierten und sollten 8 Stunden auf den nächsten Flieger warten. Wahrscheinlich lies uns diese Verspätung erst verstehen, dass unsere Reise schon begonnen hatte und am schönsten war, dass wir noch nicht in Deutschland waren, aber erlebten schon unser erstes Abendteuer.
Mit guter Laune und ein bisschen müde kamen wir in Köln an. In Köln nahmen wir an einem 4- tägigen Seminar teil und machten uns mit vielen tollen Menschen bekannt. Während dieses Seminars waren alle ungeduldig ihre neue Familie zu treffe, trotzdem verbrachten wir in Köln eine sehr gute Zeit. Das alles war ein guter Anfang, der mir half, mich an Deutschland zu gewöhnen, zu integrieren  und mich sicher zu fühlen und offen zu sein. Wir Armenier haben ein gutes Zitate: „Wie man etwas anfängt, so geht es auch weiter.“

Meine Familie in Deutschland

„Um 13.30 Uhr am Sonntag holen die Familien uns ab“. Das schrieb man an der Tafel.
Bevor meine Familie kam, verabschiedete ich mich von den anderen Austauschschülern und den ODI-Mitarbeitern, die in diesen vier Tagen meine besten Freunde in Deutschland wurden. Sie waren die ersten Menschen, die ich kannte und mit denen ich meine ersten Eindrücke und Erlebnisse erlebte.
Meine Gastfamilie in DeutschlandAlso nahm ich Abschied, drehte mich um und sah meine Familie. Es begann eine glückliche, aufgeregte Pause. Ich blieb stehen mit fröhlichem Mund und konnte mich nicht bewegen. Lächeln, Kennenlernen, Lächeln, Koffer zusammen abholen, Lächeln und nach Hause fahren. Das alles ging schnell vorbei. Wir waren alle schon ein bisschen offener und näher. Jetzt war ich schon ein normaler Mitglied in meiner neuen Familie, das Gefühl hatte ich. Wie sagen die Deutschen: „Alles hat geklappt“.
Ich fühlte mich wie zu Hause, hier war es nicht fremd für mich. Das war das tollste, was meine Familie für mich machen konnte. Ich fühle, dass sie immer mich unterstützen werden, über meinen Alltag hören wollen und sich um mich kümmern werden. Ungefähr vier Tagen konnte ich nicht schlafen, weil das alles für mich wie ein Traum war, so viele neue Menschen, Sitten und Bräuche, neues Land, neue Kultur und viele Eindrücke und Erlebnisse, die in mir brannten und ich glaubte nicht, dass es mit mir passierte. Dieses Gefühl habe ich noch bis heute.
Schon am ersten Tag bekam ich ein Fahrrad von meiner Familie und machte schon drei kleine Fahrradtouren. Das war sehr anstrengend für meine Beine, aber wir verbrachten eine so gute Zeit, dass ich nicht bemerkt habe, wie müde sie waren. Wir fuhren das erste Mal in die Stadt ungefähr sechs Kilometer, das zweite Mal in ein Dorf Niederzier ungefähr hin und zurück 16 Kilometer und letztes Mal schon ungefähr 33 Kilometer insgesamt.
Ich lernte auch mit Verwandten der Familien kennen, die wie meine Verwandten waren und das lies mich noch mehr als ein volles Mitglied von dieser Familie fühlen.

Meine neue Schule

Die Ferien sind nun zu Ende und die Schule beginnt, nicht nur einfach Schule, sondern eine neue Schule.

Meine Gastschwester in DeutschlandErster Tag in der Schule: Ich war mit meiner Gastschwester zusammen und kannte schon ihre Freundinnen, aber trotzdem war ich aufgeregt. Also die ganze Oberstufe sollte sich in einem Saal versammeln und reden. Ich war auch aus der Oberstufe und ich war die neue Schülerin, deshalb sollte ich mit fünf Jugendlichen, die auch neu waren, mich vorstellen. Das war die erste Etappe, nachdem sollte alles klappen. Und es ist so!! Ich habe jetzt Freunde, mit denen ich reden und eine gute Zeit verbringen kann.
Aber Halt! Unterricht –  das war auch zuerst aufregend und ganz neu, viele Fachwörter und Gott sei Dank Lehrer, die mir geholfen haben in dieser Schule und in den Stunden mich zu integrieren und zu lernen. Von Tag zu Tag verstehe ich mehr und mehr.
Ach ja, und für diesen Sonntag bereite ich mich auf die Schulkirmes vor. Das ist ein Schulfest, wo man eine gute Zeit verbringt, wo alle Eltern und Kindern hinkommen und jedes Kind darf etwas machen (spülen, Küche, Eisdiele usw.). Zum Beispiel ich mache die Eisdiele und ich freue mich darauf.

Danke sehr!
Eure Elen

Kategorien: Elen in Deutschland

6 Kommentare

Hildegard Hoecker · 7. Oktober 2013 um 22:01

Liebe Elen,
das hast Du wunderschön und lebendig geschrieben!

Deine Gastmutter

Hildegard

Elen

Elen · 8. Oktober 2013 um 21:44

Meine liebe Gastmutter

Danke sehr. Wahrheit ist immer wundeschon.

Liebe sehr!!

Nelly Tumasyan · 15. Oktober 2013 um 12:24

Liebe Elen,
ich freue mich so sehr für Dich: weiter so!

Ganz liebe Grüße aus Armenien
Nelly

Elen

Elen · 18. Oktober 2013 um 22:47

Sehr liebe Frau Nelly

Das freut mich auch sehr 😀 .Ich bin Ihnen sehr sehr dankbar.Ja es wird immer so weiter gehen.

Sehr Herzliche Grüsse aus Jülich.

Varvara Hunanyan · 2. August 2014 um 18:27

Liebe Elen,

ich fand Deine Berichte sehr interessant und möchte dich gern kennenlernen. Mein Neffe aus Armenien hat vor, ein Jahr im Rahmen des Schüleraustausches in Deutschland zu lernen. Es wäre super, wenn Du mir einige Tipps geben könntest.
Viele Grüße,
Varvara

Elen

Elen · 4. August 2014 um 13:32

Liebe Varvara!

Danke fuer Ihren schoenen Kommentar. Es ist immer schoen zu lesen, dass es den Lesern meine Berichte gefallen.

Ich wuerde sehr gerne Sie und Ihren Neffe kennenlernen und paar Tipps geben. Ich werde mich sehr freuen.

Liebe Gruesse,
Elen

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