Diese Reise lag immer so weit weg und ich konnte es nie wirklich realisieren, dass all dies eines Tages wirklich passieren wird, und jetzt muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass die Zeit läuft. Als ich es dann realisiert habe, zwei Wochen bevor meiner Abreise, wollte ich überraschenderweise Köln nicht verlassen, wovor mich keiner gewarnt hatte. Aber ich denke, jeder geht mit Situationen anders um und so hat mein Gehirn funktioniert. Aber ich bin hier, und ich werde hoffentlich das erleben, worauf ich mich ein ganzes Jahr gefreut habe! Überraschenderweise vermisse ich mein Zuhause und meine Familie viel mehr als ich erwartet hätte. Oft ist es schwer, weil man, wenn man nicht viel auf der Sprache sagen kann, seine Persönlichkeit nicht rüberbringen kann, und so es schwieriger ist Leute kennenzulernen. Aber es macht mich auch glücklich, dass es Hürden gibt, weil ich jetzt schon durch diese Erfahrung wichtige Sachen zu wertschätzen gelernt habe und ich weiß, dass noch viel mehr mir klar werden wird und ich viel lernen werde. Zwar bedrückt mich dies alles, aber ich bin auch extrem dankbar für alles, was ich darf und erleben werde und es wird sowieso Tag für Tag besser. Ich fühle mich tatsächlich jetzt schon anders. Ich habe das Gefühl, ich bin lockerer und mit mir selber glücklicher geworden. Das macht mich sehr hoffnungsvoll.


Aber jetzt noch mal von vorne und wie es alles begann. Ich bin von Köln nach Paris mit meiner Familie gefahren. Auf Paris hatte ich mich so gefreut und es war mega schön. Am nächsten Tag ging es zu einem Sprachkurs von CEI (ODIs Partnerorganisation in Frankreich) in Saint Malo. Es war eine richtig schöne und unvergessliche Zeit. Wir waren eine internationale Gruppe, was immer spannend ist zu erleben und ich habe tolle Freunde gefunden, und wir hatten eine mega Zeit zusammen. Meine Gastmutter, die ich dort für zwei Wochen hatte, war extrem nett und hat sich super lieb um uns gekümmert. Ich hatte eine Gastschwester aus Brasilien, die freundlich war. Jeden Tag hatten wir morgens gechillten Unterricht und nachmittags haben wir coole Aktivitäten gemacht. Dann ging es nach zwei Wochen zu unseren richtigen Gastfamilien, obwohl es mir vorkam, als wären wir gerade erst angekommen. Einerseits war ich froh, wieder ein eigenes Zimmer und so etwas wie ein Zuhause zu haben, aber andererseits wollte ich mein Leben mit den Menschen, die ich dort kennengelernt hatte, nicht verlassen.


Aber dann bin ich angekommen, in dem kleinen Ort (sehr ungewohnt) namens Salles, wo ich in der nächsten Zeit wohnen werde. Es ging alles so schnell. Meine Gastfamilie hat mich echt nett willkommen geheißen. Am ersten Tag sind wir spazieren gegangen, um das Zentrum und die Schule zu entdecken. Für mich persönlich war das ein großer Schock, weil ich Angst hatte, ich lebe im Nirgendwo, aber nach ein paar Tagen und Spaziergängen ist mir klar geworden, dass es hier tatsächlich ein paar Läden und sogar ein Kino gibt. Die Tage darauf waren wir mit dem Boot am Meer, in Bordeaux, ich habe mit meiner Gastschwester gebacken, wir waren am See. Dabei haben wir uns alle schon besser kennengelernt. Aber oft musste ich mich auch einfach nur ausruhen, denn es ist anstrengend, sich anpassen zu müssen und andere Angewohnheiten zu haben. Also viel Veränderung! Es ist auch nicht leicht Teil einer anderen Familie zu sein, so nett die Familie sein mag. Aber dadurch ist mir klargeworden, wie sehr ich mein Zuhause liebe. Selbst kleine Sachen erinnern mich die ganze Zeit an meine Familie, aber ich habe nur eine limitierte Zeit in Frankreich und ich werde es so gut wie möglich nutzen. Gerade habe ich meine erste volle Schulwoche. Die Schule ist ein totaler Schock für mich, denn Frankreich und Deutschland waren für mich immer sehr ähnlich, aber Schule hier ist viel strenger, ich kann meine kurzen Hosen nicht tragen und die Lehrer sind sehr streng und geben sehr viele Kleinigkeiten vor. Aber das wird schon, und wenn nicht, kann ich mich auf Schule in Deutschland wieder freuen. Noch hatte ich nicht viel Zeit zu sozialisieren, aber ich werde mein bestes geben und hoffentlich Leute kennenlernen, vor allem wenn meine Routine und die Schule ins Rollen kommen.


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