Arbeit: Krippenspiel & Übernachtung

Im Dezember standen das Krippenspiel und eine Übernachtungsparty bei mir auf der Arbeit an. Deswegen änderten sich auch einige meiner Aufgaben. Größtenteils verbrachte ich den Tag damit, Kostüme für das Krippenspiel zu basteln, was mit den wenigen Materialien, die wir zur Verfügung hatten, erst einmal eine Herausforderung war, für mich und meine spanische Mitarbeiterin Carla dann aber doch recht schnell lustig wurde. Zusammen mit den Kindern bastelten wir Ohren für den Esel und ein Gewandt für Joseph und viele weitere Sachen. Es war schon ein wenig stressig, weil um die Weihnachtszeit auch einfach viel zu tun war. Neben den Vorbereitungen für das Krippenspiel, packten wir noch Geschenke für die Kinder ein und planten das Essen und die Spiele für einen gemeinsamen Abend der Kinder mit ihren Familien bei uns auf der Arbeit. 

Das Krippenspiel war trotz technischer Probleme, vergessener Sätze und einem nicht ganz so funktionierenden Bühnenbild ein großer Erfolg. Die Kinder konnten sich über ihre Aufführung freuen. 

Die zwei Tage darauf standen ganz spezielle Aktivitäten an, denn die Kinder hatten nun Ferien und würden den Tag mit uns am Strand verbringen und später in der Arbeit übernachten. Am Strand spielte ich zusammen mit meinen Mitarbeitern verschiedene Spiele mit den Kindern, konnte mich aber auch immer wieder zwischendurch ausruhen. Das war mir wichtig, immerhin würde ich an den zwei Tagen insgesamt ganze vierunddreißig Stunden arbeiten – Schlaf mit eingeschlossen. Vom Strand aus sind wir dann zurück zur Arbeit gegangen, wo alle Kinder sich erstmal den Sand abgeduscht und dann ihren Schlafplatz vorbereitet hatten. Ich half bei allem möglichen. Größtenteils durfte ich die Kinder mit dem Aufzug in das unterste Stockwerk hin zu den Duschen fahren und dann wieder abholen. 

Am Abend wurden Spiele gespielt, darunter Aktivity, was aber die Kategorien Gesang, Tanz, Malen und Mimik beinhaltete. Ich kann jetzt sagen, dass ich mich mit einem Sechsjährigen beim Tanzen gebattled habe; das war auch eine neue Erfahrung. 

Irgendwann gegen zwei Uhr und nach einem kurzen Besuch in der Kirche, war der Tag – endlich, denn ich war sehr müde – zu Ende. Geschlafen wurde auf Yogamatten oder Decken; bequem war es also nicht, aber meine Müdigkeit rettete mich, sodass ich die Nacht auch wirklich mit Schlafen verbrachte. 

Am nächsten Morgen wachte ich zu Justin Biebers „Mistletoe“ auf, was laut aus der Musikbox meiner Chefin kam. So weckten wir dann alle Kinder auf, räumten mit ihnen zusammen ihre Schlafsachen weg, aßen Frühstück und machten uns dann bereit. Am zweiten Tag ging es nämlich erstmal ins Theater von der „Neuen Cinderella“. Die Kinder fanden das Stück sehr toll und bekamen am Ende sogar Fotos mit den Darstellern. Ich habe, da das Theater auf Portugisisch war, die Handlung nicht ganz verstanden … es ging wohl um Zeitreisen, Intrigen und darum, dass Cinderella und ihre Stiefmutter eigentlich Schwestern sind. 

Danach war eine Tennisstunde für die Kinder gebucht. Sie hatten sich besser geschlagen, als ich erwartet hätte und waren ganz begeistert von ihrem Können. Ich war dann für das Fotomachen zuständig, was mir sehr gefallen hat. 

Nach dem Tennisspielen waren die Kinder ganz ausgelaugt und es ging auch wieder zurück zur Arbeit, wo ein Kind nach dem anderen abgeholt wurde. Ich konnte mich dann, ebenfalls müde, auch auf den Weg nach Hause machen und mich auf meinen Weihnachtsurlaub freuen. 

Faro & Weihnachten

Vom 23. bis zum 28. Dezember ging es mit meiner Zimmernachbarin Greta nach Faro an der Algarve, im Süden Portugals. Das Wetter war klasse – um und über zwanzig Grad und durchgehend Sonne. Meistens reichte ein Shirt aus, nur abends wurden die Jacken, die die letzten Tage so nötig waren in Lissabon, angezogen. Die Tage beschäftigen wir uns mit dem Entdecken der doch recht kleinen Altstadt und der atemberaubenden Natur drumherum. Faro liegt an einem Naturschutzgebiet, das man auf Wasserwegen oder auch teils zu Fuß entdecken kann. Am 24. machten Greta und ich Letzteres und merkten gleich, was für ein Glück wir mit unserer Metrokarte, die Zug, Metro, Bus, Tram und Fähre in ganz Greater Lisbon umfasst, haben. Denn wir mussten, um zu unserem Wanderweg zu kommen, ein Stück mit dem Bus fahren und dafür erst einmal Tickets kaufen. Diese waren zwar nicht Teuer (definitiv günstiger als ich es aus Deutschland kenne), aber wir hatten kaum Kleingeld und der Busfahrer musste uns einen Fünfziger wechseln. Der kleine Aufwand hat sich für die Wanderung aber sehr gelohnt. Im Naturschutzgebiet sahen wir sogar Flamingos! 

Heilig Abend feierten wir dann nach der Wanderung auch noch ein wenig. Wir machten uns selbstgemachte Pommes (bei der Menge überschätzten wir uns um einiges) und vegetarische Nuggets, schauten „Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel“ und übergaben und dann die Geschenke, die wir uns gegenseitig besorgt hatten. 

Ein paar Tage später fuhren wir dann mit der Fähre durch die Gewässer hin zur Ilha Deserta, die den südlichsten Punkt kontinental Europas beherbergt. Die Insel war recht leer, was aber auch an ihrer Weitläufigkeit lag. Rund um die Insel war Sandstrand und mittig viele mit Bodendeckern bewachsene Dünen, durch die man auf einem Holzweg spazieren konnte. Greta und ich hatten uns vorgenommen auch im Dezember im Meer zu schwimmen und taten das dann auch – immerhin waren es 23 Grad und strahlender Sonnenschein. Das Wasser war dann auch nicht so kalt wie erwartet und ich hielt es recht lange im Meer aus, ehe ich mich zurück aufs Handtuch legte und trocknete. 

Auf der ganzen Insel konnte man auch wunderschöne Muscheln finden – viele davon habe ich zurück nach Lissabon gebracht und Greta ebenso. In unserem Zimmer befindet sich jetzt eine gar nicht so kleine Sammlung. Ansonsten fanden wir auch ein Rochenskelet und ein paar vertrocknete Seesterne. 

Die Stadt entdeckten wir ausschließlich zu Fuß, was bei der Größe und Weitläufigkeit nicht besonders anstrengend war. Alle Kirchen, Museen und sonstige Sehenswürdigkeiten lagen nicht mehr als zwanzig Minuten von unserer Unterkunft entfernt. 

Das Naturschutzgebiet in Faro
Der südlichste Punkt kontinental Europas
Sonnenuntergang in Faro

Erwartungen für Januar

Ich hoffe, dass ich mich nicht schon wieder erkälte; vor allem, wo ich doch am ersten Januar im Meer schwimmen möchte (Neujahrsschwimmen). Ansonsten erwarte ich, dass es auf der Arbeit wieder ruhiger werden wird und ich größtenteils mit dem Vorbereiten und Erledigen verschiedener Aufgaben für die Kinder sein werde. 

Für Januar planen ich und einige Mitbewohnerinnen auch einen größen Ausflug, möglicherweise nach Nazaré.


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