Hallo!

Wie dem Titel zu entnehmen, werde ich dieses mal einige Fragen über meine Gastfamilie und Freunde beantworten. Viel Spaß beim Lesen!
1.  Wie sieht deine Gastfamilie aus bzw. aus wie vielen Personen setzt sie sich zusammen?

Meine Gastfamilie ist ziemlich groß, zusammen mit meiner italienischen Gastschwester und mir sind wir neun Personen: Meine Gasteltern, drei Mädchen (3, 6 und 12 Jahre alt), zwei Jungs (8 und 10 Jahre alt) und eben Valentina und ich. Außerdem sind die Eltern meiner Gastmutter jeden Tag da, um die Kleinen zur Schule zu bringen oder danach auf sie aufzupassen.

2.  Was sind typische Aktivitäten, die du mit deiner Gastfamilie unternimmst?

Mit so vielen Kindern so verschiedenen Alters etwas zu unternehmen, ist relativ schwer. Was jedoch immer geht, sind Ausflüge in den Park. Hier in Weston gibt es einen Park mit Spielplatz, Bäumen, auf die man klettern kann und ganz vielen Eichhörnchen. Er ist zusätzlich auch noch ziemlich nah am Strand, sodass man das ganze noch mit einem kleinen Strandspaziergang und ein paar Wettrennen verbinden kann. Ansonsten gehe ich öfter mal mit meiner ältesten Gastschwester in die Stadt oder ins Kino. Ich glaube, ich war in den 6 Monaten hier öfter im Kino, als in meinem ganzen bisherigen Leben. Natürlich spiele ich auch viel mit den Kleinen. Sobald es wieder wärmer wird, können wir auch endlich wieder den Pool aufbauen und das große Trampolin benutzen. So wie es gerade regnet und windet, wird das aber noch ein bisschen dauern.


Hier wird sooo viel gepuzzelt! Ich weiß nicht, wie oft ich Peppa Pig schon zusammengesetzt habe, aber es war sehr, sehr oft… Und wer weiß, wie oft noch, denn das sind die Lieblingspuzzle der Kleinsten… 😀

3.  Welche Unterschiede im Familienleben hast du kennengelernt?

Das erste ist wohl, dass ich zu Hause die zweitjüngste bin und selbst mein kleiner Bruder ist schon fast 15. So viel gespielt und Kinderfernsehen geschaut habe ich also schon lange nicht mehr (ich kann teilweise sogar in der Schule mitreden, wenn es um Serien geht, die man als man klein war geschaut hat, obwohl es die meisten in Deutschland gar nicht gibt oder sie zu neu sind, als das ich sie geschaut hätte.:)

Das ich so junge Gastgeschwister habe heißt natürlich auch, dass man ab einer bestimmten Uhrzeit leise sein muss, um niemanden aufzuwecken. Es ist nicht erst einmal vorgekommen, dass jemand meine 12-jährige Gastschwester und mich gebeten hat, leiser zu lachen. Ihr Zimmer ist nämlich auch noch direkt gegenüber von dem der zwei Kleinsten. Dazu kommt natürlich auch, dass etwas öfter geschrien und geweint wird, vor allem weil Spielzeug hier nicht sehr gerne geteilt wird.

Etwas anderes ist, dass meine Gastgroßeltern sehr oft da sind. Vor allem die Eltern meiner Gastmutter helfen jeden Tag mit. Meine eigenen Großeltern zu Hause hingegen, wohnen etwas weiter weg, sodass ich sie nur ein paar Mal im Jahr sehe. Ich finde es super, dass die beiden so oft da sind, denn sie liefern sich des Öfteren sehr witzige Wortgefechte und erzählen uns lustige Geschichten über unsere Gastmutter.

Naja, ansonsten wird hier nur das Abendessen so gut wie immer zusammen gegessen, das aber normalerweise ohne unsere Gasteltern und außer dass wir unser eigenes Zimmer sauber halten, wird was den Haushalt angeht nichts von uns erwartet. Trotzdem helfen wir natürlich ab und zu mit. 🙂


Kurz vor Silvester haben wir zusammen Aladdin als Musical/Comedy-Show angeschaut.(Valentina und ich dachten, wir schauen ein normales Theaterstück und waren ziemlich überrascht).

4.  War es schwierig Freunde in der neuen Heimat zu finden? Hast du Tipps für zukünftige Weltenbummler?

Das mit dem Freunde finden kommt wirklich am meisten auf dich selber an. Bei uns in Deutschland war es meistens so, dass jeder versucht hat sich mit den neuen anzufreunden und jede Gruppe wollte sie für sich gewinnen, hier ist das nicht so. Auch wenn vielleicht nicht alle sofort auf einen zukommen, wenn man sich irgendwo mit dazu stellt, sind alle sehr freundlich und eher interessiert. Also nur Mut, euch wird keiner weg schicken, ihr müsst euch nur trauen!

Wir haben am Anfang zwei Mädchen zugeteilt bekommen, die uns zeigen sollten, wie wir zu unserem nächsten Kurs kommen und so weiter. Sie haben uns dann auch mit zu ihren Freunden genommen, mit denen wir die ersten Pausen verbracht haben. In den Mittagspausen sind wir öfter zu zweit nach draußen gegangen, als es dann aber kälter geworden ist, ging das nicht mehr. Wir sind also in den Essbereich und nach einigem Überlegen auf einen Tisch mit Leuten zugegangen, mit denen wir zwar nichts zu tun hatten, die uns vom Sehen aber einigermaßen bekannt vorkamen. Als sie uns gesehen haben, wurden wir direkt an den Tisch eingeladen und sie sind für uns etwas zusammen gerückt.

Sobald ihr einmal irgendwo Anschluss gefunden habt, lernt ihr automatisch mehr Leute kennen. Ich bin zum Beispiel auch mit Leuten befreundet, mit denen ich keinen einzigen Kurs zusammen habe. Und bitte, macht euch keine Gedanken darüber, ob ihr beim Sprechen viele Fehler macht oder sprecht nicht, aus Angst, dass sie euch auslachen oder sonstiges. Das wird keiner tun. Eher im Gegenteil! In England ist es nämlich nicht sehr verbreitet, dass Leute mehr als eine Sprache flüssig sprechen. Die meisten sind daher sehr beeindruckt, dass ihr überhaupt in der Lage seit, euch in einer Sprache zu verständigen, die ihr nicht seit eurer Geburt sprecht.

Kurzgefasst zwei Dinge: geht auf die Leute zu und habt keine Angst davor zu sprechen. Sonst denken alle, ihr wärt total schüchtern und versuchen deswegen auch nicht, euch mit in Gespräche einzubinden.


Meine Gastschwester und ich haben herausgefunden, dass man auf das Dach vom Parkhaus des Einkaufszentrums gehen kann und von dort hat ma eine wunderschöne Sicht auf das Meer!

5.  Was hast du von deiner Gastfamilie oder auch deinen Freunden im                         Gastland gelernt?

Was mich am meisten überrascht hat, ist wie verbindend Sprache und Herkunft sein können. Sich mit den anderen Austauschschülern anzufreunden, ging viel schneller, als mit den Leuten hier; selbst wenn jemand sich auf Englisch nicht so gut ausdrücken konnte, wir haben uns gegenseitig immer verstanden. Selbst wenn es kein Engländer verstanden hat, wir wussten, worum es geht.

Relativ witzig fand ich auch, dass man meistens gleich mit allen befreundet war, die aus dem gleichen Land kommen. Im Heimatland wäre die Freundschaft vielleicht nie entstanden, weil man total unterschiedliche Interessen hat, aber hier war der andere plötzlich eine der wenigen Personen, die wissen was man meint, wenn man über die Heimat spricht, jemand, der einen besser versteht, als die anderen.

Das mit dem Sprechen ist ja auch schon in der vorherigen Antwort enthalten. Es ist kein Problem, eine ruhige Person zu sein, die nicht viel spricht. Jedoch sollte man es wenigstens versuchen, sonst schließt man sich davon aus, Freunde zu finden. Gedankt sei meiner Fähigkeit wie ein Wasserfall zu reden. 🙂


Dieses „Monster“ habe ich zusammen mit dem jüngeren der zwei Jungs gebaut. Innen gibt es sogar ein kleines Fach und einen Griff zum Herumfahren gibt es natürlich auch.

6.  Welchen Gruß möchtest du gerne an deine Familie und deine Freunde zu               Hause richten?

Ich bin wirklich froh, dass ich von so tollen Menschen wie euch umgeben bin! Man würde wohl davon ausgehen, dass ich traurig werde, wenn ich an euch denke, weil ich euch vermisse. Aber das geht gar nicht. Denn jedes Mal, wenn ich an einen von euch denke, kommen so viele schöne Erinnerungen hoch, dass ich ein Lächeln im Gesicht habe und mich schon auf all das freue, was wir noch erleben werden. Danke dafür! Ich habe euch alle lieb, das wisst ihr ja.

Übrigens: Nur noch vier Monate, dann müsst ihr mich schon wieder aushalten, die Zeit vergeht so schnell!

Ich hoffe natürlich mal wieder, dass das alles hier nicht nur in meinen Gedanken Sinn ergibt und hier ein kleiner Einblick zu gewinnen ist.

Liebe Grüße aus England!

Rahel 🙂

 

P.S.: Leider darf ich keine Bilder mit meinen Gastgeschwistern verwenden, deshalb sind hier keine eingefügt.


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