Es bleiben noch drei Tage, bis ich die erste Tür meines fabulösen Adventskalenders, der mir aus Deutschland zugeschickt wurde, öffnen darf. So langsam wird es doch ein wenig weihnachtlicher, auch wenn das bei so vielen Sonnenstunden, doch schwerer zu realisieren ist.

Dekoration

Nachdem ich von meiner Reise nach Málaga wiedergekommen bin, fand ich eine komplett dekorierte Wohnung vor. Der für spanische Verhältnisse typische Plastikweihnachtsbaum darf dabei nicht fehlen und auch sonst ist das Gesamtbild nach meinem Geschmack leicht überladen. (Doch auch in Deutschland gibt es schließlich Familien, die es aus meiner Sicht mit der Dekoration etwas übertreiben.)

Im Vergleich zur Extravaganz der Weihnachtsbeleuchtung von Málaga wirkt die Wohnung jedoch bescheiden. Sie wurde am letzten Novemberwochenende erstmals erleuchtet, was nicht ohne eine große Anzahl an Zuschauern geschah. Der Moment, als die Lichter perfekt auf die Musik abgestimmt angingen und alle anfingen „Feliz Navidad“ zu singen, weckte in mir das erste innere Gefühl von Wehnachtlichkeit.

Feliz Navidad.
Feliz Navidad.
Feliz Navidad, próspero año y felicidad.

I wanna wish you a merry christmas.
I wanna wish you a merry christmas.
I wanna wish you a merry christmas
from the bottom of my heart.

Schüleraustausch, ODI, Open Door International e.V., Auslandserfahrung, Auslandsjahr, Stipendium, Stipendiatin, Schule im Ausland, Weihnachten, Silvester, Feiertage, Alltag, Spanien, Europa
Weihnachtsbeleuchtung in Málaga tagsüber

Schüleraustausch, ODI, Open Door International e.V., Auslandserfahrung, Auslandsjahr, Stipendium, Stipendiatin, Schule im Ausland, Weihnachten, Silvester, Feiertage, Alltag, Spanien, Europa
Fußgängerzone mit Beleuchtung

Süßigkeiten

Auch der Teller mit den Süßigkeiten wird nicht leer. In Spanien werden diese einzeln in Papier verpackt und nach Kilopreis verkauft. Die Vielfalt reicht dabei von Sesam, Zimt, Zitrone und Schokolade bis zu Mandel, Olivenöl und Kokos als Geschmacksrichtungen. Außerdem wird eine Menge Turrón verzehrt (meine Lieblingssorte ist dunkle Schokolade mit Mandeln).

Schüleraustausch, ODI, Open Door International e.V., Auslandserfahrung, Auslandsjahr, Stipendium, Stipendiatin, Schule im Ausland, Weihnachten, Silvester, Feiertage, Alltag, Spanien, Europa, Advent
Weihnachtssüßigkeiten

Deutsche Spezialitäten muss ich jedoch auch dieses Jahr nicht missen, denn zum einen werde ich mit Paketen verwöhnt und zum anderen findet man im hiesigen Lidl ein ähnliches Sortiment wie in der Heimat. Für eine deutsche Freundin und mich ist es immer wieder ein Erlebnis dort vorbei zu schauen und auch im Ein-Euro-Shop „T€DI“, in dem alles auf Deutsch etikettiert ist, macht es irgendwie Spaß, einfach nur zu gucken.

Geschenke und Kommerz

Wie in allen Industrieländern ist das Weihnachtsgeschäft ein großes Thema. Besonders der „Black Friday“ war hier ein riesiges Gesprächsthema. Ich weiß nicht, wie oft ich meine Mitschüler darüber reden gehört habe, was sie sich kaufen wollen.

Da wir mit der Familie an „Noche Buena“ (Heiligabend) „Amigo Invisible“ (Unsichtbarer Freund) spielen werden, muss ich mir ein Geschenk für meinen Gastbruder Toni überlegen. Denn ich habe ihn gezogen und bin demzufolge sein unsichtbarer Freund. In meiner Gastfamilie hat man sich das Konzept ausgesucht, weil sie einfach aus zu vielen Personen besteht und es unmöglich ist, jedem etwas zu schenken. Auch die Finanzkrise lässt viele Menschen ihre Geschenkkäufe überdenken. An sich hat der 24. Dezember in Spanien eher weniger Bedeutung. Doch auch an diesen Tagen darf eine der Lieblingsbeschäftigungen nicht fehlen: ausgiebiges Essen. Daher werde ich vermutlich die drei Feiertage essend und den Rest der Familie kennenlernend zubringen.

Silvester und Heilige Drei Könige

Heilige Drei Könige wird dafür umso größer gefeiert. So hat mir meine Gastmutter neulich z. B. ein Video gezeigt, in dem die Könige durch die Straßen reiten und den Kindern Süßigkeiten zuwerfen. Eigentlich sind es auch sie, die die Geschenke bringen.

Zwischen diesen beiden Feiertagen liegt „Noche Vieja“, also Silvester, das in Valencia vermutlich mit einem bombastischen Feuerwerk gefeiert werden wird, denn die Menschen hier haben Schwarzpulver im Blut. An Fallas (der Festwoche im März) gibt es zumindest immer sehr beeindruckende Arrangements von Pyrotechnik und auch die ,,Kostprobe“, die ich an einem Feiertag im Oktober bekam, spricht dafür. Allein dort ging das Spektakel 30 Minuten und steigerte sich immer weiter. Außerdem ist es Tradition, in den letzten zwölf Sekunden des Jahres jeweils eine Traube zu essen. Doch da es sich als schwierig herausstellt, jede Traube mit Schale so schnell zu zerkauen und zu schlucken, werden mittlerweile entkernte, geschälte Trauben angeboten oder man macht es wie meine Gastmutter und setzt sich die letzten 20 Minuten des Jahres hin, um die Trauben zu pellen…

Bis es aber soweit ist, werde ich hier noch Plätzchen backen, die letzte Zeit mit Austauschschülern, die sich an Weihnachten verabschieden, genießen und mich jeden Tag wie ein kleines Mädchen über meinen Adventskalender freuen.

 

Schüleraustausch, ODI, Open Door International e.V., Auslandserfahrung, Auslandsjahr, Stipendium, Stipendiatin, Schule im Ausland, Weihnachten, Silvester, Feiertage, Alltag, Spanien, Europa, Advent
Anfänge der Weihnachtlichkeit


1 Kommentar

Heinze Claudia · 2. Januar 2018 um 13:38

Hallo Marlene! Wir wollen dir von Schwabhausen aus auch ein gesundes neues Jahr wünschen und sind sicher, dass du weiterhin sehr viele neue Einblicke und Freundschaften genießen wirst. Bleib gesund und gib auf dich acht.
Stefan und Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.