Eine Zeit, auf die sich wohl die meisten jedes Jahr aufs neue freuen; eine Zeit voller Plätzchenbacken, Musik und allem, was eben dazu gehört – die Weihnachtszeit!

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Der große Baum im Einkaufszentrum hier, der mich daran zweifeln ließ, ob wirklich erst November ist…

 

Da fühlt man sich einerseits, als wäre man schon seit einer Ewigkeit hier und anderseits denkt man, dass so viel Zeit noch gar nicht vergangen sein kann und dann ist plötzlich Dezember. Das heißt nicht nur, dass leider schon ein Drittel meiner Zeit hier vorbei ist, sondern auch, dass Weihnachten immer näher kommt. Somit eine Zeit voller Traditionen, wobei sich doch einige von denen in Deutschland unterscheiden.

Eine Sache beschreibt der Refrain von „Go Tell It On The Mountain“ ganz gut:

Go, tell it on the mountain
Over the hills and everywhere!
Go, tell it on the mountain
That Jesus Christ is born!

Schon Anfang November wird es richtig weihnachtlich, viel zu früh, wenn es nach mir geht. Schon sehr früh findet man keinen Ort mehr, an dem es nicht weihnachtlich dekoriert ist oder sogar ein Weihnachtsbaum steht. Es eröffnen extra Läden, um Lichterketten, Geschenkpapier, Lametta und Geschenkekartons zu verkaufen. Es ist, als müsste man überall verkünden, dass es zwei Monate später so ein Fest gibt, dass man nicht vergessen sollte, so fern überhaupt möglich wäre… 🙂

Endlich Dezember!

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Unser großer Weihnachtsbaum

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Der Esstisch muss natürlich auch hübsch aussehen, zumindest, wenn gerade niemand isst

Lange ließ natürlich auch die Dekoration im Haus nicht auf sich warten. Genauso wie der Baum kam sie gleich am 1. Dezember.

Mit dem 1. Dezember kamen natürlich auch Adventskalender und unser cooler „Naughty Elf“. Naughty Elf ist eine kleine Puppe (logischerweise ein Weihnachtself), die über Nacht irgendwelche Streiche spielt oder einfach etwas ungezogenes macht. In den letzten Tagen hat er zum Beispiel Mehl verteilt, um darin Schneeengel zu machen, Süßigkeiten geklaut, Geschenke verteilt, obwohl noch gar nicht Weihnachten ist, der ältesten meiner Gastschwestern (12) eine Brille ins Gesicht gemalt… Es ist echt immer total süß, wenn die kleinen morgens nach dem Elf suchen, um zu sehen, was er wieder angestellt hat!

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The Christmas village- Oh Tannenbaum habe ich noch nie so schief hören müssen! 😀

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Unsere ersten Plätzchen! Sie waren zwar nicht so, wie erhofft, jedoch trotzdem sehr beliebt.

Wie anfangs schon erwähnt, ist das Plätzchenbacken eine der Sachen, auf die ich mich immer besonders freue. Dabei sind die Kekse noch nicht einmal das Wichtigste, es geht viel mehr um das gemeinsame Backen und den Spaß dabei. Ich habe mich also mit einer Freundin verabredet, um Plätzchen zu backen und vorher gemeinsam die Zutaten zu kaufen (sie kommt übrigens auch aus Deutschland, ich glaube ja schon fast, dass nur Deutsche extra für die Weihnachtszeit Kekse backen).

So gut sich unser Plan auch anhörte, hat er nicht ganz funktioniert: es gab in keinem Supermarkt Zitronen, erst recht keine Bio-Zitronen, deren Schale man hätte verwenden können und wenn man in England nach Vanillezucker fragt, bekommt man süßes Vanillearoma. Rührgeräte oder einen richtigen Schneebesen gibt es in den meisten Haushalten auch nicht. Wir mussten unsere Eier-Butter-Zucker-Masse also mit einem Kartoffelstampfer schaumig schlagen und unsere Vanillekipferl haben am Ende wie Shortbread geschmeckt. Nicht schlecht, aber eben nicht, wie erwartet…

Dazu meinte die Gastmutter meiner Freundin, dass es ja viel billiger und praktischer sei, einfach Kekse zu kaufen: man muss weder die Zutaten noch den Strom bezahlen und hat außerdem nicht so einen großen Aufwand. Mehr als zwei Sorten muss man auch nicht backen, denn dann hat man ja schon genug. Wir haben versucht alles zu erklären, aber England ist und bleibt einfach ein Land, in dem jede Art von fertigem Essen bevorzugt wird.

Was wäre die Weihnachtszeit, ohne einen Weihnachtsmarkt?

Die Frage haben sich wohl ein paar Leute hier gefragt und sich dann überlegt, einfach einige „deutsche“ Weihnachtsmärkte zu eröffnen…

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An einem der Stände, an dem man sich für viel zu viel Geld eine Wurst kaufen könnte, sollte man das wollen…

Es ist wirklich eine Erfahrung für sich, eine deutschen Weihnachtsmarkt in England zu besuchen.

Was mich als erstes sehr verwundert hat ist, dass es nur sehr wenige Stände gab, obwohl Bristol ja eigentlich ziemlich groß ist.

Das Beste ist jedoch, dass an ungefähr der Hälfte der Stände scheinbar typisch deutsches Essen verkauft wird. Bratwurst, Schnitzel, Bratkartoffeln, Glühwein (leider kein Punsch) okay, aber was ist denn an Champignons mit Knoblauch oder Krakauern mit Baconfüllung so deutsch? Und warum sollte man Sauerkraut und saure Gurken an einen Stand stellen, wenn man sie doch gar nicht verkauft sondern nur zum Ausdruck bringen möchte, wie deutsch alles ist? Sogar Ketchup und Senf waren aus Deutschland und nicht zu vergessen, natürlich gab es auch Bier und die Leute an den Wurstbuden trugen alle rot-weiß-karierte Hemden (die so gar nicht wie die Trachtenhemden aussehen). Es war auf jeden Fall sehr amüsant und ich freue mich schon sehr auf den großen Weihnachtsmarkt in Bath.

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Die Stockings der fünf Kleinen

So begeistert die Leute von Weihnachtsmärkten sind, so wenig können sie mit Adventskränzen anfangen. Selbst wenn man versucht es zu erklären. Anscheinend ist es einfach schwer nachvollziehbar, weshalb man sich ein paar Zweige mit Kerzen drauf hinstellen sollte, wenn man es nicht kennt. Genauso wenig wollen die Leute verstehen, dass der Nikolaus nicht Father Christmas ist.

Den Nikolaustag am 6. Dezember gibt es nämlich nicht, dafür werden an Weihnachten Stockings aufgefüllt, was ja recht ähnlich ist, zwei unterschiedliche Personen bleiben aber trotzdem.

Weihnachten an sich ist dann doch wieder recht ähnlich. Es wird zwar wahrscheinlich das erste Weihnachten seit langem, an dem ich nicht in die Kirche gehe, aber wir werden von Familie besucht, selbst Familie besuchen und soweit ich weiß, wird es bei den Eltern meiner Gastmutter in einer ziemlich großen Runde Roast Dinner geben. Ich bin mal gespannt, was auf mich zukommt!

 

Eine wunderschöne Weihnachtszeit von mir an dieser Stelle!

 

Rahel


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