Hallöchen, das letzte Mal habe ich ja über meinen meinen Schulalltag geschrieben, sodass ich jetzt erzählen werde, was ich sonst noch so mache beziehungsweise, wie sich mein Leben in Chile so eingschuckelt hat.

Mein Tag beginnt normalerweise damit, dass meine Mutter mich um etwa viertel vor sieben weckt. Falls ich nicht schon von dem Vogelgezwitscher oder den Hunden aufgewacht bin … die Fenster sind hier ziemlich dünn. Dann machen wir uns fertig, frühstücken, streiten uns, wer zuerst ins Bad geht, bis wir zur Schule gebracht werden.

Nach der Schule gehe ich mit Freunden nach Hause, dieser Weg wird mittlerweile immer anstrengender, da es immer wärmer wird. Hier fühlen sich die Temperaturen einfach viel heißer an, als in Deutschland und die Sonne brennt mehr – und meistens scheint die Sonne. Deshalb verbringe ich die meiste Zeit, nachdem ich nach Hause gekommen bin, in der Küche. Das ist der kühlste Raum bei uns zuhause, oben ist es um die Zeit schwer auszuhalten. Abends kommen meine Eltern von der Arbeit und wir essen zusammen „once“. Das ist  eine Kleinigkeit zu essen, meistens Brot (da man auch hier viel Brot isst) und dazu trinkt man Tee. Beim Essen sprechen wir über unseren Tag und andere weltbewegende Themen.

Nach dem Essen lerne ich mit meinem Gastbruder in meinem Alter ein bisschen Deutsch, da er auch einen Auslandsaufenthalt in Deutschland plant. Das ist auch für mich ganz spannend, da man so nochmal ganz anders über seine „eigene“ Sprache nachdenkt, die man sonst einfach nur spricht. Danach gehen wir irgendwann schlafen, um die Zeit kann man es auch wieder in den Zimmern aushalten …

Auf den „Ramadas“ während den Fiestas patrias

Am Wochenende treffe ich mich meistens mit Freunden, zum Beispiel gibt es samstagmorgens immer einen Markt ganz in meiner Nähe, wo man wirklich alles finden kann, solange man etwas Zeit mitbringt. Ansonsten gehen wir öfter nach Viña del mar, einer schönen Hafenstadt am Meer. Dort schlendern wir dann an der Promenade entlang, wo es auch meistens kleine Stände mit Schmuck und anderen Sachen gibt. Und viele Büdchen die Süßigkeiten verkaufen, ich liebe die Süßigkeiten hier, vor allem Churros, das ist eine Art frittiertes Gebäck, das man entweder nur mit Puderzucker essen kann oder gefüllt mit Schokolade oder Manjar (das ist ein sehr süßer Aufstrich, in anderen Ländern Lateinamerikas wird es auch dulce de leche genannt). Und natürlich gehen wir an den Strand, wobei das Wasser hier sehr kalt ist. Aber man kann ja auch so am Strand sein …

Geburtstag von meinem Gastpapa

Abends gehe ich oft mit meinen Brüdern raus, dann treffen wir uns mit Freunden, oder meine Freunde aus der Schule organisieren eine Party. Sonntags verbringe ich den Tag normalerweise mit der Familie, wobei wir meistens nichts Großes unternehmen, außer ein Familienmitglied feiert Geburtstag, und meine Familie ist sehr groß …

Aber letztens Wochenende (langes Wochenende) bin ich mit meinen Eltern, meinem Gastbruder in meinem Alter, einem großen Gastbruder mit seiner Freundin und einer großen Gastschwester mit ihrem Freund ins Valle del Elqui gefahren.

Valle del Elqui

Das liegt im Norden von Chile und dort haben wir gezeltet. Das Valle (Tal) ist fast in der Wüste und es gibt dort keine Städte, deshalb konnte man in den Nächten einen beeindruckenden Sternenhimmel sehen. Auf dem Rückweg sind wir dann noch an einem Stausee vorbeigekommen, inmitten der trockenen Berge mit Kakteen … Das war wirklich ein besonderer Ausflug.

An einem Stausee auf dem Rückweg nach Hause

Auf dem Campingplatz im Valle

So verbringe ich meine Tage hier, wobei ich natürlich immer noch viele neue Sachen entdecke und kennenlerne …

 


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