Hohoho, Weihnachten steht vor der Tür, deshalb soll es in diesem Beitrag über die Vorweihnachtsstimmung gehen … das ist tatsächlich ein etwas schwieriges Thema, da es hier mittlerweile wirklich warm ist und sich so überhaupt nicht nach Weihnachten anfühlt. Man kann in den Supermärkten zwar Christbaumkugeln kaufen – aber daneben sind die Bikinis und Strandkleider im Angebot. Ich war letzte Woche in der Atacamawüste im Norden Chiles und dort haben wir dann vor lauter Verzweiflung angefangen, lauthals Weihnachtslieder zu singen. Bei brennender Hitze, die anderen Touristen haben uns teilweise etwas irritiert angeschaut. Es hat leider auch nicht so viel geholfen.

Aber jetzt, wo ich wieder zuhause bin, merkt man doch ganz leicht, dass bald Weihnachten ist. Zum Beispiel wird an meiner Schule jetzt Jingle Bells gespielt, wenn die Pause aufhört. Und es gibt ein paar Leute, die ihre Gärten und Häuser geschmückt haben, ähnlich wie in Deutschland.

Mein kleiner Gastbruder mit dem Weihnachtsmann

Ich habe aber bisher noch nichts von besonderen Weihnachtstraditionen oder Bräuchen mitbekommen, das meiste wurde aus Europa hergebracht. So ist hier der Weihnachtsmann genauso in dicken, roten Klamotten unterwegs, was angesichts der Temperaturen eigentlich ein bisschen merkwürdig ist. Auch die Weihnachtslieder sind teilweise dieselben. Hier singt man „Stille Nacht“ nur das es hier „Noche de paz“ heißt. Es gibt aber auch einige Lieder, die ich so nicht aus Deutschland kannte. Meine Schwester, die früher in einem Weihnachtschor gesungen hat, hat mir ein paar typische Weihnachtslieder vorgesungen und dieses hat mir am besten gefallen:

„El Tamborilero

El camino que lleva a Belen,
baja hasta el valle que la nieve cubrio.
Los Pastorcitos quieren ver a su rey,
le traen regalos en su humilde zurron.
Ropo Pom Pom,
Ropo Pom Pom
Ha nacidado en un portal de belen el niño dios.

Yo quisiera poner a tus pies,
algun presente que te agrade señor,
mas tu ya sabes que soy pobre tambien,
y no poseo mas que un viejo tambor tambor
ropo pom Pom,
ropo pom pom.
En tu honor frente al portal tocare con mi tambor.

El camino que lleva a belen,
yo voy marcando con mi viejo tambor,
nada mejor hay que te pueda ofrecer,
su ronco acento es un canto de amor,
Ropo Pom Pom,
Ropo Pom Pom.
Cuando me vio tocando ante el me sonrio,
Ropo Pom Pom,
Ropo Pom Pom.“

(In dem Lied geht es um einen Tamborinspieler, der wie die drei Weisen dem „Sohn Gottes“ etwas schenken möchte. Da er aber arm ist, kann er nur für ihn auf seinem Tamborin spielen. Das kommt dann aber auch sehr gut an.)

Ansonsten ist Weihnachten auch hier ein Fest, das man in der Familie feiert, an Heiligabend wird mit allen groß zu Abend gegessen und kurz nach Mitternacht – also am 25. – werden die Geschenke geöffnet.

Familienadventskalender

Da dieser Austausch ja in beide Richtungen geht, habe ich meiner Familie einen Adventskalender gebastelt, um ihnen ein bisschen Tradition aus Deutschland zu zeigen. So kann jeden Tag einer ein „Türchen“ aufmachen. Das ist wirklich gut angekommen, sie sind jeden Abend ganz gespannt, was sie auspacken werden. Und nächste Woche werde ich mit ihnen Plätzchen backen – die Ausstecher dafür werden sie im Adventskalender finden …

In diesem Sinne …

Fröhliche Weihnachten!

 

 

 

 


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