Dieses Jahr Weihnachten war für mich sehr anders. Die Vorweihnachtszeit begann bereits Ende November. Mir fiel es auf, als ich von der Schule nach Hause lief und bereits bei einigen Läden Weihnachtsdekorationen gesichtet habe. Als ich weiter lief sah ich fortlaufend viele Läden, Fastfood Restaurants und auch private Häuser komplett geschmückt. Ich war sehr verwirrt, denn für mich war gerade erst Halloween vorbei.   

In der Schule bemerkte ich allerdings nichts von Weihnachten. Ich konnte keine Dekorationen sehen. Es wurde auch keine Themen der Weihnachtszeit vorgestellt. Es war ganz normal Schule. Bis unsere Englischlehrerin uns fragte, was wir denn noch behandelt haben möchten. Daraufhin zeigte sie uns das irische Weihnachtslied.

Es heißt „Fairytale of New York“. Es ist kein sehr typisches Weihnachtslied wie z.B. „Alle Jahre wieder“ oder „O Tannenbaum“ in Deutschland.   

Mitte Dezember kam auch ich in die Weihnachtsstimmung, als ich in Tralee war. Ich musste unbedingt Weihnachtseinkäufe für meine Gastfamilie machen. Als wir in der Stadt ankamen war die gesamte Stadt verziert. Ich sah viele bunte Lichter an den Gebäuden hängen. Außerdem hingen über mir mehrere Lichterketten. Sie hingen von einem Haus zum nächsten. Leider gab es so wie in Deutschland keine Stände, an denen man typisch weihnachtliches Essen probieren kann. Es war für mich das erste Mal, in so einer geschmückten Umgebung zu sein. Wie ein kleines Kind lief ich durch die Straßen, hörte die typische Weihnachtsmusik, wie „Jingle Bells“, „We wish you a merry Christmas“ aber auch „Fairytale of New York“. Dazu machte ich nebenbei meine Weihnachtseinkäufe. Ich ging von Laden zu Laden. Es war für mich auch das erste Mal so richtige Weihnachtseinkäufe zu machen.   

In der Woche vor Weihnachten hat es eines abends an der Haustür geklopft. Ich habe gerade telefoniert. Da stand bereits der Weihnachtsmann vor der Tür. Er holte sich ein Bier ab, machte mit uns Fotos und verließ uns ganz plötzlich wieder. Ich war total verwirrt, da es noch nicht Weihnachten war. Meine Gastmutter klärte mich dann auf und sagte, dass er jedes Jahr einen kleinen Vorbesuch abstattet.   

  

Zu Christmas Eve (24.12.) haben wir uns abends getroffen.  Wie immer war der Raum geschmückt. In der Ecke stand der Weihnachtsbaum. Außerdem hing an der Decke eine Girlande, die mit einer Lichterkette verbunden war. Wir kamen zusammen, sogar mein irischer Gastbruder, der 20 Jahre alt ist und in den Niederlanden studiert, besuchte die Familie. Wir hatten ein paar Snacks gegessen. Anschließend übergaben wir uns die Geschenke. Erstaunlicherweise habe ich mit den Geschenken ins Schwarze getroffen. Bei der Auswahl beachtete ich die Interessen meiner Gastfamilie. Für den Vater, der ein Liverpool Fußballfan ist, hatte ich einen Schlüsselanhänger und einen Rucksack von dem Fußballverein Liverpool gekauft, für seine Frau ein Fläschchen Parfüm (du kennst bestimmt den französischen Begriff). Mein italienischer Gastbruder und ich bekamen jeweils ein T-Shirt von meiner Region Kerry und eine Tasse zum Tee trinken. Auf der Tasse steht in alter Schrift “Ich mag den Weihnachtsmann” auf Irisch.-> Etwa so: “Is maith liom Santa”. Am Christmas Tag (25.12.) haben wir uns um 14 Uhr zum großen Mittagessen am festlich gedeckten Tisch getroffen. Er wurde mit Weihnachtsgeschirr gedeckt. Dazu standen noch zwei Duftkerzen auf dem Tisch. In Irland sind Räucherkerzen sehr unüblich, die meisten kennen es überhaupt nicht. Es gab Pute und Schwein und dazu verschiedene Beilagen wie Kartoffelbrei, Rosenkohl, Erbsenbrei und Möhren. Das Schwein wurde in Coca-Cola gekocht, das ist anscheinend typisch Irisch. Es schmeckte hervorragend. Die Pute war zart und nicht trocken gebraten! Dazu gab es für alle, außer für meinen Gastbruder und für mich, Wein. Aber wir haben Traubensaft aus dem Weinglas trinken dürfen.   

  

Silvester war ebenfalls sehr ruhig. Nach dem Abendbrot ist jeder nochmal auf sein Zimmer gegangen, da alle sehr müde waren. Gegen 22 Uhr haben wir uns wieder im Wohnzimmer getroffen. Bis zum Countdown unterhielten wir uns. In Irland ist es verboten im privaten zu knallern. Es ist mehr ein Fest des Feierns, indem man Partys macht Als es dann Neujahr war, sind wir alle ins Bett gegangen.  

  

Im Großen und Ganzen war Weihnachten und Silvester komplett anders für mich. Ich habe noch nie Weihnachten nur an einem Ort verbracht. Zu Hause bin ich jeden Tag zu einer anderen Familie von mir gereist. Kurz gesagt, ich habe einen guten Eindruck gewinnen können, wie die Iren Weihnachten und Neujahr feiern. Ich überlege ob ich nächstes Weihnachten auch mal an einem Ort bleibe.  


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