Eins habe ich in meinem Auslandsjahr festgestellt: Ohne meine Gastfamilie und meine Freunde wäre mein Auslandsjahr niemals so schön geworden und ich hätte längst nicht so viel Spaß gehabt. 

Deutsche Familie- Französische Familie

Ich habe festgestellt, dass in Frankreich die Familie eine viel größere Rolle spielt als in Deutschland. In Deutschland verbringe ich zwar relativ viel Zeit mit meiner Familie, aber hier in Frankreich verbringe ich so gut wie jedes Wochenende mit meiner Gastfamilie. Ich denke das liegt daran, dass die Franzosen unter der Woche den ganzen Tag arbeiten und die Schüler von morgens bis abends in der Schule sind, dass sie deswegen am Wochenende voneinander profitieren und die Zeit zusammen verbringen. Auch wenn meine Gastfamilie unter der Woche nicht viel Zeit hat und wir alle erst gegen 19 Uhr nach Hause kommen, nehmen wir uns abends viel Zeit, um alle zusammen zu essen. Auch in Deutschland esse ich abends meistens zusammen mit meiner Familie, aber hier in Frankreich nutzen die Leute das gemeinsame Abendessen, um sich zu unterhalten und vom anstrengenden Tag runter zu kommen und natürlich auch um zu essen- und davon sehr viel.

Mit meinem Gastbruder bei unserer Winterwanderung

Was mir an meiner Gastfamilie besonders wichtig ist

Ich glaube, ohne meine Gastfamilie wäre ich in meinen ersten Wochen verloren gewesen was Organisation und Sprache angeht und sie haben mir meinen Start sowie die Zeit danach sehr erleichtert. Ich schätze besonders an meiner Gastfamilie, dass sie immer für mich da sind wenn ich ein Problem habe und was mir eigentlich noch viel wichtiger ist, dass ich mit ihnen immer lachen kann. So oft bin ich nach anstrengenden Schultagen spät nach Hause gekommen und trotz Erschöpfung habe ich mit ihnen gelacht bis ich Bauchschmerzen hatte. An meinen Gasteltern schätze ich besonders, dass sie sich an den Wochenenden die Zeit genommen haben und mir so viele schöne und interessante Orte gezeigt und erklärt haben. An meinen Gastgeschwistern schätze ich am meisten, dass sie mich wie eine richtige Schwester behandeln, was mich sehr verwundert, da es normalerweise schwierig für die Gastkinder ist eine neue Person in der Familie zu haben. Mit meinen Gastgeschwistern habe ich ein sehr enges Verhältnis, da sie nur wenige Jahre jünger als ich sind und wir drei auch den selben Sport betreiben. Wir verbringen vor allem abends viel Zeit zusammen und verbringen die meiste Zeit mit reden und lachen. Mit meiner Gastschwester ist es zur Normalität geworden, dass wir uns unsere Klamotten teilen und mein Gastbruder und ich haben viele gemeinsame Freunde, weswegen wir auch Silvester zusammen gefeiert haben. Meine Gastfamilie ist mir in den Monaten, die ich in Frankreich verbracht habe sehr ans Herz gewachsen und ich kann sagen, dass sie wie eine zweite Familie für mich geworden sind.

Mit meinen Gasteltern und meiner Gastschwester an Weihnachten vor dem Weihnachtsbaum

Freundschaft Deutschland- Freundschaften Frankreich

In Frankreich pflegen die Jugendlichen ihre Freundschaften in der Schule und bei ihrem Sport und ich wurde sagen, dass das Grundprinzip von Freundschaft genauso wie in Deutschland ist. Allerdings hängt die Vorstellung von Freundschaft, genauso wie in jedem anderen Land, ganz von den Personen ab und jeder hat andere Wertvorstellungen. Ich persönlich sehe keinen großen Unterschied zwischen meinen französischen und deutschen Freundschaften. Allerdings finde ich, dass die Gespräche mit meinen Freunden hier in Frankreich meistens ein bisschen interessanter sind, was vermutlich an der Sprache und der unterschiedlichen Einstellungen liegt.

Mit meinen Freundinnen aus meiner Handballmannschaft wird es nie langweilig

Was mir an meinen Freunden in Frankreich besonders wichtig ist

Ich muss zugeben, dass es mir am Anfang nicht sehr leicht gefallen ist, schnell Freunde zu finden, da die Franzosen, oder zumindest die Jugendlichen meiner Schule am Anfang ein bisschen schüchtern und verschlossen mir gegenüber waren und auch nicht sehr interessiert an jemanden aus einem anderen Land. Doch schon nach kurzer Zeit habe ich etwas offenere Leute kennen gelernt und aus diesen Leuten wurden meine Freunde, mit denen ich in dieser kurzen Zeit schon erstaunlich viele und tolle Momente zusammen erlebt habe. An meinen Freunden schätze ich besonders, dass sie sich zu Beginn zwar sehr viel Mühe mit mir gegeben haben und mir viel geholfen haben, mich aber schon nach kurzer Zeit wie eine normale Französin behandelt haben, sodass sogar ich selbst manchmal vergessen habe, dass ich eine Austauschschülerin bin.

An Silvester mit meinen Freundinnen aus meiner Klasse


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