Liebe Weltenbummler,

ich hoffe ihr hattet schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Heute möchte ich euch gerne meine liebsten Menschen aus Amerika vorstellen: meine Gastfamilie und Freunde.

Anfangen möchte ich gerne mit meiner Gastfamilie, den Menschen, die mich hier mittlerweile schon am besten kennen und mit denen ich einfach ich selbst sein kann. Ich kann nicht oft genug betonen, wie lieb ich sie schon gewonnen habe und wie wohl ich mich hier fühle. Meine Gastfamilie ähnelt sehr meiner Familie in Deutschland und ist zur selben Zeit doch unterschiedlich. Um ehrlich zu sein, könnte ich euch gar nicht sagen, was ich am meisten an ihnen schätze. Natürlich ist, dass sie sich sehr um mich kümmern, mir mit allem weiterhelfen und mich als Teil der Familie ansehen, ein sehr guter Punkt, aber am meisten mag ich eigentlich mit ihnen herumzualbern, Spaß zu haben und die Tatsache, dass Insider – Witze niemals alt werden. Beispielsweise gibt es hier ein wirklich scheußliches Getränk, welches “V8” genannt wird und von dem mein Gastvater ganz genau weiß, wie wenig ich es wertschätze, also macht er Witze damit und fragt mich immer wieder Fragen wie: “Wie wäre es mit einem V8 zum Abendessen, Rafaela?”.

An Heiligabend mit meiner Gastfamile

Es gibt definitiv Unterschiede zwischen meiner Gastfamilie und meiner Familie aus Deutschland. Angefangen mit meinem Gastvater, der sich wirklich SEHR gerne wiederholt. Manchmal wiederholt er sich bis zu sieben Mal in einer Stunde (ja, ich habe gezählt wie oft er sich wiederholt). Ein weiterer Unterschied ist, dass meine Gastmutter immer das Abendessen vorbereitet, wohingegen in Deutschland mein Vater immer für das Abendessen zuständig ist. Meine Gastschwestern sind zwei Monate jünger und drei Jahre älter als ich, was ich absolut nicht gewöhnt bin, weil meine Schwestern zu Hause sechs und neun Jahre älter sind. Was mich anfangs wirklich verwirrt hat, war die Indirektheit meiner Gastfamilie. Es wird oftmals nicht mit klaren Worten gesprochen, sondern lieber etwas wie: “Vielleicht möchtest du eine Jacke anziehen, es soll windig sein. Aber das hängt ganz von dir ab”, gesagt. Für mein Auslandsjahr musste ich zwei Katzen zurücklassen, doch im Gegenzug habe ich einen wirklich lieben Hund erhalten. Noch dazu beten wir vor jedem Abendessen, was ich wirklich sehr mag. 

Matching Pyjamas

Doch natürlich gibt es auch viele Gemeinsamkeiten. Meine Gasteltern sind wie meine Eltern sehr organisiert und unterstützen mich jederzeit. Zu jedem meiner Basketball-/ Volleyball Spiele kommen meine Gasteltern um mich anzufeuern, ganz wie in Deutschland. Meine Gastfamilie ist wirklich verrückt und ähnelt mir und meiner Familie aus Deutschland damit sehr. Ich habe eine gute Verbindung zu meinen Gastschwestern, wie ich es auch mit meinen echten Schwestern habe. Im allgemeinen komme ich wirklich gut mit jedem Mitglied der Familie zurecht. Sowohl hier als auch in Deutschland steht die Familie an erster, Schule an zweiter und Sport an dritter Stelle. Außerdem hat jeder im Haushalt seine eigene Rolle, wie es auch bei meiner echten Familie üblich ist.

An Silvester

Freundschaft macht das Leben lebenswert und ich hätte niemals gedacht so tolle Freunde finden zu können, die meinen Alltag jeden Tag ein kleines bisschen versüßen. Zunächst einmal, möchte ich ehrlich mit euch sein und sagen, dass es am Anfang ganz anders ausgesehen hatte. Viele Amerikaner nennen dich schon nach wenigen Tagen einen guten Freund und sagen dir wie sehr sie dich vermissen werden, sobald du wieder gehen musst. Einige Freundschaften können wirklich oberflächlich sein, daher hatte ich anfangs die Befürchtung niemals “richtige” Freunde zu finden. Die Tatsache, dass sich die Leute hier schon seit dem Kindergarten kennen, hat die ganze Sache auch nicht wirklich für mich vereinfacht.

An unserem kleinen „Friendsgiving“

Glücklicherweise habe ich nicht aufgegeben und meine eigenen Freunde finden können. Meine jüngere Gastschwester ist dennoch meine beste Freundin. Wir kommen sehr gut miteinander zurecht und haben ähnliche Charaktereigenschaften. Mit meinen Freunden unternehme ich gerne etwas, aber manchmal wird es schwierig, da wir alle unterschiedliche Sportarten treiben, unterschiedliche Klassen haben und unsere Freizeit ziemlich ausgebucht ist. Aber man findet immer wieder Wege sich zu sehen. Oftmals gehen wir zu den Sportveranstaltungen unserer Freunde, spielen im selben Team wie sie, haben doch noch ein paar Klassen mit ihnen zusammen, sehen uns in der Schule oder verbringen Feiertage miteinander. Wie zum Beispiel vor Thanksgiving hatten wir ein kleines “Friendsgiving”. Auch haben wir Silvester miteinander verbracht und haben immer die Möglichkeit uns während der Ferien zu sehen. Mittlerweile sind meine Freunde auch der Grund geworden, weshalb ich mich morgens auf die Schule freue.

 

Nach einem Basketballspiel

Abschließend möchte ich sagen, dass es immer Unterschiede geben wird, aber dies doch genau der Grund ist, weshalb wir diese wunderschöne Chance ein Auslandsjahr zu machen wahrnehmen, oder nicht? Um andere Kulturen kennenzulernen und Familie und Freunde überall auf der Welt zu haben. Also ein kleiner Rat von mir: seid immer offen und verstellt euch nicht! Zeigt allen wer ihr seid und es wird sich auf jeden Fall jemand finden, mit dem ihr zurechtkommt. And always remember: A smile is the universal welcome.


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