Huhu,

in diesem Blogbeitrag wird es jetzt mal um die wirklich wichtigen Sachen gehen – das Essen. Hier wird zwar sehr viel Fleisch gegessen, aber auch als Vegetarier kann man gut überleben. Etwas wirklich ganz Typisches in Chile ist Pebre. Das ist eine Art Tomatensalat mit Zwiebeln (wobei es manchmal eher Zwiebelsalat mit ein bisschen Tomate ist…). Dieses Rezept ist so, wie meine Gastmutter es macht, meiner Meinung nach eine der leckersten Varianten.

Pebre:

6 große Tomaten
2 mittelgroße Zwiebeln
frischer Koriander
ein bisschen Olivenöl
ein Zahn Knoblauch (geht aber auch ohne)
und wenn man möchte ein bisschen grüner Chili

Das Wichtigste sind eigentlich die Zutaten, die Mengen können je nach Geschmack variieren. Das ist das Verhältnis, das meine Mutter benutzt. Zuerst müssen die Zwiebeln kleingehackt werden und damit sie nicht ganz so heftig schmecken (da sie roh bleiben…) in ein bisschen warmen Wasser für ungefähr 10 Minuten eingeweicht werden. Währenddessen kann man die Tomaten schneiden, den Koriander waschen und hacken oder zupfen. Danach die Tomaten mit den eingeweichten Zwiebeln vermischen und wenn man gerne Knoblauch isst oder scharf noch Knoblauch und/oder Chili hinzufügen. Zum Schluss noch abschmecken, das Olivenöl hinzugeben und mit (viel!) Koriander garnieren.

Das wird dann zu Empanadas gegessen (das sind Teigtaschen mit vielen verschiedenen Füllungsvarianten), oder in Completos (ähnlich zu Hot Dogs; das typische Completo besteht aus Brot mit einer Wurst, Avocadocreme, Tomaten oder Pebre und Mayonaise – wobei man das auch sehr gut ohne Wurst essen kann), oder einfach zu Brot. Hier wird fast genauso viel Brot gegessen wie in Deutschland, auch hier essen die meisten Leute Abend“brot“.

Ansonsten essen die Chilenen sehr gerne süß, und zwar wirklich sehr süß. Das war sogar für mich am Anfang heftig, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt… Einer meiner Lieblingsnachtische heißt „Brazo de Reina“.

Rezept (für 2 „Brazos“):

10 Eier
8 Esslöffel Mehl
2 Esslöffel Kartoffelmehl
2 Teelöffel Backpulver
½ Kilo Manjar (in anderen Südamerikanischen Ländern auch „dulce de leche“, das ist Kondensmilch, die solange eigekocht wird bis eine Art Karamellcreme entstanden ist.)
8 Esslöffel Puderzucker

Als erstes rührt man den Teig zusammen (erst Eiweiß steifschlagen, dann Puderzucker hinzufügen, dann nach und nach die Eigelbe, das Mehl vorher sieben, alles gut verrühren). Dann wird dieser auf einem Backblech dünn verteilt. Nachdem die Masse kurz (etwa 15-20min, Holzstäbchentest) gebacken hat, muss man sie, während sie noch heiß ist!, auf ein angefeuchtetes Handtuch legen, das dann noch mit Puderzucker bestäubt wird.

Brazo de Reina

Das Handtuch mit der Masse wird eingerollt, diese Rolle muss dann abkühlen. Wenn sie abgekühlt ist, muss man sie wieder ausrollen, ohne dass sie zerbricht, und mit dem Manjar bestreichen. Am Schluss wird der „Brazo“ wieder zusammengerollt und nochmal mit Puderzucker bestäubt.

Das waren zwei sehr typische Sachen, die man wirklich überall bekommen kann (vor allem das Pebre, das wird auch oft in den Restaurants als „Gruß aus der Küche“ mit ein bisschen Brot serviert.) Ich hoffe ich habe meine Mutter richtig verstanden, als sie mir die Rezepte nochmal genau erklärt hat, als ich sie für diesen Beitrag gebraucht habe, damit dass dann – falls jemand versuchen sollte etwas nachzumachen – auch schmeckt…


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