Etwas mehr als 4 Monate sind jetzt vergangen, seit ich hier in Rom angekommen bin. Bisher habe ich schon einiges erlebt, seien es die Feiertage, wie Weihnachten mit der gesamten Familie oder Ausflüge mit meiner Gastfamilie oder Freunden. In Form eines Interviews werde ich in diesem Beitrag ein paar Fragen beantworten.

1. Was schätze ich besonders an meiner Gastfamilie? 

Meine Gastfamilie besteht aus meinen Gasteltern und zwei älteren Gastschwestern. Mit der jüngeren meiner Schwestern teile ich mir ein Zimmer. Mein Gastvater, sowie – Schwestern haben alle drei schon an einem Austauschprogramm teilgenommen. Sie verbrachten, als sie ungefähr in meinem Alter waren, selbst ein Jahr in den USA und stehen mit ihren Gastfamilien noch sehr gut in Kontakt (die eine durfte ich schon kennenlernen, da sie jedes halbe Jahr nach Italien kommt, um meine Gastschwester zu besuchen). Durch eigene Erfahrungen können sie in manchen Situationen besser nachvollziehen, wie ich mich fühle. Außerdem ist die Familie sehr aktiv, weshalb es kein Problem ist, wenn ich nachfrage, ob wir einen Ausflug machen können. Demnächst beispielsweise verbringen wir einen Tag in Napoli (Neapel), damit ich mir die Stadt anschauen kann. Auch Ausflüge in die Berge sind nicht ungewöhnlich. Im Februar wollen wir zusammen mit der Cousine meiner Gastmutter, ihrem Mann und ihrem Sohn Skifahren gehen. Dazu fahren wir in die Berge. Ich bin schon sehr gespannt, denn es ist schon ein paar Jahre her, dass ich Skifahren war, aber noch bin ich optimistisch.

2. Was ist bei meiner Gastfamilie anders, was ist ähnlich wie bei mir zuhause? 

Ich muss sagen, dass das Familienleben sehr ähnlich ist. Man macht zusammen Ausflüge, man isst zusammen Abendbrot und so weiter. Ein paar kleine Unterschiede gibt es allerdings schon. Zum Beispiel kommen meine Gasteltern später nach Hause, verlassen dafür aber auch etwas später das Haus. Dadurch bin ich öfters mit meinen Gastschwestern nachmittags alleine zuhause. Meine Eltern in Deutschland hingegen kommen fast gleichzeitig mit mir nach Hause.

Ein Ausflug in die Berge mit meiner Familie

Allerdings geht die Schule auch etwas länger als hier in Italien. An den Wochenenden, wenn alle zuhause sind, werden Ausflüge unternommen, ob nach Rom, in die Berge oder auch in eine andere Stadt. Da meine Gastschwester gerade ihr Abschlussjahr macht, kann man natürlich nicht jedes Wochenende wegfahren. Deswegen wird aus dem Ausflug auch mal eine Fahrt zum Supermarkt, zur Post oder ähnliches.

3. Wie wird in meinen Gastland Freundschaft gelebt? Gibt es Unterschiede zu Freundschaften in Deutschland?

Nach einem Ausflug mit Scout (vielleicht etwas mit Pfadfindern vergleichbar)

Zum Anfang muss ich sagen, dass meine Freundschaften hier und meine in Deutschland aus meiner Sicht sehr unterschiedlich sind. Als allererstes ist  die Kultur natürlich eine andere,  der Humor ist ein anderer…  Es fängt schon bei der Begrüßung an.  Während ich es von Deutschland gewöhnt bin mit einer Umarmung begrüßt zu werden, sind hier die Begrüßungsküsschen an der Wange vorbei üblicher (wichtig dabei ist, dass man rechts anfängt, also ein Küsschen rechts und dann eines links).

Ein Ausflug mit meinen Freundinnen in die Innenstadt Roms

Ich muss sagen, dass es für mich anfangs immer etwas komisch war, wenn zwei Jungs sich zuerst mit einem Handschlag und dann mit den Küsschen begrüßen. Auch der Humor ist etwas anders. Wenn ich beispielsweise etwas sarkastisch oder ironisch sage, dann wird es nicht gleich verstanden. Ich werde zuerst immer ernst genommen, während man in Deutschland sofort gemerkt hätte, dass ich es nicht ernst meine. Allerdings bin ich gut in einer Freundesgruppe angekommen. Ausflüge nach Rom, ans Meer, zum Sushi, zu jemanden nach Hause oder auch nur in ein Café sind keine Seltenheit. Während ich in Deutschland meine Freunde öfters über das Wochenende nicht gesehen habe, weil ich oder sie keine Zeit haben, bin ich hier fast jedes Wochenende auf einem Fest oder einfach nur zu einem entspannten Filmabend bei jemandem zuhause.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich sehr glücklich mit der Auswahl meiner Gastfamilie bin und sich die Freundschaften in Italien und Deutschland etwas unterscheiden, was aber nichts schlechtes ist. Ich bin immer noch etwas die Neue und meine Freunde kennen mich noch nicht so gut, wie meine in Deutschland. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Ciao 
Eure Teresa


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