In ein paar Wochen ist schon Weihnachten. Die Zeit verfliegt so schnell, ohne dass man etwas dagegen tun kann. Doch wie wird Weihnachten in Italien überhaupt gefeiert? Wann wird der Weihnachtsbaum geschmückt? Und so weiter. Auf diese Frage möchte ich in diesem Beitrag eingehen.

Als allererstes muss ich sagen, dass sich die Weihnachtstraditionen in einigen Dingen unterscheiden. Beginnen wir schon ganz am Anfang der Vorweihnachtszeit. Ich persönlich würde sagen, dass bei uns in Deutschland die Vorweihnachtszeit offiziell mit dem Anzünden der ersten Adventskerze beginnt, vielleicht auch etwas eher, wenn man schon eher mit beispielsweise Plätzchen backen beginnt. Doch hier in Italien wird der Advent nicht gefeiert. Kein Adventskranz mit 4 Kerzen. Auch Plätzchen backen gehört nicht zu den italienischen Traditionen (was nicht heißt, dass man das in der Gastfamilie nicht ändern kann). Wie in Deutschland gibt es auch in Italien Weihnachtskalender, die mit Schokolade gefüllt sind. Der selbstgemachte Weihnachtskalender ist hier allerdings nicht sehr üblich, den ich von zuhause in Deutschland oder auch von Freunden kenne.

Letztes Wochenende habe ich mit meiner Gastfamilie den Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt (am 7. Dezember).

Unser Weihnachtsbaum

Da der Baum aus Kunststoff/Plastik besteht, kann er schon so früh aufgestellt werden. Geschmückt wird er mit Weihnachtskugeln, Lichterketten, und anderen kleinen Sachen. Was ich persönlich sehr schön finde, ist eine Tradition, die speziell in meiner Gastfamilie ausgeführt wird. Jedes Jahr bastelt die ganze Familie gemeinsam neuen Weihnachtsbaumschmuck. Dabei ist die Grundidee für jeden gleich, wird aber von jedem einzelnen persönlich dekoriert. Zum Schluss wird der Name drauf geschrieben und an den Weihnachtsbaum gehangen. In einem Jahr zum Beispiel bekam jeder eine Holzscheibe, wo jeder seinen Namen daraufgelötet hat oder ein anderes Jahr wurden Tannenbäume aus einer Art rotem Plastik im Ofen gebacken und danach der Name dran gehangen.

Was mir an Deutschland schon etwas fehlt, ist der Weihnachtsmarkt, den man mit seinen Freunden oder seiner Familie besuchen konnte.

Eine Leipziger Passage

Hier in Italien ist so etwas in der Art nicht vorhanden. Die Stadt wird mit Lichterketten geschmückt und auf dem Petersplatz wird ein Weihnachtsbaum aufgestellt.

Kommen wir nun zum eigentlichen Fest. Fast die ganze Familie wird zu uns in die Wohnung eingeladen, um mit uns gemeinsam zu feiern. Das Fest beginnt am 24. Dezember mit einem gemeinsamen Abendbrot (oftmals wird Fisch gegessen). Wenn es Mitternacht wird oder vielleicht auch schon etwas eher, wird der Sekt geöffnet und die Geschenke überreicht. Am 25. und 26. Dezember findet jeweils ein Mittagessen statt, bei dem meist Fisch oder Fleisch gegessen wird.

Ich möchte noch etwas weiter ausschweifen und nicht nur über Weihnachten reden. Eine Tradition, die wir so nicht kennen, ist beispielsweise auch die sogenannte „Befana“.

Die Strümpfe für die Befana

Dabei handelt es sich um eine Art Hexe, die die Kinder am 6. Januar besucht und Ihnen Süßigkeiten in die Socken steckt, die über dem Kamin aufgehangen werden. Das ganze erinnert etwas an Nikolaus (der hier übrigens nicht gefeiert wird).

Die italienischen Weihnachtstraditionen weichen also ein ganzes Stück von den deutschen ab. Ich freue mich schon sehr auf das bevorstehende Fest und bin gespannt, ob sich alles bewahrheitet, was mir erzählt wurde.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Weihnachtsfest,

ciao Teresa


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