Die Vorweihnachtszeit beginnt in Irland mit der „Late Late Toy Show“. Das ist ein Fernsehsendung Ende November, in der neues Spielzeug vorgestellt wird. Das ist nicht alles, außerdem präsentieren äußerst talentierte Kinder Musik auf ihren Instrumenten oder singen. Die ganze Familie guckt die Show zusammen und das Haus ist dafür bereits dekoriert. Das Haus in dem ich im Moment lebe ist super viel dekoriert. In allen Fenstern stehen Kerzen, überall hängen Lichterketten und Santa Claus Figuren stehen an vielen Ecken. Es stehen sage und schreibe zusammen vier Weihnachtsbäume im Wintergarten, dem Esszimmer und den beiden Wohnzimmern. Mich hat so viel Deko schon direkt überwältigt. Von Halloween kannte ich ja schon einiges an Dekoration, aber das war kein Vergleich zum Zustand, in dem sich das Haus im Moment befindet.

Mit viel Deko und Weihnachtsmusik ging es dann durch den Advent. Was in Deutschland immer ein kleines Highlight ist, ist der 6. Dezember und Nikolaus. Doch, wie ich erstaunt feststellte sind in Irland der Weihnachtsmann und der Nikolaus ein und die selbe Person. Daher wird der Nikolaustag auch gar nicht gefeiert.

An Heilig Abend selber haben wir eigentlich nichts wirklich großes gemacht. Unsere Gastmutter Julie hat uns erzählt, dass die Familie dort eigentlich immer in den Gottesdienst geht, aber wegen Corona die geringe Anzahl an Sitzplätzen schon ausgebucht war. Für mich persönlich war es schön dann, an diesem mehr oder weniger normalen Abend die Bilder und Texte meiner Familie aus Deutschland zu sehen und mich mit ihnen zu freuen. So hatte ich das Weihnachtsfest ein bisschen doppelt.

Vor Weihnachten haben mir sehr viele Personen davon erzählt, wie früh alle am 25. Dezember aufstehen um die Geschenke auszupacken. Weil ich generell eher eine Frühaufsteherin bin, war ich an diesem Tag um kurz nach sechs am morgen wach – und was soll ich sagen, im ganzen Haus hat sich bis 9:30 Uhr nichts gerührt. Als die ersten Personen dann aber wach waren, wurden lautstark alle anderen geweckt und noch vor dem Frühstück die Geschenke ausgepackt. Das war die erste Situation, wo ich ein wenig überfordert war, weil alle ihr eigenes Ding gemacht und super schnell alle Geschenke ausgepackt haben. Aus meiner Familie war ich es gewohnt, dass die Bescherung manchmal Stunden gehen kann und reihum immer jeder ein Geschenk aufmacht. Hier kam mir es eher so vor, als wäre es ein Wettrennen, wer am schnellsten das Geschenkpapier von seinen Geschenken gerissen hat.

Nach dem die Geschenke ausgepackt waren haben wir gefrühstückt. Es gab ein Traditional Irish Breakfast mir Würstchen, Speck, Spiegelei, weißen Puddings und Toast. Das Essen am Weihnachtstag ist generell sehr wichtig, weshalb auch das Abendessen riesig war. Zur Vorspeise gab es Suppe oder einen Garnelen-Salat. Als Hauptgang Truthahn und einen Schinken mit vielen verschiedenen Gemüsesorten und zwei verschiedenen Arten von Kartoffeln. Und zum Nachtisch mehrere Kuchen und Muffins und von Caterina gemachte Tiramisu.

In Irland gibt es die Tradition, dass man am Weihnachtstag im Meer schwimmen geht. In einer großen Aktion spendet man 5€ für einen guten Zweck und geht dann ins Meer. Weil das Meer natürlich eiskalt ist, bleibt man nicht solange drinnen, sondern kommt nach einem Mal Untertauchen wieder raus um sich in seine warme Kleidung zu hüllen. In diesem Jahr konnte das so wegen Corona leider nicht stattfinden, aber ich bin fest entschlossen noch bevor ich zurückfliege einmal meinen Kopf unter die Wellen zu halten.

Silvester war sehr entspannt bei uns, weil wenige Tage vorher ein dritter kompletter Lockdown eingetreten ist und man kaum eine andere Wahl hatte als in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Wir haben im Fernsehen eine Sendung mit Countdown bis zum neuen Jahr geguckt und uns dann ein frohes neues Jahr gewünscht. Meine ältere Gastschwester Emily hat am Neujahrstag Geburtstag, weswegen wir natürlich auch einen Kuchen und Geschenke für sie hatten. Zum Essen gab es traditionell Lamm, wieder mit Massen an leckerem Gemüse und Kartoffeln.

Frohes Neues Jahr an alle und besonders viel Gesundheit!


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